Pre-Crime – vorhersagende Polizeiarbeit und Profile

Es klingt wie ein guter Plot aus einer Science-Fiction Geschichte.
Die Polizei verhindert Verbrechen, bevor sie verübt werden.
Was in der Kurzgeschichte von Philip K. Dick, welche gänsehaut-erregend gut von Steven Spielberg als Minority Report verfilmt wurde, noch durch die Vorhersagen von drei Mutanten ermöglicht wird, wird heutigentags dieser Zeit bereits durch die schnelle und weitreichende Analyse von riesigen Datenmengen angegangen, versucht zu erreichen.
Pre-Crime oder auch Predictive Policing wird seit Ende 2013 in unterschiedlichen Ausprägungen und verschiedenen Szenarien eingesetzt, um die Polizeiarbeit zu unterstützen.
Ich will heute einen Überblick über den Status Quo der vorhersagebasierten Polizeiarbeit geben.
Und ich will mir heute Gedanken darüber machen, welche Möglichkeiten sich durch durch den Einsatz von Predictive Policing ergeben und welche Gefahren ich darin sehe.

Wo stehen wir beim Predictive Policing?

Die Realität hat die Fiktion recht schnell eingeholt.
Nachdem Philip K. Dick seine Kurzgeschichte The Minority Report 1956 veröffentlich hat, wurde diese kaum ein halbes Jahrhundert später, 2002, von Steven Spielberg cineastisch im gleichnamigen Film verarbeitet.
Von da an ging die Umsetzung von Fiktion in die Realität sehr schnell.
2011 wurde das erste Predictive Policing Programm (PredPol) in verschiedenen Städten der USA eingeführt.
Diesem folgte 2013 Delaware mit dem Programm TAPS und in 2014 wurde das Programm Heat List in Chicago und erstmals auch in Europa in London eingesetzt.
Seit 2015 laufen mittlerweile auch Tests zur vorhersagenden Polizeiarbeit in verschiedenen Regionen in Deutschland mit dem Prognoseprogramm Precobs (Pre Crime Observation System).

Welche Ausprägungen bieten computerbasierte Prognosesysteme

Grundsätzlich sehen wir aktuell zwei unterschiedliche Entwicklungen bei den computerbasierten Vorhersageprogrammen zur Verbrechensverhinderung.
In Amerika zielen die Programme auf einzelne, als gefährlich eingestufte potentielle Täter ab.
Diese werden, so sehen wir dies in Chicago, in einer sogenannten Heat List erfasst. Bei dieser Prognosearbeit werden gezielt soziale Profile von bisher bekannten Tätern durchforstet und es wird ein Score ermittelt, mit welcher Wahrscheinlichkeit diese einzeln überwachten Personen wieder straffällig werden.
In Deutschland folgt die computerbasierte Prognosearbeit der Polizei einem grundlegend anderen Ansatz.
Hier werden keine Täterprofile aus sozialen Netzwerken erstellt.
Hier werden bereits aufgetretene und als mögliche Serie identifizierten Wohnungseinbrüche oder Autodiebstähle analysiert.
Daraus werden Wohngebiete als potenzielle zukünftige Tatorte ermittelt und innerhalb der auf die bereits stattgefundenen Straftaten folgenden 72 Stunden stärker durch die Polizei überwacht.

Positive Auswirkungen von Predictive Policing

Nun, zunächst setzte an dieser Stelle die virtuelle Form von betretenem Schweigen ein.
Abgesehen von den vollmundigen Versprechungen der Softwarehersteller und der Polizeibehörden, dass hier deutliche Vorteile zu verzeichnen sind, gibt es diese faktisch jedoch noch nicht.
Das Innenministerium in Bayern spricht zwar von einem Rückgang um 42 Prozent bei den Wohnungseinbrüchen in den durch Precobs beobachteten Gebieten.
Allerdings halte ich diese Zahlen für nicht haltbar.
Der Test mit Precobs startete in München erst im Oktober 2014 und lief bis September 2015.
Dieser Zeitraum reicht sicher nicht aus, um sagen zu können, dass allein aufgrund des Einsatzes von Precobs dieser Rückgang zu verzeichnen ist.
Hierbei werden schlicht andere Faktoren außer acht gelassen, wie Wetter, Änderungen im Verhalten von Bewohnern oder einfach eine Verlagerung auf andere Tatorte.
Als weitere positive Auswirkung von predictive Policing wird genannt, dass die Polizeiarbeit beschleunigt wird.
Gut, dies ist jetzt weniger eine positive Auswirkung der Arbeit mit Precobs als eher eine Notwendigkeit.
Denn die Prognose von weiteren Straftaten wie Wohnungseinbrüchen und Autodiebstählen in einem als Verbrechenstatort identifizierten Gebiet trifft maximal für die folgenden 72 Stunden zu.
Da hilft halt eine schnelle Reaktion auf die computerbasierte Prognose deutlich. Ansonsten stellt sich die Prognose als obsolet dar.
Aber als Auswirkung von Predictivice Policing zu behaupten, die Polizeiarbeit wird beschleunigt, stellt eine unzulässige Vereinfachung dar.

Negative Folgen von Predictive Policing

Nachdem ich jetzt gezeigt habe, dass selbst die vermeintlichen positiven Aspekte von computerbasierter Vorhersage in der Polizeiarbeit im Grunde negative Auswirkungen haben, bin ich gespannt, ob deren negativen Folgen noch düsterer sind.
Oder wir werden überrascht und die vermeintlichen Negativfolgen stellen sich als positiv heraus.
Betrachten wir zunächst die Täterprofil-basierten Programme.

  • Wir wissen nicht, wer den Algorithmus zur Berechnung des Scores eines möglichen Täters erstellt hat.
    Damit besteht schon die Gefahr, dass der Programmierer seine eigenen Vorurteile mit in die Software programmiert hat.
    Software ist aktuell noch von Menschen erstellt und Menschen haben Vorurteile.
    Diese fließen immer mit in die Algorithmen ein und können, wenn es sich um Closed Source handelt, nicht geprüft werden.
  • Das Ranking, welches bei der Täterprofil-basierten Vorgehensweise erstellt wird, kann dazu führen, kann zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Ein potenzieller Täter wird erst zum Täter dadurch, dass er auf dieser Liste steht.
    Der ungültige Zirkelbezug „Weil du auf der Liste stehst, gibt es einen Grund dafür, dass du auf der Liste stehst.“ kann bei den Polizeibehörden dazu führen, genau diese Menschen in ein Verbrechen zu treiben.
  • Wir wissen nicht, nach welchen Kriterien der Algorithmus soziale Profile durchsucht.
    An dieser Stelle können schon rassistische Diskriminierungen auftreten, dass ein Unbeteiligter als potenzieller Täter auf die Liste gesetzt wird, weil er den „falschen“ Namen hat, in der „falschen“ Gegend lebt oder einfach die „falschen“ Freunde hat.

Nun, das sieht alles schon deutlich negativ aus, aber wir haben noch die deutsche Ausprägung der Prognosesoftware als Lichtblick.
Hoffen wir auf bessere Ergebnisse.

  • Die Software Precobs wird von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, dem Institut für musterbasierte Prognosetechnik (IfmPt) entwickelt.
    Mir gefällt es nicht, dass staatliche Aufgaben wie die Polizeiarbeit durch privatwirtschaftliche Software, die obendrein noch Closed Source ist, übernommen wird.
    Obendrein wird Precobs, zumindest in Baden-Württemberg auch von der Firma microm Consumer Marketing unterstützt.
    Die microm ist ein Unternehmen der Creditreform, eine Wirtschaftsauskunftei und Inkassodienstleister.
    An dieser Stelle läuft mir mehr als nur ein kalter Schauer den Rücken hinunter.
    Ich halte es schon für äußerst gefährlich, wenn eine Wirtschaftsauskunftei in Personalunion auch Inkassodienstleister ist.
    Aber wenn ich dann sehe, dass diese über Tatortinformationen von begangenen Verbrechen verfügen und daraus Prognosen für die nächsten möglichen Tatorte erstellen, dann wird mir schon ein bissel schlecht.Zwar wird laut Aussage der Baden-Württembergischen Polizei strikt darauf geachtet, dass in Precobs keine personenbezogenen Daten gespeichert werden.
    Aber dies ist auch nicht notwendig, wenn bei dieser unheiligen Konstellation von Prognosesoftware und Wirtschaftsauskunftei die vorhandenen Metadaten miteinander korreliert werden.
  • Weiterhin kann die Prognose für zukünftige Tatorte als Grund genommen werden, dass nicht nur für die nächsten 72 Stunden mehr Streifen in die prognostizierten Gebiete geschickt werden, sondern dass zukünftig eine verstärkte dauerhafte Videoüberwachung dieser und weiterer Gegenden erfolgt.
    Somit kann der Einsatz von Predictive Policing zu mehr Überwachung führen.
  • Und letztlich kann es einfach dazu führen, dass die bisher in Region A aufgetretenen Serienstraftaten sich jetzt nach Gebiet B verlagern.
    Damit kann auch wundervoll auf mikroregionaler Ebene betrachtet ein Erfolg für Predictive Policing vermeldet werden.

TL;DR

  • Sci-Fi oder Realität: Wo kommt Pre-Crime her?
  • Stand der Dinge: Wo stehen wir beim Predictive Policing?
  • Täterprofile und zukünftige Tatorte: Ausprägungen von Predictive Policing
  • Gibt es etwas Gutes?: Positive Auswirkungen von Predictive Policing
  • Schlechte Laune: Negative Auswirkungen von Predictive Policing

Und jetzt?
Vielleicht ein bisschen inspirierende Gute-Laune-Musik hören 🙂

Ich weiß, was du willst, weil ich weiß, wer deine Freunde sind – Persönlichkeitsprofile

In der letzten Woche habe ich die Erstellung und Auswirkung von Bewegungsprofilen auf unsere Privatsphäre betrachtet.
War dies noch ein Thema, welches wir gut beobachten und mitverfolgen können – z.B. durch die nicht unmaßgebliche Anzahl an Überwachungskameras auf den Straßen – so ist mein Thema in dieser Woche doch deutlich virtueller:
Persönlichkeitsprofile
Ich stelle oft fest, dass beim Thema Erstellung von Persönlichkeitsprofilen das Spektrum zwischen „Ach, mich kann man nicht manipulieren!“ bis „Oh, ich finde es schön, wenn ich auf mich passende Angebote erhalte.“ schwankt.
Allerdings geht das Bilden und Auswerten von Profilen im Internet mittlerweile weit über das Anbieten von „passenden“ Angeboten hinaus.
In welche Richtung das Profiling mittlerweile geht, will ich heute zeigen.

No Profile – no Credit

Dass Facebook Profile über uns erstellt, haben wir mittlerweile – mehr oder weniger – schulterzuckend hingenommen.
Aber dass mittlerweile unsere Freunde und sogar unsere eigenen Postings unsere Kreditwürdigkeit untergraben können, halte ich für alptraumhaft.
Noch schlimmer wird dieser Alptraum jedoch, wenn wir den Überlegungen von Marc Elsberg in seinem Roman Zero folgen:
Schlimmer als ein schlechtes Profil oder ein schlechtes Ranking ist es, gar kein Profil zu haben.
Diese Situationen – die tatsächliche bei Facebook-Profilen und die (noch) fiktionale bei Freemee – bedeuten für einen Facebook-Verweigerer wie mich eine harte – weil kreditunwürdige – Zukunft.

In deiner Echokammer hörst du dich nur selbst schreien

Persönlichkeitsprofile wirken sich jedoch auch noch an anderer Stelle auf ganz andere Art und Weise aus.
Durch die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen wird unsere gesamte Wahrnehmung angepasst.
Positiv formuliert kann diese Anpassung als „Verbesserung“ dargestellt werden, realistisch gesehen ist es jedoch Manipulation.
Aber wovon spreche ich?
Die Filterblase – auch Echokammer genannt – in die uns Google einbettet aufgrund derer Erkenntnisse über uns.
Grundsätzlich will uns Google mit der Vorauswahl von Dingen, die uns scheinbar interessieren – weil durch unser bisheriges Suchverhalten bestätigt – zunächst helfen. Was jedoch dabei geschieht, hat schon Adolph Freiherr Knigge trefflich formuliert:
Man glaubt es gar nicht, welch ein eintöniges Wesen man wird, wenn man sich immer in dem Zirkel der eigenen Lieblingsbegriffe herumdreht, und wie man dann alles wegwirft, was nicht unser Siegel an der Stirne trägt.
Da diese Vorauswahl ohne unsere Kenntnis stattfindet, tritt neben der Eintönigkeit, die sich einstellt, noch ein weiterer Effekt ein:
Wir glauben, dass wir einen umfassenden und objektiven Blick auf die Welt haben. Es wird nach und nach alles ausgeblendet, was der Algorithmus als für uns uninteressant ausblendet.
Wir kreisen immer enger und immer schneller um unsere immer fester zementierten etablierten Gedanken und Meinungen – gemeinsam mit den Menschen, die uns als ähnlich denkend empfohlen wurden.

Die Empfehlungsmaschine

In eine ähnliche Kerbe wie Google schlägt auch Amazon.
Allerdings nicht, um uns durch eine Vorauswahl in der schier unbewältigbaren Informationsflut einen digitalen Rettungsring zuzuwerfen.
Sondern hier stehen klar identifizierbare monetäre Interessen im Vordergrund.
Ein Mensch ist einfach eher bereit, etwas Bekanntes zu kaufen als etwas vollkommen Neues.
Auch reagiert ein Mensch schneller auf – vermeintlich – persönliche Empfehlungen als auf eine nüchtern-neutrale Bewertung eines Produktes.
Diese beiden Faktoren macht sich Amazon (und auch andere Internetkonzerne) zu Nutze und empfiehlt uns das Blaue vom Himmel herunter – wenn Amazon dies denn in seinem schier unüberschaubaren Warenangebot listen würde.
Die Trefferrate bei den Empfehlungen dieser Empfehlungsmaschine ist so hoch, dass an dieser Stelle mittlerweile „Fehler“ eingebaut werden, um den Creepiness-Effekt abzumildern.
Dieser Creepiness-Effekt tritt ein, wenn potentielle Kunden das Gefühl haben, die Empfehlungen treffen zu genau auf ihre Persönlichkeit zu.
Für mich ist dies ein Beleg dafür, dass die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen schon erschreckend gut ist. Internetkonzerne verkaufen offensichtlich lieber etwas weniger, als einen Kunden durch den Creepiness-Effekt vollständig zu verlieren. Creepy.

Tracker und Trader

Bisher habe ich von einzelnen Effekten bei verschiedenen Datensammlern gesprochen.
Was passiert jedoch, wenn dies alles zusammenläuft?
Undenkbar, höre ich mich sagen!
Und doch, das ist die Realität. Facebook, Google und Amazon treten weder allein noch isoliert im Internet auf.
Diese – und andere – Konzerne verfolgen zwar eigene – und auch gewiss konkurrierende – Ziele, aber hinsichtlich der Erstellung von Persönlichkeitsprofilen ziehen sie doch gern (und erfolgreich) an einem Strang.
Und dieser Strang beinhaltet unterschiedliche Tracking-Mechanismen wie der Allerseiten verachtete Like-Button, Beacons und Fingerprinting.
Allesamt Mittel, um uns über sämtliche besuchten Seiten hinweg eindeutig identifizier-, verfolg- und manipulierbar zu machen.
Dieses Tracking – egal mittels welcher Technologien es durchgeführt wird – liefert den Internetkonzernen (entweder durch Drittanbieter, welche diese Daten sammeln oder durch eigene Sammelmaßnahmen) das notwendige Rüstzeug, um Profile über uns zu erstellen.
Und je mehr Rüstzeug die Datenkraken anhäufen, desto nackter und schutzloser werden wir.

Wenn wir zur Ware werden

Die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen in Reinform liefern Datenkraken wie acxiom, Schober, arvato infoscore und die Schufa.
Diese Unternehmen sind in unserer Wahrnehmung im Internet eher unsichtbar.
Aus gutem Grund:
Kämen die ungeheuerliche Sammelwut und die unanständig-invasiven Datenkorrelationsmöglichkeiten dieser informatorischen Aasgeier ans Licht, wäre der Unmut der unbedarften Persönlichkeitsprofil-Träger vermutlich größer.
Diese Datenhändler liefern die Grundlage dafür, warum derjenige keinen Kredit bekommt, der in der „falschen“ Gegend lebt.
Auch wenn wir keinen Handyvertrag abschließen oder keine Wohnung mieten können (weil wir das „falsche“ Alter, Geschlecht oder die „falsche“ Ausbildung haben, geht auf die Rechnung dieser Datenhändler.
Ich halte es für verwerflich, welche Datenmengen diese nahezu unsichtbar operierenden Unternehmen ansammeln, zu erschreckenden Persönlichkeitsprofilen korrelieren und gegen Einwurf kleiner Münzen (oder großer Scheine) an den Zahlungswilligen verkaufen.
Bäh!

Was tun? Was hilft?

George_Cruikshank_Oliver_Twist
By George Cruikshank – Oliver Twist by Charles Dickens via www.foliosoc.co.uk, Public Domain

Stehen wir dieser Profilbildung hilflos wie Charles Dickens‘ Titelheld aus Oliver Twist gegenüber und bitten unterwürfig:
Bitte, Herr, ich möchte noch etwas mehr!“?
Nein, wir können selbstbewusst unsere Privatsphäre und unsere Freiheit verteidigen – indem wir uns der Verfolgung und Profilbildung widersetzen!
Dazu reichen schon einfache Add-ons im Browser unserer Wahl aus (dies soll uns der Firefox sein), die uns bei der Wiedererlangung der Kontrolle über unsere Daten unterstützen.

  • Cookie Controller: Kontrolle über Cookies – damit wir nicht weiterhin mit einem allseits sichtbaren Post-it auf der Stirn im Internet surfen.
  • Privacy Badger: Schutz vor Tracking.
  • uBlock Origin: Schutz vor unerwünschter Werbung.

Beim Schutz unserer Privatsphäre benötigen wir mitunter auch technische Hilfe – und die bekommen wir hier.
Einfach, effektiv und sicher.

TL;DR

  • Kreditverlust durch die falschen Freunde: No Profile – No Credit
  • Du drehst dich nur noch um dich selbst: In der Echokammer hörst du nur dich selbst
  • Kauf gefälligst das, was wir dir verkaufen wollen: Die Empfehlungsmaschine
  • Verfolgt über das ganze Internet: Tracker und Trader
  • Die Datenhändler im Hintergrund: Wenn wir zur Ware werden
  • Tipps zum Schutz vor Profilbildung: Was tun? Was hilft?

Und jetzt?
Nicht verzagen, nicht klagen – mich um Unterstützung fragen!

Ich weiß wo du warst, wo du bist und wo du sein wirst – Bewegungsprofile

Bewegungsprofile, diese sind wohl die ersichtlichste Form der Überwachung, die wir erfahren.
Dies liegt zum einen daran, dass wir diese Art der Profilbildung auch am besten in der realen Welt erleben können.
Wir sehen immer mehr und immer häufiger Überwachungskameras.
Im öffentlichen Personennahverkehr wurde jüngst eine flächendeckende Videoüberwachung von den Verkehrsministern gefordert.
Immer mehr Geschäfte und private Gebäude stehen unter dem „Schutz“ von Überwachungskameras.
Heute werfe ich einen Blick darauf, wie Bewegungsprofile erstellt werden und auch aus welcher Motivation heraus.

Bewegungsprofil, ganz SIMpel

Unsere Lieblingswanze tragen wir ja freiwillig nahezu ständig mit uns spazieren: unser Smartphone, respektive Handy.
Und damit haben wir auch gleich die umfassendste Möglichkeit zur Überwachung unserer physischen Bewegungen in der realen Welt parat.
Die SIM-Karten (Subscriber Identity Module, Teilnehmer Identitätsmodul) in unseren Handys und Smartphones identifizieren uns als Nutzer eindeutig.
Nach der letzten, dem Terrorschutz geschuldeten, Überwachungsverschärfung durch unsere Regierung sind wir jetzt ja auch beim Kauf einer Prepaid-Karte zur ausweislichen Registrierung verpflichtet.
Diese SIM-Karte bucht sich regelmäßig in die jeweils stärkste Funkzelle ein, in deren Senderadius wir uns befinden.
Und damit wird ein (bei 99% Prozent Netzabdeckung in Deutschland) nahezu lückenloses Profil unserer Bewegungen erstellt.
Ganz SIMpel eben.
Diese Daten werden, dem Schutz vor Terrorismus seis gedankt, für 10 Wochen bei den Telekommunikationsanbietern gespeichert.
Unsere Regierung weiß schon wofür das gut ist.
Sonst weiß es nämlich niemand – ganz im Gegenteil, denn es gibt klare Belege dafür, dass die ganze Vorratsdatenspeicherungsangelegenheit gänzlich untauglich für den Schutz vor Terror oder ähnlichen Unwägbarkeiten ist.

Freiwillige Selbstüberwachung

Meiner Ansicht nach sind jedoch wir selbst noch viel stärker für unsere eigene Bewegungsprofil-Erzeugung verantwortlich.
Können wir der Funkzellenüberwachung kaum entgehen, wenn wir davon ausgehen, dass wir ein Mobilfunkgerät – es wird halt tatsächlich meist, wie der Name schon verrät, mobil verwendet – mobil verwenden.
So können wir doch bei anderen Formen des Bewegungs-Profilings freiwillig entscheiden, ob wir dies wollen.
So ist es beispielsweise den Nutzern von Fitness-Trackern freigestellt, ob sie diese ihre Daten aufzeichnen wollen lassen oder nicht.
Gut, an dieser Stelle lässt sich trefflich darüber streiten, ob ich dann einen Fitness-Tracker verwenden will, wenn ich nicht tracken will.
Aber mir geht es heute um Bewegungsprofile und da stellt sich einfach die Frage, ob ich für meine Fitness aufzeichnen muss wo ich meiner Fitness gefrönt habe.
Weiterhin wird es natürlich schwierig, sich dieser Form der Überwachung zu entziehen, wenn die Bewegung in der physischen Welt gerade der Sinn und Zweck der Anwendung ist.
So sehen wir dies zum Beispiel bei Navigationsgeräten.
Wenn wir jetzt noch die Überwachungspotentiale von SIM-Karten und freiwillig bewegten Datenpunkten wie Navigationsdaten kombinieren, erhalten wir eine ganz brisante Mischung.
Wir sehen diese Wechselwirkung aktuell bei modernen Autos.
Ich nehme exemplarisch BWM.
Ein BWM verfügt über – aufgrund der neuen eCall-Funktionalität zur schnellen Benachrichtigung von Rettungskräften im Falle eines Unfalls – fest verbaute SIM-Karten.
Dass diese standardmäßige Überwachung durchaus nicht gewünscht ist, zeigt die Vorgehensweise der nordrhein-westfälischen Polizei, welche diese SIM-Karte deaktivieren ließ.
Aber hat der normale Bürger auch diese Möglichkeit?
Fraglich.
Und diese – wir haben es im vorherigen Abschnitt besprochen – erzeugen schon von sich aus ein umfassendes Bewegungsprofils des Fahrzeugs.
Tests hinsichtlich des Datenhungers moderner Automobile haben zusätzlich zutage gefördert, welche Daten ein Fahrzeug – und damit zwangsläufig auch der Fahrer – so von sich preis gibt.
Dabei, so hat der Test gezeigt, ist ein modernes Fahrzeug schon sehr redselig. Verfügt dieses auch noch über ein Navigationssystem, so wird das Bewegungsprofil GPS-gestützt noch um ein vielfaches genauer, als bei bloßer Funkzellenüberwachung durch die verbauten SIM-Karten.

Der Ruf nach mehr Sicherheit

Um Überwachung zu rechtfertigen wird immer wieder, hartnäckig und fast mit Schallgeschwindigkeit der Ruf:
Aber das ist doch für die Sicherheit!
laut.
Ich möchte an dieser Stelle kurz begründen, warum dies eine vollkommen verquere und unschlüssige Argumentation ist.

  • Überwachung schafft keine Sicherheit.
    Überwachung ist eine Maßnahme der Kontrolle.
    Durch Kontrolle entsteht jedoch keine höhere Sicherheit, denn wir können lediglich durch Überwachung feststellen, dass etwas passiert ist, dies aber keinesfalls im Vorhinein verhindern.
  • Überwachung schafft Angst.
    Wer überwacht wird und sich dieser Überwachung bewusst ist, ändert sein Verhalten.
    Diese Verhaltensänderung ist der chilling effect.
    Es ist eine erwiesene psychologische Tatsache, dass Menschen, die sich tatsächlicher – oder auch nur vermeintlicher – Überwachung ausgesetzt sehen, von ihren authentischen Verhaltensmustern abweichen und stattdessen in ein dem überwachenden System konformes Verhalten fallen.
    Und gerade bei Bewegungen im öffentlichen Raum ist es kaum vermeidbar, dass uns die Überwachungsmaßnahmen auffallen.
    Mittlerweile kann man in deutschen Innenstädten keine zehn Meter mehr zurücklegen, ohne von einer Überwachungskamera erfasst zu werden.
    Teilweise wird dieser Effekt auch gezielt eingesetzt.
    Gibt es doch mittlerweile Kfz-Versicherungs-Tarife, welche einen dynamischen Tarif anbieten, der aufgrund einer Black-Box im Auto das Fahrverhalten registriert.
    Ich bin überzeugt davon, dass schon allein die Kenntnis dieser Überwachungsmaßnahme dazu führt, dass der Fahrer eines in dieser Form überwachten Fahrzeugs regelkonformer und defensiver fährt.
  • Überwachung ist ein Mittel totalitärer Regime.
    Wir haben aus der Geschichte (besonders aus unserer deutschen Geschichte) gelernt, dass Überwachung von totalitären Regimen zur Unterdrückung eingesetzt wird.
    Und auch heutzutage kritisieren wir ganz klar und deutlich das überwachende Vorgehen in Staaten wie China und Russland.
    Aber sind westliche Demokratien an dieser Stelle besser?
    Eine Welle der Empörung würde losbrechen, würde ich hier sagen, dass die USA, Großbritannien oder Deutschland totalitäre Regime seien.
    Aber werfen wir einen kurzen Seitenblick auf Behörden wie die NSA, GCHQ und den BND.
    Diese staatlichen Behörden haben mit Operationen wie PRISM, TEMPORA oder der Operation Eikonal durchaus das Potential, um als totalitär zu gelten.

Was können wir dagegen tun?

Nachdem ich jetzt viel darüber gesprochen habe, wie wir überwacht werden und auf welche Weise aus diesen Überwachungsdaten Bewegungsprofile von uns erzeugt werden, ist jetzt an der Zeit, Ideen zu geben, was wir unternehmen können.

  • Lasst öfter mal euer Handy oder Smartphone zu Hause.
    Habt ihr kein Handy – oder genauer keine SIM-Karte – bei euch, können auch keine Funkzellendaten von euch (bzw. eurem Handy) erfasst werden.
  • Tragt große Sonnenbrillen und Hüte.
    Ja klar, werdet ihr sagen, der Paranoiker wieder.
    Es ist aktuell so, dass die Überwachungskameras euch zwar erfassen, die Gesichtserkennung dahinter jedoch noch Schwierigkeiten hat, euch zu erkennen, wenn ihr Sonnenbrillen und Schirmmützen tragt, die euer Gesicht verbergen.
    Und schon wieder haben wir der Erzeugung eines Bewegungsprofils von uns ein Schnippchen geschlagen.
  • Kauft euch einen Oldtimer.
    Also es muss jetzt kein Aston Martin von 1969 sein (obwohl der schon schick ist!), aber eben ein Auto ohne eCall-Funktionalität.
    Wenn ihr dann noch auf ein Navi verzichtet, seid ihr auch wieder ein Stück weiter.
    …bis ihr dann in den Erfassungsbereich einer Mautbrücke geratet…Aber wie uns die Regierung ja versichert, werden die Mautdaten niemals für Ermittlungszwecke verwendet.

TL;DR

  • Überwachung mit SIM: Funkzellen verraten wo du bist
  • Hier lauf ich! – Freiwillige Selbstüberwachung
  • Sicherheit im Tausch gegen Freiheit: Der Sicherheitsmythos
  • Das kann ich tun: Tipps zur Profilreduzierung

Und jetzt?
Sonnenbrille auf, raus in die Freiburger Altstadt und einen Überwachungsslalom gehen!

Was ist denn so schlimm an Profilen?

Ständig fordert die Gesellschaft von uns, dass wir mehr „Profil“ zeigen.

  • Wir sollen nicht oberflächlich, nicht belanglos sein.
  • Wir sollen Eindruck hinterlassen – also ein Profil.
  • Uns wird beigebracht, eine Spur in der Geschichte zu hinterlassen.

Das ist alles gut gemeint und hat einen hohen gesellschaftlichen Wert.
Denn würden wir alle gesichtslos sein, ohne Unterscheidungsmerkmal, dann wären wir eine graue, anonyme Masse.
Aber das, was die Datenkraken mit unseren Daten anstellen hat nichts mit der gesellschaftlichen Ideen zu tun, was dahinter steckt, wenn wir mehr „Profil“ zeigen sollen.
Heute mache ich mir Gedanken darüber, warum ich es für gefährlich und falsch halte, wenn Profile von uns erstellt werden.
Wenn wir uns bewegen – nicht nur im Internet – hinterlassen wir mittlerweile nahezu ständig und überall unsere digitalen Spuren.
Durch Überwachungskameras und die Überwachungswanzen – unsere Smartphones und sonstigen „smarten“ Begleiter – erzeugen wir eine umfängliche Datenspur unserer Bewegungen: es entsteht ein Bewegungsprofil von uns.

  • Jeder Klick den wir im Internet machen ist ein weiteres Puzzleteil zu unserem Interessenprofil.
  • Jeden Kontakt den wir in unseren diversen unsozialen Netzwerken pflegen ergänzt unser Profil.

Aus diesen Profilen und der Korrelation der dadurch gewonnenen Daten wird ein weiteres Profil, ein Verhaltensprofil, über uns erstellt.
Aber was ist jetzt so schlecht daran, dass diese und weitere Profile über uns erzeugt, gespeichert – und ausgewertet – werden?

Unsere Entscheidungsfreiheit wird eingeschränkt

Durch die Profile, insbesondere durch die Kommunikations- und Verhaltensprofile werden wir durch die Internetkonzerne in eine Filterblase eingeschlossen.
Uns werden nur noch die für uns vorselektierten, „relevanten“ Artikel, Produkte und „Freunde“ empfohlen .
(Anmerkung: wenn ich hier weiterhin das Social-Media-Sprech der Datenkraken anwende, dann stolpere ich hier von Hochkomma zu Hochkomma. Daher, heute ohne Hochkommas. Der entspannte Autor)
Eli Pariser stellt diese Auswirkung eindrucksvoll in seinem Buch „Filter Bubble“ dar.
Das Problem dabei ist, dass wir nur noch einen Ausschnitt des verfügbaren Angebots sehen.
Nun, an dieser Stelle korrigiere ich mich:
Nur einen Ausschnitt des verfügbaren Angebots zu sehen ist noch nicht das Problem.
Das Problem ensteht dadurch, dass wir nicht wissen, dass wir uns in einer Filterblase befinden.
Wir gehen davon aus, dass wir das vollständige Angebot sehen.
Wenn wir uns in der wirklichen Welt bewegen, sehen wir auch oft nur einen Ausschnitt des vollständigen Angebots.
Aber hier sind wir uns dessen bewusst.
Wenn wir Plakate auf der Straße sehen, wissen wir, dass hier nur Veranstaltungen aus der Region zu sehen sind.
Wir wissen jedoch, dass es in anderen Regionen andere Veranstaltungen beworben werden.
Das ist also o.k.
Wenn wir jedoch aufgrund der Algorithmen des einen oder anderen obskuren Datenkraken – wir können auch sagen obskuren Algorithmen, denn das sind sie: obskur.
Denn noch nicht einmal die Entwickler der Algorithmen können mit Bestimmtheit das Ergebnis ihrer Entwicklung vorhersagen, geschweige denn erklären.
Brave New World!
Zurück zu den Algorithmen und ihren Datenkraken.
Wir wissen weder, dass wir in einer Filterblase sind, noch wissen wir, aufgrund welcher Korrelationen wir darin gelandet sind.
Und dieser Zustand entmündigt uns nun in zweierlei Hinsicht:

  1. Wir verlieren unsere informationelle Selbstbestimmung
  2. Wir verlieren die Herrschaft über unsere Daten

Datenkrakelige Manipulation

Ein über uns angelegtes Profil wird dazu verwendet werden uns zu manipulieren.
Manipulation hat für uns noch einen greifbaren und direkten Klang.
Was wir jedoch im Internet erleben läuft viel subtiler und freundlicher ab.
Wir fühlen uns sogar geschmeichelt, dass wir persönlich angesprochen werden.
Es schmeichelt unserem Ego, dass wir genau das Produkt empfohlen bekommen, welches wir (vermeintlich) schon die ganze Zeit auf unserem inneren (oder auch bei dem ein oder anderen Internetkonzern angelegten Merkzettel) angekreuzt haben.
Wir müssen uns jedoch bewusst machen, dass die Datenkraken dies nicht aus purer Nutzerfreundlichkeit tun, sondern diese haben klare wirtschaftliche Vorteile im Fokus.
Die Wahrscheinlichkeit, dass wir als Kunden etwas kaufen, das uns persönlich empfohlen wird – sei es durch „Freunde“ oder durch algorithmisch errechnete Vorlieben, ist um bis zu 30% höher als ohne profilgesteuerte Manipulation.
Das perfide an dieser Situation ist, dass es uns über die gesamte Dauer unseres Aufenthalts im virtuellen Raum verfolgt.
Es endet nicht damit, dass wir nicht mehr bei Amazon sind, nein auch wenn wir nach dem Wetter für die nächsten Tage schauen verfolgt uns immer noch die Werbung für den Geschirrspüler, den wir uns gestern angeschaut haben.
Wir werden subtil weichgekocht, bis wir endlich die nächste Generation unseres ja schon vollkommen überalterten vor zwei Monaten neu gekauften Smartphones kaufen.

Überwachung durch Profile

Profile bieten die Möglichkeit zu besserer und umfassenderer Überwachung.
Nicht nur dass Bewegungsprofile das Ergebnis der mittlerweile flächendeckenden Überwachung sind.
Die Kombination aus staatlicher und unternehmerischer Überwachung in Form von staatlichen und privaten Überwachungskameras erweitert durch die freiwillig vom Nutzer bereit gestellten Bewegungsdaten die durch Fitness-Tracker gesammelt werden.
Aber auch die vom Nutzer unfreiwillig abgezogenen Bewegungsdaten die durch die Anmeldung der Smartphones in Funkzellen entstehen tragen zu einem aussagekräftigen und umfassenden Bewegungsprofil bei.

Profile geben uns einen Wert

Na, das klingt doch mal prima!
…oder?
Ich will kein Preisschild angeheftet bekommen.
Schon gar nicht, wenn ich nicht weiß wer aufgrund welcher Kriterien diesen Preis errechnet hat.
Das jedoch geschieht wenn ein Profil von uns erstellt wird.
Wir werden bepreist.
So werden uns in Abhängigkeit von unserem Profil unterschiedliche Preise für dieselbe Ware angeboten.
Dieses Dynamic Pricing geht deutlich zu lasten unserer freien Wahlmöglichkeit auf welchem Weg und mit welchem Endgerät wir nach einem Produkt suchen.
Wir werden quasi aufgrund unseres Profils von den Datenkraken nicht nur ausgesaugt, sondern auch noch abgestraft mit höheren Preisen.
Eine andere Auswirkung vergleichender Profilbearbeitung sind Scoring-Agenturen. Zu den bekannten Faktoren die den Score – also den persönlichen Kreditwürdigkeitswert – beeinflussen wie Wohnort, Geschlecht und Alter kommen jetzt noch die Freunde und Updates die wir in den unsozialen Plattformen wie Facebook hinterlassen als Merkmale dazu.
Scoring-Agenturen sind meiner Ansicht nach sowieso schon Aasgeier der Datenwirtschaft, aber mit Big Data und der Auswertung unserer sozialen Profile haben diese hier nochmal einige Schippen an Verachtungswürdigkeit draufgelegt.

„No Man Is An Island“ (John Donne)

…es ist aber auch kein Mensch eine Schachtel!
Und in eine solche wollen uns die Datenkraken stecken.
Denn es ist für diese bequemer und kosteneffizienter, wenn wir alle kalkulierbar und quantifizierbar sind.
Ich will aber in keiner Schachtel sein!
Ich will noch nicht einmal in der “gehört-zu-keiner-Schachtel” Schachtel sein.
Wir sollten alles uns nur technik- und vor allem menschenmögliche tun, damit wir von den verdammten Datenkraken nicht verschachtelt werden!
Wir fühlen uns durch die angebliche Aufmerksamkeit, die wir durch personalisierte Profilbildung erhalten geschmeichet, aber letztendlich werden wir dadurch unserer Individualität beraubt.

Verlust der informationellen Selbstbestimmung

Wir erfahren weder wer unsere Daten sammelt, noch welche Daten über uns gesammelt werden.
Schon das ist ein klarer Verstoß gegen unser Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung.
Was jedoch noch gravierender wiegt, ist die Tatsache, dass wir nicht wissen, welche Profile von uns gebildet werden.
Uns wird vorenthalten, welche Parameter in den uns unbekannten Algorithmen eingesetzt werden um die Profile über uns zu errechnen.
Wir haben auch keinen Einblick darin, mit welchen anderen Daten die gesammelten Daten korreliert werden.
All dies verstößt massiv gegen den Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung.
Und dagegen sollten wir uns mit allen Mitteln wehren – ansonsten verlieren wir am Ende unsere Freiheit.

TL;DR

  • Du hast keine Wahl: Einschränkung unserer Wahlfreiheit
  • Tu was wir wollen: Manipulation durch Profile
  • Ich weiß was du gestern getan hast – ich rate was du morgen tust: Überwachung
  • Wert-volle Daten-Profile: Scoring mit Profilen
  • Kasten-Denken: Profile machen uns vergleichbar
  • Datenkraken bestimmen uns: Verlust der informationellen Selbstbestimmung

Im übrigen bin ich der Meinung, dass den Datenkraken vier Paar Tentakelschellen angelegt werden sollten!
[Update 2017-06-08: Link zu Dynamic Pricing korrigiert]