Wie kann ich meine Privatsphäre schützen?

Also schön.
Langsam dringt es durch die Hornhaut auf meiner Seele zu mir durch, dass ich selbst etwas tun muss, um meine Privatsphäre zu schützen, um mich nicht selbst in diesem ganzen Datenmüll zu verlieren.
Aber was? Und wo fang ich an?

Fang an, wo du bist.

Hier.
Jetz.
Setz dir nicht erst einen Startpunkt in der Zukunft, weil dann fängst du nie an.
Es ist auch wirklich nicht schwer anzufangen. Wir müssen nicht komplett alles, was wir bisher getan haben umkrempeln und auf den digitalen Müll werfen, sondern wir können Schritt für Schritt anfangen, unsere Privatsphäre zurückzuerobern und zu stärken.

Lüge, betrüge und täusche

Wir riskieren unsere Privatsphäre stark dadurch, dass wir zu viel von uns preisgeben – und das nutzen die Datenkraken dreist aus. Sie sammeln alles was sie von uns bekommen können – und bereitwillig geben wir es ihnen.
Es werden in so vielen Formularen so viele Daten von uns abgefragt, von der Schuhgröße unseres Hamsters über unsere Lieblingsfarbe der Gardinen bis zu unseren Geburtstagen, Geschlecht, zweiter Vorname der Schwiegermutter und all solche Sachen, die meistens vollkommen unnötig für die Erbringung der Dienstleistung sind, die wir an dieser Stelle in Anspruch nehmen wollen.

  • Ein Musik-Streaming-Dienst braucht deine Anschrift nicht, um dir Musik zu liefern. Sie wird gestreamt, nicht von der Post ausgetragen.
  • Und die Schuhgröße deines Hamsters muss auch niemand erfahren – es sei denn du bestellst Schuhe für deinen Hamster.

Deswegen ist mein Rat: Lüge! Betrüge! Täusche!
Gib – wenn es sich denn um ein Pflichtfeld handelt – falsche Daten an.
Die Datenkraken belügen dich auch – also warum zahlen wir es ihnen nicht mit gleicher Münze heim?
Wir haben nichts davon, wenn wir den Datensammlern diese Daten geben – also wenn sie Daten haben wollen – dann geben wir ihnen Datenmüll!

Erst denken – dann posten

Wir geben unsere Privatsphäre auch an anderer Stelle ganz freiwillig auf.
Niemand zwingt uns dazu, wir tun es einfach so.
Wir machen uns ganz selbstverständlich und ohne Zwang datennackt.
Wir begehen an uns selbst Datenmissbrauch, wenn wir ständig jeden Moment unseres Lebens posten, anstatt ihn zu genießen.
Niemand will sehen, was ich diesen Abend zu essen auf dem Tisch habe. Kein Mensch muss wissen, dass ich – erstaunlicherweise – auch an diesem Abend auf die S-Bahn warte um nach Hause zu fahren.
Niemanden interessiert das.
Auch dich nicht mehr, nachdem du es gepostet hast.
Deswegen ist ein ganz einfacher Schutz deiner Privatsphäre:
erst denken, dann posten.
Zähle bis zehn, dann überleg dir, ob es sinnvoll, hilfreich und gut ist, was du gerade posten willst.
Kannst du all diese Fragen klar mit “ja” beantworten, dann meinetwegen, poste es.
Ansonsten genieße einfach den Moment und behalte ihn für dich!

Niemand muss alles über dich wissen – schon gar nicht Facebook

Gib einfach nicht alle Daten preis!
Facebook und andere asozialen Plattformen vermitteln dir den Eindruck, dass du viel tiefer und erfolgreicher in diesem oder jenen Netzwerk eingebunden bist, je mehr du über dich preisgibst!
Deine Lieblingsfilme!
Die Fernsehserien für die du sogar deine Mutter verkaufen würdest, um sie nicht zu verpassen!
Deine Lieblingsapps!
Deine Schuhgröße (diesmal nicht die deines Hamsters – der hat ja sein eigenes Profil)!
Wann du geboren wurdest! Und wo! Und warum!
Was du von blauleuchtenden Pinguinflüglern hälst! Und warum!
Wo du wohnst! Und seit wann! Und mit wem!
Und wen du anbetest! Und warum nicht jemanden anderen!
Und wie deine sexuelle Orientierung ist (Facebook bietet die Wahlmöglichkeit aus mehr als 60 Orientierungen)!
Wenn du all das angibst, wirst du ein besseres Mitglied dieser Community! Genau!
Oder einfach nur vollkommen kontrolliertes Opfer, welches prima ausgebeutet werden kann.
Gib so wenig wie möglich preis.
Du brauchst den Schwachsinn nicht auszufüllen, damit du an diesem Netzwerk teilhaben kannst.
Es dient einzig dazu, dich in ein Profil zu pressen, um dir noch viel besser “genau auf dich abgestimmte Inhalte” aufzuoktroyieren.

Such selber, anstatt suchen zu lassen

Ich finde es schon albern, dass “googeln” es tatsächlich in den Duden geschafft hat. Tatsächlich mit der Bedeutung “etwas zu recherchieren”. Also weiter weg von recherchieren kann etwas mit Google suchen nicht sein.
Denn du findest nichts Neues. Du findest Dinge, von denen Google denkt, dass sie für dich wesentlich sind. Du bist in einer Filterblase gefangen, die sich immer stärker um die Dinge dreht, die du bereits kennst.
Das hat auch schon Adolph Freiherr von Knigge erkannt, dass es sich dabei um ein schlechtes Vorgehen handelt, als er folgendes sagte:

“Sei nie ganz müßig! Lerne dich selbst nicht zu sehr auswendig, sondern sammle aus Büchern und Menschen neue Ideen. Man glaubt es gar nicht, welch ein eintöniges Wesen man wird, wenn man sich immer in dem Zirkel seiner eigenen Lieblingsbegriffe herumdreht, und wie man dann alles wegwirft, was nicht unser Siegel an der Stirne trägt.”

“Lerne aus Büchern und Menschen neue Ideen.”
Lerne neue Ideen und zwar aus Büchern und Menschen. Google kann dir keine neuen Ideen liefern, denn es lässt dich “immer in dem Zirkel” der “eigenen Lieblingsbegriffe herumdrehen”.
Und dadurch wirst du “ein eintöniges Wesen”.
Darum, Mensch, befreie dich aus deiner selbstgewählten Unmündigkeit und suche frei.
Frei von Tracking und Vorfilterung.
Nutze Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Startpage. Hier wird deine Suche nicht vorgefiltert und du musst dich nicht weiter “in dem Zirkel der [Google-gewählten] Lieblingsbegriffe herumdrehen”.
Suche frei, Mensch!

Mach halt wieder ein paar Dinge analog

Leg dir ein Adressbuch zu.
Also ein richtiges Buch.
Mit echten Seiten.
Leuchturm1917 hat dafür ein ganz tolles Produkt.

  • Es ist immer da.
  • Es braucht keinen Strom.
  • Es ist kompatibel mit allen Stiften.

Kauf – oder bastel – dir einen Kalender.
Hier brauchst du dir keine Gedanken zu machen, wer deine geheimen Termine liest. Oder wem du den Kalender freigegeben hast.
Oder ob er Zugriff von deinen 97 datensaugenden Apps hat.
Es ist einfach ein Taschenkalender.

  • Du kannst darin rummalen,
  • kritzeln,
  • schreiben,
  • schmieren,
  • Seiten rausreißen und
  • wieder einkleben.

Es ist einfach schön.
Und jetzt überrasche mal jemdanden mit einer Postkarte.
Das ist viel schöner, individueller und persönlicher als ein blöder Post in deiner Timeline.

Das ist digitaler Ungehorsam!

Greifen wir zur Datenselbstverteidigung und schützen unsere Privatsphäre!

Wie unsere Privatsphäre beschränkt wird

Nachdem wir nun einige Ideen haben, warum wir unsere Privatsphäre schützen sollten, gebe ich jetzt einige Hinweise darauf, wodurch unsere Privatsphäre beschränkt wird.
Ich habe manchmal das leichte Gefühl paranoid zu sein – aber bloß weil alle hinter dir her sind, heißt das ja noch lange nicht, dass ich unter Verfolgungswahn leide 😉
So ungefähr können wir uns gut die Situation vorstellen, in der wir leben – meistens ohne das wir es bewusst mitbekommen.
Aber ganz im Spaß (ernsthaft möchte ich unsere Lage wirklich nicht bewerten, sonst verliere ich noch den Spaß am Leben – und das wär wirklich blöd), wir werden schon von ganz schön vielen Seiten in unserer Privatsphäre eingeschränkt.
Es fängt beim Staat an, geht weiter über die verschiedenen Geheimdienste (und da hören wir erstaunlicherweise meistens nur von den “befreundeten” Diensten…da will ich wirklich gar nicht wissen, wie die Nachrichtendienste der “unfreundlichen” Staaten uns aushorchen), Unternehmen, die nur unser Bestes wollen (nämlich unsere Daten) und endet schließlich bei uns selbst!
Ja, das ist jetzt der Moment für betretenes Schweigen.
Letztendlich sind wir selbst unser größter Feind.
Aber dazu komme ich noch später.
Ich fange jetzt mal beim Großen an und arbeite mich dann durch bis zum Kleinen. Allerdings ist das keine Wertung in der Reihenfolge. Jede Form der Überwachung ist schlimm.
Die Einschränkung unserer Privatsphäre findet bei diesen unterschiedlichen Überwachern auf verschiedenen Ebenen statt, was ihnen jedoch meiner Meinung nach gemein ist (was ganz schön gemein ist [Verzeihung, ich hatte heute einen Clown zum Frühstück]), ist die Tatsache, dass alle dadurch Kontrolle über uns ausüben wollen.
Und darauf habe ich mal so überhaupt keinen Bock.
Genug der Vorrede, los gehts.

Der Staat.

Unser lieber Staat (egal welcher Couleur die aktuelle Regierung ist, da ist Rot so Schwarz wie Grün eher ins Olivegrüne und Braun auch nicht mehr von Gelb, lila gepunktet oder Grau zu unterscheiden ist), möchte unsere Daten. Zum Terrorschutz. Zur besseren Altersvorsorge. Damit wir wissen, wieviele Gürteltiere so pro vermietetem Quadratmeter leben oder wo noch ein Atommüllendlager entstehen kann ohne dass zu viele Steuerhinterzieher auf die Cayman-Islands verschwinden. Egal welches Argument dafür aus dem Fabulierlexikon der Lobbyisten gezogen wird oder welche tote Sau mal wieder durch das politische Dorf gejagt wird – es hat alles nur den Grund mehr Kontrolle über uns zu erlangen. Und ein mehr an Kontrolle erreicht man sehr einfach durch ein weniger an Privatsphäre. Denn: Wissen ist Macht.
Für diesen Zweck werden dann so brandgefährliche, weil vollkommen unsichere Spielzeuge wie der elektronische Ausweis oder vollkommen untaugliche und rechtswidrige Maßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung angeleiert.

Geheimdienste.

Unsere Freunde. Die, die man ja nicht überwacht. Das sind die Besten. Vermutlich sogar die Besten der Besten der Besten, Sir! Naja, zumindest was der Ideenreichtum und die Skrupellosigkeit bei ihrer Datenschnüffelei angeht. Egal ob BND, NSA oder GCHQ, alle machen sie mit. Hören unsere Telefonate ab, lesen unsere E-Mails und werten unsere Kreditkartenabrechnungen aus.
Von Privatsphäre ist da keine Rede mehr – höchstens als irgendetwas, das möglichst schnell für “den höheren Zweck”, das “Allgemeinwohl” oder die “Terrorabwehr” geopfert werden muss.
Wir müssen halt Opfer bringen für unsere Sicherheit.
Als ob auch nur ein Terroranschlag verhindert worden wäre durch die nahezu vollkommene Überwachung dieser Maschinerie die Orwell sich nocht nicht mal in seinen wüstesten Träumen ausmalen konnte.
Dieses irrsinnige Missverhältnis von milliardenfacher Massenüberwachung um eine handvoll Terroristen zu verfolgen. Diese Terroristen müssen Monster leviathanischen Ausmaßes sein, wenn sie bei den Geheimdiensten solche Ängste auslösen, dass hier die Privatsphäre von Milliarden Menschen geopfert wird, um so ein paar Irre zu verfolgen.

Unternehmen.

Unternehmen schränken unsere Privatsphäre von einer ganz anderen Seite her ein. Diese werten die Daten, die sie bereits über uns besitzen aus, um daraus noch weitere Werte über uns zu berechnen.
Die Datenkraken setzen komplexe (und am Rande bemerkt höchst geheime) Algorithmen ein, um unsere Kreditwürdigkeit zu berechnen, um uns Vorschläge zu machen, was wir doch bitte als nächstes kaufen sollten, welches Lied wir jetzt am besten hören mögen, welchen Film wir gleich schauen sollten und wohin unsere nächste Urlaubsreise gehen muss.
Das tun diese unternehmerischen Gutmenschen natürlich nur für uns.
Natürlich.
Drauf gepfiffen! Ich will das nicht! Ich will entscheiden, was ich als nächstes esse, welches Lied ich höre, wohin und wie ich meine nächste Reise mache.
Es ist schon schlimm genug, dass sich diese, diese Datenmonster anmaßen mich zu kennen, die Vorstellung haben, mich verstanden zu haben. Zu wissen wie ich ticke. Ach! Ihr armen Technologie-Jünger, ihr tut mir leid!
Nichts wisst ihr.
Ihr gaukelt euren Kunden – ich will lieber sagen: euren Datenquellen – vor, ihr würdet jeden individuell behandeln. Nein, das wollt ihr nicht. Ihr wollt, dass alle gleich sind, denn dadurch steigt euer Profit nämlich viel besser.

Wir selbst.

Endlich bin ich beim Kern unserer Beschränkung angekommen.
Es ist eine Selbstbeschränkung, nein eine Selbstverstümmelung gar.
Wir selbst sind unser schlimmster Feind. Wir selbst überwachen uns am stärksten. Freiwillig!
Wir liefern schön artig unsere Schlafzyklen ab.
Wir lassen unsere Schritte zählen.
Teilen großzügig der Welt mit, wann wir Sex haben weil unser smartes Thermostat einen Anstieg der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer feststellt, posten unseren Blutdruck durch unser „Fitness“-Armband, vermessen unseren Blutzuckerspiegel durch „smarte“ Kontaktlinsen und sagen wirklich ständig wann wir wo sind durch die Geodaten, die wir mit Fotos teilen oder durch die Routenberechnung mit GoogleMaps in unseren Smartphones.
Und noch mehr: Wir liefern die Bilder unserer eigenen Heimüberwachungskameras freiwillig ab, damit diese von Gesichtserkennungsprogrammen ausgewertet werden und misbraucht werden können.

Sind wir denn noch zu retten?

Ja.
Ich bin überzeugt davon, denn ich habe Ideen und Gedanken dazu, wie wir uns selbst retten können. Denn genauso wir selbstverschuldet in diesen Überwachungsalbtraum eingetaucht sind, genauso können wir uns selbstverantwortlich daraus befreien.
Und ich kann euch dabei helfen.

Wozu brauche ich denn eine Privatsphäre?

“Wozu brauche ich denn Privatsphäre?”

Diese Frage taucht oft im Anschluss an meine Gedanken zum Thema “Ich hab doch nix zu verbergen!” auf.
Ich will hier einige Anregungen dafür geben, wozu wir unsere Privatsphäre brauchen und warum ich glaube, dass wir ohne unsere Privatsphäre nicht wir selbst wären.
Jeder von uns braucht einen geistigen Sandkasten, in welchem Ideen betrachtet werden können, ohne dass hier von außen Einfluss genommen werden kann. Wir brauchen ein Labor in welchem wir mit Gefühlen und Gedanken experimentieren können, ohne dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Dieser Freiraum gibt uns Kraft unsere Identität zu bewahren.

Individualität

Ich bin überzeugt davon, dass wir ohne unsere Privatsphäre keine Individualität entwickeln, bzw. leben können. Wenn alles über uns bekannt ist, dann können wir keine eigenständige Persönlichkeit entwickeln.
Eigene Gedanken, eigene Ideen, ein eigener Kopf entwickelt sich nicht im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Hierzu bedarf des dem Kerzenschein der Heimlichlichkeit. Ganz nebenbei wird uns dies sogar in Artikel 2 des Grundgesetzes mitgegeben.

Entwicklung

Neben der Entfaltung der eigenen Individualität (oh, ein schöner Pleonasmus, fällt mir gerade dabei auf 🙂 ), findet auch Wachstum, Wandel und Entwicklung nur im heimlichen Raum der Privatsphäre statt. Das bringt auch Stephen Fearing in seinem Song “Me & Mr. Blue” schön zum Ausdruck: “Changes always happen best in privacy”.
Wenn wir überwacht werden und unsere Privatsphäre immer weiter eingeschränkt wird, ist für uns einfach keine Entwicklung mehr möglich. Wir werden blasse Kopien der vermeintlichen Idealvorstellungen, die uns durch Medien, Werbung und Gesellschaft vorgehalten werden.

Freier Wille

Wenn alles von uns bekannt ist, wenn jede unserer Entscheidungen öffentlich gemacht ist, haben wir auch keine Möglichkeit mehr uns frei zu entscheiden.
Wenn wir uns lediglich an Recht und Gesetz halten können, weil jede unserer davon abweichenden Handlungen als falsch vorgeworfen und entsprechend geahndet wird, nimmt uns dies unseren freien Willen. Eine Handlung, die nur in dieser Form ausgeführt wird, weil wir wissen, dass wir überwacht werden, verliert jeden Anspruch daran, gut zu sein.
Die Entscheidung, ob etwas richtig oder falsch ist liegt in unserem eigenen Ermessen und nicht darin, ob die Gesellschaft dies als richtig oder falsch festlegt. Wird uns dieser Ermessensspielraum dadurch genommen, dass wir keine Privatsphäre mehr haben, um diesen Ermessensspielraum auszuloten, dann verlieren wir auch unseren freien Willen und werden zu reinen Befehlsempfängern degradiert.

Kreativität

Nur im sicheren Raum unserer Privatsphäre ist Kreativität möglich.
Neue Ideen müssen im Geheimen entstehen. Die Öffentlichkeit unterdrückt ungewöhnliche Gedanken und kopiert lieber allseits Bekanntes. Wenn kein Raum für unpopuläre Ideen vorhanden ist, wird der Mainstream einfach immer wieder in einer neuen Verkleidung hochstilisiert.
Das ist langweilig.  Das bringt uns nicht weiter.
Wirklich Neues entsteht nur im Privaten. Wird aber eine neue Idee gleich an die Öffentlichkeit gezerrt, weil es einfach keine Privatsphäre mehr gibt, ist diese gleich dem Vergleich mit dem Mainstream ausgesetzt und hat hier nur, als junge, ungezähmte Idee, wenig Kraft sich zu entwickeln. Wächst diese Idee jedoch in einem geschützten und geheimen Bereich der Privatsphäre heran, so ist sie kräftig genug, um sich freiwillig der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Schutz vor Manipulierbarkeit

Unsere Privatsphäre ist auch ein stabiler Schutzwall gegen die immer stärker zunehmende Manipulation unseres Lebens, unserer Entscheidungen. Datensammler versuchen unsere Privatsphäre immer stärker einzuschränken, damit sie immer bessere Profile von uns erstellen können. Diese Profile geben mehr und bessere Ansatzpunkte, um uns zu manipulieren.
Wenn wir jedoch unsere Privatsphäre stärken indem wir weniger über uns preisgeben, schützen wir uns vor desen Manipulationsversuchen.

“Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.”

Was können wir jetzt jedoch konkret tun, um unsere Privatsphäre zu schützen?
Mein Tipp heute lautet:
Seid datensparsam!

  • Überlegt, bevor ihr etwas postet.
  • Überlegt, ob es notwendig ist.
  • Überlegt, ob es hilfreich ist.
  • Überlegt, ob es freundlich ist.

Und falls eines davon nicht zutrifft, halte ich mich eben an Oscar Wilde:
“Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.”

Wozu brauche ich denn Privatsphäre – ich hab doch nix zu verbergen!

Als Begründung für den fragwürdigen Umgang mit den eigenen Daten höre ich immer wieder das Argument “Ich habe doch nichts zu verbergen!”. An dieser Stelle schüttele ich regelmäßig voller Verwirrung meinen Kopf und ich überlege, ob ich hier möglicherweise einfach sehr stur oder sehr uneinsichtig bin. Bisher habe ich für mich jedes Mal dieselbe Antwort gefunden. Nein, ich bin nicht uneinsichtig und ja, ich habe weiterhin etwas zu verbergen.
Ich will hier einige Punkte aufzeigen, die hoffentlich verdeutlichen, warum ich die Aussage “Ich habe doch nichts zu verbergen!” für kurzsichtig, ja sogar für gefährlich halte.
Wenn jemand sagt “Ich habe doch nix zu verbergen!”, zeigt sie oder er auf den ersten Blick zwei Dinge:

  1. Sie (oder er) handeln nach seiner (oder ihrer) Überzeugung entsprechend der geltenden Regeln und Konformismen.
  2. Er (oder sie) will ein leuchtendes Vorbild an Transparenz sein.

Das sind beides beachtenswerte Ansichten.
Nur glaube ich nicht, dass es tatsächlich so ist.

Nichts zu verbergen, weil regelkonform

Ich halte es schlicht für unmöglich, dass sich ein Mensch an alle (zumal diese sich oft genug widersprechen) Regeln und Konformitäten halten kann.
Jedem von uns ist schon mehr oder weniger häufig ein Regelverstoß vor die Füße gefallen. Und möglicherweise hält dieser Mensch dies auch gar nicht für maßgeblich, da ihm (oder ihr) dieser Regelverstoß gar nicht aufgefallen ist. Es kann auch sein, dass dieser Regelverstoß in die persönliche Grauzone von “ach das ist jetzt aber nicht so schlimm” fällt und daher garnicht als ein solcher betrachtet wird.
Das Blöde bei einem Fehlen der Privatsphäre aber ist, dass es hier einfach keine Grauzone mehr gibt. Alles ist öffentlich. Alles wird nur nach Regeln und Gesetzen bewertet, die eigene Einschätzung einer Situation hat keine Bedeutung mehr.
Da ist halt das kurze Halten im Halteverbot ein Verstoß gegen die Gesetze.
Da ist das Fußballspielen auf der Wiese ein Regelverstoß.
Es gibt einfach keine persönliche Grauzone mehr, in der man sich selbst ausloten kann. Wenn kein Raum für Privatsphäre da ist, gibt es auch keinen Raum für persönliche Entscheidung.

Vollkommene Transparenz

Vollkommene Transparenz zu leben ist eine furchtbare Dystopie.
Ich denke, dass jeder der versucht dies zu erreichen, zum Scheitern verurteilt ist. Niemand kann vollkommene Transparenz leben. Es ist schlicht unmöglich, weil wir einfach unsere Umwelt mit unseren Eindrücken, Ideen, Gedanken und Gefühlen überfluten würden.
Was aber noch viel wichtiger ist, wir können einfach nicht alles von uns preisgeben, da wir sonst uns selbst preisgeben würden.
Wir brauchen unsere Privatsphäre einfach dafür, um zu sein.
Wir können uns nur in einem Raum entwickeln, in dem wir ganz wir selbst sein können. Wir brauchen unsere Geheimnisse, wir brauchen unsere Abgründe, die sonst niemand kennt.

Freier Wille

Ein weiterer Grund für die Notwendigkeit einer Privatsphäre ist der freie Wille.
Wenn alles über uns bekannt ist, haben wir keine Wahl mehr uns für das Richtige zu entscheiden.
Wir können uns dann nicht mehr entscheiden, bei Rot über die Ampel zu gehen, weil es sofort öffentlich bekannt sein würde, dass wir einen Regelverstoß begangen haben.
Und dieses Wissen, dass alles öffentlich ist, was wir tun, zwingt uns dazu, uns regelkonform zu verhalten. Wir müssten uns immer an alle Regeln und Gesetze halten und hätten einfach nicht mehr die Möglichkeit, uns – und sei es nur insgeheim – abseits der erlaubten Pfade zu bewegen.
Es besteht einfach keine Wahlfreiheit mehr für uns, uns richtig oder falsch zu verhalten. Dadurch wird regelkonformes Verhalten zum Zwang und wenn hier Zwang als Grund für das Verhalten vorliegt, ist es nicht mehr gut, weil eben die Wahl, das Richtige zu tun fehlt.
Es geht noch weiter: Unsere Demokratie wäre ad absurdum geführt.
Freie, geheime Wahlen wäre nicht mehr möglich. Jeder wüsste, wen und ob wir gewählt haben. Das wäre das Ende unserer frei gewählten Gesellschaftsform.
Zum Abschluss meiner Gedanken möchte ich noch einen ganz konkreten und pragmatischen Hinweis auf die Notwendigkeit von Privatsphäre geben: Passworte.
Wir alle nutzen Passworte und niemand kommt auf die Idee, diese Passworte öffentlich zu machen.

Verbirg deine Geheimnisse!

Also schließe ich mit den Worten:
Wir haben alle etwas zu verbergen.
Darum meine eindringliche Bitte an euch, macht euch stark für eure Privatsphäre und beginnt mit starken Passworten. Vielleicht, indem ihr einen Passwort-Manager wie Master Password oder KeePassX verwendet.

Vorsätzlicher Schutz der Privatsphäre

Diesen Jahreswechsel nehme ich als Anlass, um einen Bewusstseinswechsel im Hinblick auf unsere Privatsphäre anzuregen.
Wir nehmen doch gern diesen Moment zwischen den Jahren als Meilenstein, um uns neuen Ideen, neuen Gedanken, neuen Eindrücke für unser kommendes Jahr zu öffnen.
Warum dann dieses Jahr nicht auch ein wenig ins Zeichen des Schutzes der eigenen Privatsphäre stellen?
Darum stelle ich hier einige Ideen zusammen, die ihr euch vorschlage im kommenden Jahr anschauen und auch möglichst umsetzen solltet.

Nutzt einen Passwort-Manager

Es ist unbedingt notwendig für jeden genutzten Dienst ein eigenes, sicheres (!) Passwort zu verwenden.
Ich weiß nicht wie es euch dabei geht, aber ich bin kein Gedächtniskünstler. Mir fällt es schwer, dreiundzwanzig unterschiedliche und jeweils siebzehnstellige Passworte zu merken.
Daher bin ich ein begeister Nutzer von Passwort-Managern. Diese helfen mir dabei, sichere Passworte zu erzeugen (die auch per social Engineering erraten werden können) und zu verwalten.
Was an dieser Stelle ganz arg wichtig ist: nie, nie, nie, niemals – auch nicht wenn die Hölle zufriert oder ihr denkt es sei ein Liebesbeweis: Verratet niemandem eure Passphrase für euren Passwort-Manager. Das schließt auch übrigens die NSA, Google, Apple, Microsoft und sonstige Idioten ein, die es für eine gute Idee halten, euch zu empfehlen eure Passwörter online abzulegen.
Meine Favoriten als Passwort-Manager sind:

Die sind beide gut und es ist quasi geschmackssache, welches ihr verwendet 🙂

Wirf deine Payback-Karte weg!

Payback, diese wundervolle Kundenzufriedenheitsprogramm…ach, Entschuldigung, ich meinte Kundendatenabschnorchelprogramm, sollte wirklich in jedem Haushalt fehlen!
Ja, richtig gelesen. Es soll fehlen!
Wirf deine Payback-Karte weg! Jetzt. Sofort. Weg damit!
Deine Daten sind viel zu wertvoll für die lächerlichen paar Punkte mit denen du dort abgespeist wirst!
Schätz dich nicht so gering, dein Kaufverhalten ist mehr Wert als einen lächerlichen Sammelpunkt pro umgesetzten Cent.
Tu es jetzt, sonst beisst du dir später ein Monogramm in den Hintern, dass du so fahrlässig mit deinen Daten umgegangen bist.

Kündige dein PayPal-Konto.

PayPal bietet eine grotesk schlechte Sicherheit für deine Daten. So ist es zum Beispiel bei PayPal möglich, das Passwort eines gekaperten Zugangs telefonisch zurückzusetzen, indem einfach statische Daten über den echten Besitzer des PayPal-Kontos abgefragt werden. Brian Krebs hat dokumentiert wie so ein Angriff abläuft.
Es gibt immer eine alternative Zahlungsmöglichkeit zu PayPal. Und sollte ein Dienst wirklich nur PayPal als Zahlungsmittel anbieten, dann solltest du dir grundsätzlich Gedanken über den Einsatz dieses Dienstes machen.

Such dir einen sicheren Messenger.

Nein, WhatsApp ist nicht die beste Wahl für einen Messenger. Es ist noch nicht mal nahe dran.
Und komm mir jetzt nicht mit dem Argument: “Aber die anderen verwenden es doch alle.”. Oder frisst du etwa Scheiße? Das ist die gleiche Argumentationsschiene, schließlich machen das Milliarden von Fliegen auch.
Also sei halt ein bissel cooler als die träge Masse und nutze Signal. Ja, du musst hier selbst tätig werden und Überzeugungsarbeit in deiner Peer-Group leisten, aber es geht hier schließlich um deine Daten und deine Privatsphäre.

Schmeiß Flash von deinem System.

Immerhin habe ich regelmäßig etwas zu lachen, wenn ich mal wieder lese, dass Adobe schon wieder, häufig außer der Reihe, Flash patchen musste, weil schon wieder eine – oder eher neunzehn – Sicherheitslücken aufgetaucht sind.
Liebe Leute, lasst euch sagen,
ihr solltet es wagen,
ein Surfleben lässt sich sehr gut auch ohne Flash ertragen.
Also, ähnlich schlecht wie dieser Reim ist tatsächlich die Sicherheit die hinter Flash steht (nein, die ist tatsächlich noch um Längen schlechter!).
Ich halte es für lächerlich und unverantwortlich an einem so löchrigen System festzuhalten.
Und wie ich mittlerweile festgestellt habe, online aktiv zu sein funktioniert prächtig auch ohne Flash.
Probiert es einfach selbst aus. Ihr werdet sehen, es geht tatsächlich sehr gut.
Liebe Leser, dies sind meine Vorschläge für Vorsätze zum Schutz eurer Privatsphäre im neuen Jahr.
Schaut sie euch an, probiert sie aus und vor allem: habt Spaß dabei!
Ich wünsche euch einen entspannten Start in das neue Jahr und mir wünsche ich, dass ihr meine Tipps und Gedanken ganz undogmatisch für euch prüft. Es geht hier um euch und eure Privatsphäre. Macht was draus 🙂

Man kann nicht nicht entscheiden

Mir ist klar geworden, dass wir in unserem Leben immer eine Entscheidung treffen.
Man kann nicht nicht entscheiden.
Wir müssen Verantwortung übernehmen für unser Leben. Und ein wichtiger Schritt dabei ist, Entscheidungen zu treffen.
Man kann nicht nicht entscheiden.
Wenn wir nicht entscheiden, dann wird uns unsere Entscheidung von äußeren Kräften abgenommen – und das ist nicht im Sinne eines selbstbestimmten Lebens.
Was unsere Privatsphäre angeht – und auch jede andere Entscheidung in unserem Leben – ist eine nicht getroffene Entscheidung immer eine Entscheidung gegen unsere Überzeugung.

Nicht wählen ist nicht nicht wählen

Wenn wir uns dazu entscheiden, an einer Gesellschaft teilzuhaben, die auf Wahlen gründet und wir an einer Wahl nicht teilnehmen, dann geben wir unsere Stimme immer demjenigen Kandidaten, den wir am wenigsten haben wollen.
Wenn wir hingegen wählen, nicht an einer solchen Gesellschaft teilhaben zu wollen und daher nicht an der Wahl teilnehmen, haben wir aktiv gehandelt uns gegen die Wahl entschieden.

Nicht kümmern ist nicht schützen

Dasselbe gilt auch für unsere Privatsphäre. Wenn wir keine Entscheidung für den Schutz unserer Privatsphäre treffen, schwächen wir unsere Privatsphäre damit.
Wir können den Schutz unserer Privatsphäre ebenfalls auch nicht in die Hände anderer legen. Es geht hier um unser Innerstes. Es geht hier um unsere Werte und alles was uns im Innersten ausmacht.
Das bedeutet, wir müssen lernen uns selbst zu schützen. Es bringt nichts, diesen Schutz obskuren Tools anheimzustellen.
Es hilft auch nichts, den Kopf zu verlieren und zu jammern, dass “da draußen” ja so große Kräfte wirken, da könne man ja nichts dagegen unternehmen.
Und zu behaupten, es beträfe einen ja gar nicht, denn “ich habe ja nichts zu verbergen”, das bringt auch nichts. Damit lügen wir uns nur selbst an.

Entscheide dich zu handeln

Wir müssen erkennen, dass wir selbst handeln müssen.
Wir sind nicht hilflos.
Wir wollen unsere Daten für uns behalten.
Wir haben eine Privatsphäre, die es wert ist, geschützt zu werden.
Und das Gute ist, wir sind nicht allein.
Es gibt Hilfe.
Ich kann eure Privatsphäre nicht schützen.
Aber ich kann euch befähigen, damit ihr eure Privatsphäre selbst schützen könnt.
Wir müssen uns entscheiden.
Wir müssen uns entscheiden, unser Leben in unsere eigenen Hände zu nehmen.
Wir müssen uns für den Schutz unserer Privatsphäre entscheiden.
Entscheidet euch, zu entscheiden.

Spionagesoftware und Vertrauen

Es gibt mittlerweile auch für den geneigten Amateur-Schnüffler Software, welche umfassend die Kommunikation des auserwählten Zieles überwachen kann.
Ich überlege in diesem Artikel, wie sich eine solche Software auswirkt auf das Vertrauensverhältnis einer Beziehung in der eine solche monströse Überwachungsmaßnahme eingesetzt wird.
Ich versuche beide Standpunkte zu beleuchten, schicke jedoch vorraus, dass ich für mich eine klare Meinung zu diesem Thema habe.
Spannend finde ich dieses Thema auch, weil es den Bereich Schutz der Privatsphäre aus einem ethisch-moralischen Blickwinkel betrachtet.
Es zeigt mir, dass der Themenkomplex Privatsphäre und Datenschutz mehr umfasst als die persönliche Befindlichkeit eines Einzelnen. Es geht uns alle an und je stärker wir in die Gesellschaft eingebunden sind, umso stärker betrifft uns auch die Wahrung unserer Privatsphäre und unserer Daten.
Beispielhaft lehne ich mich an der Funktionalität der Überwachungssoftware mSpy (ich verlinke diesen Dreck hier absichtlich nicht) an. Dieses Überwachungstool wirbt mit der vollkommen bescheuerten Frage, ob dem Kunden der “Schutz Ihrer Kinder oder Ihres Unternehmens” nicht wert wäre, diese Software einzusetzen.
Aber erstmal, was verspricht diese Software?
Die mobile Variante überwacht die GPS-Position der Funkgeige, das gesamte Anrufprotokoll, alle Kurznachrichten wie SMS, MMS, WhatsApp, SnapChat, die Bilder- und Videogalerie, E-Mails, Kalender und Adressbuch, Surf-Historie, App-Historie und bietet zusätzlich eine allgemeine Fernsteuerbarkeit der Funkgeige.
mSpy suggeriert, es könne Kindern oder Unternehmen Schutz durch Überwachung bieten.
Schauen wir uns einen konstruierten, aber durchaus möglichen Fall an, bei dem wir die Auswirkungen betrachten, wenn mSpy zum Einsatz gebracht wird und wenn nicht.
Nehmen wir folgende Situation an:
Ein verheiratete Frau mit zwei Kindern vermutet, dass ihr Mann eine Affäre hat und das Familienglück riskiert.
Konstruieren wir weiter.
Wie kommt sie zu dieser Vermutung?
Ihr Mann arbeitet regelmäßig bis spät Abends, ist daheim abweisend, müde und telefoniert auch nach seinen Bürostunden noch lang und viel.
Seine Partnerin vermutet nun eine Affäre dahinter, da ihr Gatte ihr nur unwirsch auf ihre Nachfragen antwortet, er müsse halt viel arbeiten.
Aus Angst um ihre Familie und ihre Zukunft setzt sie nun eine Spionagesoftware ein, um ihren Partner zu überwachen.
An dieser Stelle gibt es mehrere mögliche Ergebnisse dieser Überwachung.

  1. Die Frau stellt fest, dass ihr Mann sie betrügt. Sie hat jetzt Gewissheit über ihre Vermutung erhalten.
  2. Die Frau stellt fest, dass ihr Mann tatsächlich so viel arbeitet, wie er immer behauptet hat.
  3. Die Frau stellt weder das eine noch das andere fest und bleibt in ihrer Ungewissheit.

Im Fall 1 ist es gar nicht sichergestellt, dass die überwachte Kommunikation tatsächlich von ihrem Mann stammt.
Es könnte sein, dass sich jemand die Funkgeige angeeignet hat und seine Kommunikation darüber führt. Klingt nach Verschwörungstheorie, aber das ist ja das Thema Überwachungssoftware auch schon. Und weiterhin gibt es das Problem, dass wir gar nicht wissen, ob die gesammelten überwachten Daten tatsächlich von der vermeintlich überwachten Funkgeige stammen.
Vielleicht hat ja der Hersteller der Überwachungssoftware ein Problem in seiner Datenhaltung und es werden dem Überwacher falsche Informationen mitgeteilt.
Schon wenn wir uns den Fall 2 betrachten, können wir feststellen, dass die Frau auch hier keine Gewissheit erlangen kann. Ihr Mann könnte einfach so clever sein, dass er seine Affäre analog auslebt (was sowieso viel romantischer ist) und er überhaupt keine Kommunikation über die überwachte Funkgeige durchführt. Oder er hat eine zweite, nicht überwachte Funkgeige.
Also wir können sehen, schon hier erhöhen wir sogar den Grad an Unsicherheit noch, anstatt Gewissheit durch Überwachung zu schaffen.
Leider ist dieser Gedankengang der Frau nicht bewusst, denn wäre ihr dies bewusst, hätte sie diesen Überwachungsirrsinn gar nicht begonnen.
Auch Fall 3 führt zu dem Ergebnis, dass hier durch die Illusion der Sicherheit und Gewissheit, die nicht erreicht wird (niemals erreicht werden kann) ein höherer Grad an Unsicherheit und Ungewissheit erreicht wird.
Jetzt betrachte ich die Auswirkungen auf die Überwacherin auf die drei vorgestellten Ergebnisse.
Im Fall 1 kann die Überwacherin jetzt mit den vermeintlichen Überwachungsergebnissen ihren Mann konfrontieren.
Meiner Überzeugung nach ist diese Beziehung spätestens nach dieser Ansprache endgültig gescheitert. Entweder trennt sich jetzt die Frau von ihrem Mann, weil sie ja jetzt sicher weiß, dass sie betrogen wurde. Oder ihr Mann trennt sich von ihr, da dieser – beiderseitige – Vertrauensbruch keine Basis für eine Beziehung ist.
Tja, im Fall 2 kann die Frau ja jetzt ganz entspannt sein, weil sie annimmt, dass ihr Mann ja einfach richtig viel arbeitet.
Aber weiß sie das tatsächlich?
Falls ihr Partner sich halt raffiniert und analog verhalten hat, kann er jetzt ganz entspannt seiner Affäre weiter nachgehen, denn er kann vermuten, dass er jetzt ja nicht weiter überwacht wird.
Und bei der Überwacherin? Plagt sie jetzt vielleicht ein schlechtes Gewissen, weil sie ihren Mann zu unrecht überwacht und verdächtigt hat? Das ist ein schwierige Situation, finde ich. Und sicher ebenfalls keine gute Grundlage für eine harmonische Beziehung.
Wie geht es jetzt weiter? Gesteht sie ihrem arbeitssamen Mann, dass sie ihn überwacht hat? Wie würde dieser auf einen solchen Vertrauensbruch reagieren? Beendet er jetzt vielleicht die bis dahin intakte Beziehung, weil es für ihn unerträglich ist zu unrecht verdächtigt und überwacht zu werden?
Nun, wie sieht es bei Fall 3 aus?
Hier läuft es darauf hinaus, dass die Frau ihrem Partner vertrauen muss. Sie kann ihren Verdacht äußern und dieser wird entweder bestätigt oder widerlegt. Es muss in jedem Fall eine Kommunikation zwischen den Partnern stattfinden. Es kann auch nicht geklärt werden, wo hier die Wahrheit liegt. Wir haben jedoch dieselbe Situation wie in Fall 2: Wie wird der Mann auf die Tatsache, dass er überwacht wurde reagieren?
Jetzt betrachten wir diese Situation aus dem Blickwinkel ohne den Einsatz einer Spionagesoftware.
In diesem Szenario hat die Frau zwei Möglichkeiten mit der Situation umzugehen.

  1. Sie macht die Sache mit sich selbst aus und hat jetzt wieder zwei Möglichkeiten.
    1. Sie weist ihre eigenen Vermutungen zurück und beschließt für sich ihrem Mann zu vertrauen, dass er keine Affäre hat. Sie kann jetzt ihre Beziehung weiterführen.
    2. Sie beschließt ihren Vermutungen Glauben zu schenken und zieht ihre Konsequenzen, indem sie ihre Beziehung für gescheitert erklärt.
  2. Sie konfrontiert ihren Mann mit ihrer Vermutung.
    Hier fallen mir zwei Szenarien ein.

    1. Der Mann gibt seine Affäre zu. Jetzt hat die Frau Gewissheit und kann darauf ihr weiteres Handeln aufbauen.
    2. Der Mann erklärt ihr glaubhaft, dass er keine Affäre hat. Vermutlich wird diese Krise gelöst werden können.

Was schließe ich auch diesem konstruierten, jedoch möglichen Ablauf?
Die Überwachung eines Menschen – besonders wenn es um den Lebenspartner oder gar um Kinder geht – ist ein Eingriff in die Privatsphäre und die Freiheitsrechte eines Menschen, der meiner Überzeugung nach nicht hinnehmbar ist.
Versuchen wir ein Miteinander auf Überwachung und Kontrolle aufzubauen, schaffen wir eine Scheinwelt von Sicherheit in welcher jegliche Authentizität verloren gegangen ist. Gründen wir jedoch ein Miteinander auf Vertrauen, dann können wir freiheitlich unser eigenes Leben leben und erweitern und schaffen ein gesundes Klima für Kreativität, Offenheit und Neugier.
Überwachung schadet allen, sowohl den Überwachern als auch den Überwachten.
Ach, noch ein Wort zur Spionagesoftware mSpy, die mir hier als Ideenlieferant für diese perfide Überwachungsmaschine diente.
mSpy wurde dieses Jahr gehackt und es wurden 400000 Kundendaten dabei offengelegt. Herzlichen Glückwunsch an alle Kunden von mSpy.

“Quis custodiet ipsos custodiens?”

VPN und Privatsphäre

Hmm, doch mal ein technisch klingender Artikel 🙂
Naja, lassen wir uns nicht abschrecken und konzentrieren uns darauf, was diese Technologie jetzt für uns tun kann.
Aber ganz kurz zum Einstieg, was is‘ nu ein VPN?
Ein VPN ist ein virtuelles privates Netzwerk, also ganz grob gesagt ein sicherer Tunnel durch das unsichere Internet, der nicht abgehört werden kann. Wer gerne mehr über die Technologie lernen möchte, bei Wikipedia wird das ganze ausführlich beschrieben.
Wie hilft VPN jetzt meine Privatsphäre zu schützen?
Durch die Verschlüsselung der Daten während der Übertragung wird die Sicherheit der Daten gewahrt. Das bedeutet, niemand hat etwas davon, wenn er mir meine Daten während der Übertragung abschnorchelt. Alles was der Datenabschnorchler sieht, sind unleserliche Daten. Aus diesem Grund ist VPN ein unerlässliches Werkzeug zum umfassenden Schutz unserer Privatsphäre. Es errichtet einen sicheren Tunnel für unsere Daten durch das Minenfeld der Überwacher.
VPN hilft mir auch noch von anderer Seite.
Dadurch, dass ich auswählen kann, mit welchem Server ich mich verbinde, kann ich Inhalte abrufen, die mir aufgrund irgendwelcher Bestimmungen (Digitale Rechteminderung, Zensur) in dem Land, in dem ich mich physisch befinde, nicht verfügbar sind.
Somit ist VPN insbesondere für Länder mit einer rigorosen Zensur des Internets geradezu eine Notwendigkeit, um ein ungefiltertes Bild der Welt erhalten zu können (und sei es nur, um selbstgewählt in die Filterblase bei Facebook oder Twitter einzusteigen 😉 ):
Aber auch in so freiheitlichen Ländern wie Deutschland (hust, hust) ist es durchaus sinnvoll ab und zu ein VPN zu bemühen.
Ich denke hier gerade nur an so digital rechtegeminderte Inhalte, die uns auf Youtube nur mit dem traurig-schmollenden Smiley (ist ein trauriger Smiley eigentlich ein Smiley? [ach ne, das heißt ja Emoticon]) präsentiert werden, der mir sagt: “Dieser Inhalt ist in deinem Land leider nicht verfügbar”. Was für ein idiotischer Rotz. Natürlich ist er verfügbar, aber die Content-Mafia lässt es halt nicht zu…also greifen wir zu Mitteln der digitalen Selbsthilfe in der Form von VPN und verbinden uns mit einem Server in einem Land, wo der Inhalt verfügbar ist. Voila.
Was VPN jedoch nicht bieten kann, ist Anonymität.
Wir haben bei der Verwendung von VPN immer noch eine IP-Adresse, mit welcher wir identifiziert werden können. Und mit den wundervollen Mitteln der Vorratsdatenspeicherung können wir damit immer noch ermittelt werden.
Außerdem werden wir mittlerweile über viel subtilere Methoden, als über unsere IP-Adresse ausgehorcht.
Und gegen Tracking-Maßnahmen wie Cookies oder Verhaltensanalyse unseres Tipp-Verhaltens hilft kein VPN.
Gegen Cookies hilft das regelmäßige Löschen unseres Browser-Caches und gegen die Verhaltensanalyse meines Tipp-Verhaltens gibt es – zumindest für Chrome ein Plug-in: Keyboard Privacy.
Dieses Tool, initiert von Paul Moore, verschleiert erfolgreich die uns ganz eigene Art, Eingaben über die Tastatur zu machen 🙂
Um anonym im Netz unterwegs zu sein, kann man das Tor-Netzwerk nutzen. Dieses dient zur Anonymisierung im Internet.
Wie kann ich jetzt aber VPN nutzen?
Wenn mir jetzt klar ist, dass ich VPN nicht als Wundermittel zum Schutz meiner Privatsphäre nutzen kann (das Wundermittel zum Schutz meiner Privatsphäre trage ich immer bei mir: Kopf hoch! Gehirn einschalten – Daten behalten), gibt es einige Dienste, die mir die notwendige Infrastruktur bieten, um eine gesicherte Verbindung für meine Kommunikation aufzubauen. Ich finde VyprVPN eine ganz passable Lösung (und mir gefällt der Name und das Logo 🙂 ) – ich schaue halt mit entspanntem Schulterzucken über die großartigen Werbeaussagen hinweg. Is’ halt Marketing 🙂
Mike Kuketz hat in seinem Blog das Thema VPN und die Illusion der Anonymität noch ausführlicher beleuchtet.

Urlaub mit geringem Datenabdruck

Hier stelle ich einige Tipps und Gedanken vor, die uns helfen können, einen Urlaub mit einem erhöhten Maß an Privatsphäre und einem reduzierten Datenabdruck zu verbringen :
Für mein Beispiel nehme ich jetzt mal eine Flugreise auf die Kanaren (schön warm, auch in dieser Jahreszeit und nicht zu weit weg, weil ich keine Lust habe den halben Urlaub im Flugzeug zu verbringen).
Klassischerweise fliege ich dort hin…die Alternative Zug und Schiff geht auch und ist sicher ein wenig anonymer, aber das versuche ich dann vielleicht in meinem nächsten Sabbatical mal…
Also gut, für den Flug muss ich gezwungener Maßen einige Daten über mich preisgeben.
Hier werden leider meine persönliche Daten, teilweise bis zu meiner Personalausweisnummer, abgefragt, gespeichert und an unsere transatlantischen Freunde übertragen, die wollen ja schließlich auch wissen, wo ich Urlaub mache…
Aber schon bei der Buchung des Mietwagens lässt sich die Datenspur, die ich hinterlasse deutlich reduzieren.
Hier werden zwar auch einige Daten über mich benötigt, da ich einen Mietvertrag abschließe und mir die Anmietung per E-Mail bestätigt wird, aber durch die folgende Maßnahme kann ich meinen Datenabdruck deutlich reduzieren und verwischen.
Ich lege für genau diese Mietwagenbuchung ein eigenes E-Mail-Konto bei einem kostenlosen E-Mail Provider an.
Dafür wähle ich einen Namen für das E-Mail-Konto, welcher nicht mit mir in Verbindung gebracht wird.
Bei der Einrichtung des E-Mail-Kontos lasse ich meiner Kreativität freien Lauf: Hier erfinde ich Namen, Adressdaten und sonstige Angaben, welche der Provider eben so gerne von mir erfahren möchte.
Diese sind jedoch für den Zweck des gewählten Dienstes vollkommen unerheblich, gehen den Provider nichts an und sind schlicht überflüssiger Daten-Ballast 🙂
Darum, werdet subversiv und kreativ, um eure Privatsphäre an dieser Stelle zu schützen!
Um im Urlaub ab und zu (ab und zu! Urlaub sollte offline stattfinden!), online zu sein, nutze ich einen VPN-Dienst wie HideMyAss!. Damit kann meine online-Aktivität auch über ein unsicheres öffentliches WLAN nicht mitgelesen werden.
HideMyAss! bietet dafür ein passendes Paket an, welches man sich für seinen Urlaub buchen kann.
Mir reicht ein Monatsabo, damit komme ich bequem für meinen Urlaub zurecht. Wir sollten daran denken, unseren Account vor dem Urlaub im sicheren Heimnetz anzulegen, da die VPN-Software ja noch installiert und eingerichtet werden will. Die Einrichtung selbst ist recht einfach und HideMyAss! bietet Clients für die drei großen Betriebssystem-Digitope Linux, MacOS und Windows.
Falls wir es bisher noch nicht getan haben, sollten wir spätestens jetzt vor dem Urlaub einen Zugangsschutz für unsere Funkgeige und Tablet einrichten. Damit verhindern wir schon grundlegend, dass jeder der physikalischen Zugriff auf unsere technischen Helferlein hat, auch gleich Zugriff auf die darin gespeicherten Daten bekommt…
Ganz wichtig hierbei ist auch: nutzt niemals, niemals eure biometrischen Daten wie euren Fingerabdruck als Zugangskontrolle.
Denn ein Passwort kann ich ändern, wenn mein Handy geklaut wird.
Aber ich habe nur zehn Finger… 😉
Wir sollten auch daran denken, dass wir auch aus dem Urlaub nicht jeden Schmarrn posten sollten.
Wir machen den Urlaub für uns, damit wir genau jetzt diesen Moment genießen können.
Überlegt euch einfach, wie wichtig es für euch ist, dieses Bild online zu stellen.
Schreibt doch lieber eine Postkarte, das ist viel persönlicher und in unserer zunehmend digitalisierten Welt freut sich der Empfänger darüber viel mehr, als einfach noch einen Post in seiner Timeline zu lesen…
Wäre es nicht viel spannender nach einem Urlaub einen klassischen Dia-Abend mit Freunden zu machen und dabei über den Urlaub zu sprechen?
Außerdem sollten wir im Hinterkopf behalten, dass wenn wir ein Bild von den Seychellen posten, weiß schon jeder – ganz ohne die Auswertung der Metadaten – dass wir nicht daheim sind.
…und sowas kann natürlich ganz entspannt auch von anderen ausgewertet werden…schließlich sind die Daten ja online
Ich finde es im Urlaub auch immer sehr entspannt, wenn ich eine Woche lang mal gar keine Mails abrufe.
Es erdet mich wieder, weil ich sehe, dass ich nicht so wichtig bin, wie ich manchmal vermute.
Auch ohne mein Zutun, ohne mein Lesen von Newslettern dreht sich die Welt weiter.
Ich nutze das als Gradmesser, um festzustellen, welche Newsletter ich aktuell brauche. Denn habe ich einen Newsletter eine Woche lang nicht gelesen und nichts dabei vermisst, dann kann ich auch getrost vollständig darauf verzichten diesen weiterhin zu lesen 🙂
…und schon habe ich wieder Zeit für mich gewonnen und meinen Kopf wieder ein Stück freier gemacht.
Ich probiere im Urlaub einfach gerne etwas neues, analoges aus.
Meine Sprachkenntnisse testen, stricken, ein neues Buch lesen, meditieren.
Diese geschenkte Zeit Urlaub sollten wir wirklich für uns nutzen und nicht an die virtuelle Welt verschwenden.

Wir brauchen ein Opt-in!

Vor kurzem habe ich mich für einen Opt-out in der echten Welt in Bezug auf Kundenkarten ausgesprochen.
Dieser Ansatz ist falsch, wie ich jetzt erkenne. Meiner Ansicht nach ist es ein Irrsinn, dass wir uns ständig und überall aus einer standardmäßig bestehenden Datenschnüffelei abmelden müssen!
Wenn wir unsere Daten für etwas hergeben wollen, dann müssen wir uns aktiv dafür entscheiden können.
Es ist doch waglich zum Spucken, dass wir automatisch immer stärker überwacht und verfolgt werden und wir es gar nicht mitbekommen – es sei denn wir entscheiden uns aktiv dagegen.
Ich bin wirklich empört, dass immer neue Technologien entwickelt werden, die uns auf immer perfidere Weise durchleuchten und in eine Schublade stecken.
Ich halte es weiterhin auch für eine Frechheit, dass uns im gleichen Atemzug von den datensammelnden Unternehmen gesagt wird, wir könnten uns ja dagegen entscheiden. So wie Facebook dies jetzt wieder einmal getan hat.
Nicht nur, dass sie uns jetzt verfolgen, wenn wir eine Webseite öffnen, die einen “Like”-Button enthält (genau, nicht wenn wir darauf klicken, nein es reicht jetzt eine solche Seite zu besuchen…), sondern sie lügen uns auch in unser digitales Gesicht, wenn sie behaupten, wir könnten dem in den Privatsphären-Einstellungen ja widersprechen.
Nein, können wir eben nicht.
Wir können in den Privatsphären-Einstellungen sagen, dass wir die auf diese Weise erstellte personalisierte Werbung nicht SEHEN wollen.
Wir können damit jedoch nicht verhindern, dass dadurch ein personalisiertes Profil von uns ERSTELLT wird.
Und auch dieses neue – und auch jedes andere neue datensammelnde – Feature, wird zunächst als Standard aktiviert.
Möchte man sich dagegen entscheiden, so muss man es aktiv deaktivieren.
Und weil mit jedem Update – so ist es z.B. auch bei iOS – wieder neu nachgefragt wird und wieder erneut die Standardeinstellung auf Zustimmung gesetzt ist, wird der Anwender nach und nach weichgekocht.
Steter Tropfen schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.
Irgendwann ist man als Anwender dieser ewigen und dauernden Nachfragerei so überdrüssig, dass man entnervt resigniert und schulterzuckend denkt: “was solls, ich hab doch nix zu verbergen…”.
Und auf diese Resignation bauen die Datenkraken.
Die Datensammelwut ist so groß und der Atem der Unternehmen so lang, dass sie geduldig warten…und sich immer neue “Privatsphären”-Einstellungen ausdenken, bis auch der letzte Widerstand gebrochen ist.
Wenn wir jedoch unsere Privatsphäre und unsere Freiheit behalten wollen, dürfen wir jedoch nicht resignieren.
Wir müssen uns weiterhin empören, wir dürfen nicht in Apathie versinken.Es geht um unsere Privatsphäre.
Wir haben etwas zu verbergen.