Früher war alles besser

Heute ändere ich meine übliche, digital-pessimistische Blickrichtung und mache den Silver Surfern unter uns Mut, die Vorzüge digitaler Kommunikation zu nutzen.
Wenn wir dem beständigen Wandel als Konstante unseres Lebens Rechnung tragen, können wir zum einen in nostalgischer Erinnerung schwelgen.
Zum anderen können wir aktiv an der Gestaltung des Kommenden mitwirken und werden davon nicht überrannt.
Aber das Beste daran ist, dass wir genau in dem Hier und Jetzt leben können, in dem wir leben wollen.
Und – wir können das Beste aus der Vergangenheit jetzt nehmen und es für unsere Zukunft einsetzen – Bakelit-Schalter zum Beispiel.

Früher war nicht alles besser, aber vieles anders

Nostalgie hat den Vorteil, dass wir uns an die schönen Dinge der Vergangenheit erinnern – häufig kombiniert mit dem Nachteil, das wir manches Mal die dunkleren Flecken heller malen, als sie es tatsächlich waren.
Mary Schmich fasst dies gut in ihrem Essay Wear Sunscreen zusammen – mit den Zeilen
Advice is a form of nostalgia. Dispensing it is a way of fishing the past from the disposal, wiping it off, painting over the ugly parts and recycling it for more than it’s worth.
Die Vergangenheit hatte ihre Zeit.
Das Wesentliche an der Vergangenheit ist aber nun mal, dass sie vergangen ist.
Es bringt uns nichts und uns schon gar nicht voran, wenn wir kontinuierlich daran festhalten, dass früher alles besser war.
Das war es nicht.
Es war anders.
Morgen wird auch anders sein als Heute.
Es bringt uns ebenso wenig, wenn wir darüber klagen, dass es Morgen anders sein wird als es Heute ist.
Das Einzige was Bestand hat ist der Wandel.
Inbesondere in einer Zeit, in der Wandel so schnell und allumfassend stattfindet wie heute, ist es hilfreich, den Wandel für sich zu nutzen.
Beharrliches Klagen darüber, dass früher alles besser war, kann uns schnell auf das Abstellgleis der Geschichte führen.
Allerdings kann ein allzu unreflektiertes Voranstürmen in die digitale Zukunft zu einem Absturz in den Abgrund der virtuellen Welt führen.
Es sind noch nicht alle Brücken gebaut, die uns über die möglichen Abgründe führen – und nicht alle von uns besitzen einen zeitreisegestählten DeLorean.

Digitales hat auch seine guten Seiten

Im Hinblick auf die Digitalisierung unserer Kommunikation ist es sogar völlig ungültig und überdies wenig hilfreich, mit dem Argument „früher war alles besser“ zu arbeiten.
Denn was digitale Kommunkation angeht gibt es kein Früher, auf welches wir uns sinnvollerweise berufen könnten.
Es sei denn, wir sprechen von kurzen Zeiträumen wie „vor drei Jahren“ bis etwa „vor zehn Jahren„.
Mittels digitaler Kommunikation erleben wir eine hochverfügbare und in allen gesellschaftlichen Bereichen vorhandene Kommunikationspalette ohne bisherige Präzedenz.
Wenn wir nun die Segnungen der digitalen Kommunikation auch noch mit gesundem Menschenverstand und mit kritischem Blick paaren, dann werden wir von den neuen Entwicklungen profitieren und nicht darunter leiden.

Nutzen wir digitale Kommunikation – mit Verstand, nicht aus Gruppenzwang

Wenn wir informierte Nutzer dieser Kommunikationsform sind – anstatt lediglich schnelle Anwender zu sein – dann können wir gezielt in die von uns gewünschte Richtung steuern.
Andernfalls werden wir in eine Richtung gezogen oder geschoben, die wir nicht für wünschenswert halten – und auf die wir ausserdem keinen Einfluss haben.
Dieses Vorgehen halte ich übrigens für valide, um nicht der „früher war alles besser„-Traurigkeit zu erliegen.
Einfluss nehmen auf das, was kommt – anstatt zu beklagen, dass nicht mehr ist, was früher vermeintlich besser war.
Noch einen weiteren Vorteil hat die bislang unvergleichliche Digitalkommunikation. Es handelt sich nicht nur um einen einzelnen Kommunikationskanal – wir haben heute die Auswahl aus unterschiedlichen Kanälen, Technologien und Anbietern.
Wir müssen nicht mehr „binär“ abwägen zwischen -Telefon oder -kein Telefon.
Wir können aus einer breiten Palette an Kurznachrichtendiensten, Videotelefonie-Plattformen, E-Mail-Anbietern, sozialen Netzwerken und den bisherigen Kanälen Telefon, Brief und persönliches Treffen auswählen.
Wir sind nicht gezwungen, alle möglichen und verfügbaren Varianten auszuschöpfen.
Wir müssen im Grunde nicht einmal eine davon überhaupt auswählen.
Uns aber pauschal vor den neuen Möglichkeiten zu verschließen – mit dem fadenscheinigen Hinweis „früher war alles besser“ – halte ich für falsch und gefährlich.
Gefährlich vor dem Hintergrund, dass wir Gefahr laufen, fremdgesteuert zu werden, wenn wir relevante Themen nicht aufmerksam „begleiten“ und falsch, weil es irgendwie „am Leben vorbeizielt„.
Ich halte es für wichtig, nicht aus einem externen Zwang heraus zu handeln – nach dem Motto „weil es eben alle nutzen„- muss ich diese Anwendungen und Kanäle ebenfalls nutzen.
Es gibt neben den durch reine Masse (oder gutes Marketing) augenfällig gewordenen Werkzeugen auch Alternativ-Lösungen.
Bloß weil es „Massenware“ ist, ist es nicht zwangsläufig besser.
Ich verweise an dieser Stelle nur auf Betamax vs. VHS oder Linux vs. Windows (wobei Linux glücklicherweise ein besseres Schicksal hat als seinerzeit Betamax).

Nutzen wir Alternativen

Welche Alternativen haben wir denn?
Und warum kennen wir eigentlich keine?
Gute Fragestellungen – auf die ich hier Antworten liefern möchte.
Zunächst – warum kennen wir so wenige Alternativen.
Nun, uns muss zum einen bewusst sein, dass es Alternativen zu allem und jedem gibt.
Da jedoch die Platzhirsche mit brachialer Werbemacht in unsere Aufmerksamkeit gebrochen sind, überhören wir die leisen Stimmen der alternativen Anbieter sehr leicht.
Und warum sollten wir auch auf diese leisen Stimmen hören?
Die Platzhirsche klingen doch viel bunter, schöner und hipper – Bunt und Klickbar  🙂
An dieser Stelle tritt ein weiteres Problem zutage:
Wir haben gar nicht den notwendigen Rundumblick, um unterscheiden zu können, warum die Alternative mit der leisen Stimme denn so viel besser sein sollte als der schöne, bunte Platzhirsch mit seinem tollen, bunten und umfangreichen Angebot. Das zusätzlich auch gar nichts kostet!
Außer unseren Daten und unserer Privatsphäre eben.
Und hier bin ich auch schon bei dem Hauptgrund, warum wir die Alternativen nutzen sollten.
Diese Anbieter wollen sich in der Regel nicht unsere Daten unter die Nägel reißen. Diese Anbietern gehen andere Wege – z.B. „pay as you use„.
Und welche Alternativen gibt es nun?

  • diaspora* statt Facebook: Teile dich deinem Netzwerk mit und nicht nicht der gesamten virtuellen Welt
  • gnusocial statt Twitter: Offen und frei anstatt „Daten für Google oder Salesforce
  • XMPP statt WhatsApp: Chatten mit unseren Freunden – ohne die Daten an Facebook zu verlieren
  • Posteo anstatt Gmail: Sicher schreiben – ohne dass Google dabei mitliest

TL;DR

  • Früher war nicht alles besser: Nostalgie mit Blick nach vorn
  • Digitales hat seine guten Seiten: Es gibt kein relevantes früher
  • Nutzen wir digitale Kommunikation: viele Möglichkeiten statt Einheitsbrei
  • Nutzen wir Alternativen: Gebt den leisen Stimmen eine Chance

Und jetzt, liebe Silver Surfer, geht mit nostalgischem Blick und wohl informiert in die Zukunft.

Früher war alles besser

Heute ändere ich meine übliche, digital-pessimistische Blickrichtung und mache den Silver Surfern unter uns Mut, die Vorzüge digitaler Kommunikation zu nutzen.
Wenn wir dem beständigen Wandel als Konstante unseres Lebens Rechnung tragen, können wir zum einen in nostalgischer Erinnerung schwelgen.
Zum anderen können wir aktiv an der Gestaltung des Kommenden mitwirken und werden davon nicht überrannt.
Aber das Beste daran ist, dass wir genau in dem Hier und Jetzt leben können, in dem wir leben wollen.
Und – wir können das Beste aus der Vergangenheit jetzt nehmen und es für unsere Zukunft einsetzen – Bakelit-Schalter zum Beispiel.

TL;DR

  • Früher war nicht alles besser: Nostalgie mit Blick nach vorn
  • Digitales hat seine guten Seiten: Es gibt kein relevantes früher
  • Nutzen wir digitale Kommunikation: viele Möglichkeiten statt Einheitsbrei
  • Nutzen wir Alternativen: Gebt den leisen Stimmen eine Chance

Früher war nicht alles besser, aber vieles anders

Nostalgie hat den Vorteil, dass wir uns an die schönen Dinge der Vergangenheit erinnern – häufig kombiniert mit dem Nachteil, das wir manches Mal die dunkleren Flecken heller malen, als sie es tatsächlich waren.
Mary Schmich fasst dies gut in ihrem Essay Wear Sunscreen zusammen – mit den Zeilen

„Advice is a form of nostalgia. Dispensing it is a way of fishing the past from the disposal, wiping it off, painting over the ugly parts and recycling it for more than it’s worth.“
Die Vergangenheit hatte ihre Zeit.
Das Wesentliche an der Vergangenheit ist aber nun mal, dass sie vergangen ist.
Es bringt uns nichts und uns schon gar nicht voran, wenn wir kontinuierlich daran festhalten, dass früher alles besser war.
Das war es nicht.
Es war anders.
Morgen wird auch anders sein als Heute.
Es bringt uns ebenso wenig, wenn wir darüber klagen, dass es Morgen anders sein wird als es Heute ist.
Das Einzige was Bestand hat ist der Wandel.
Inbesondere in einer Zeit, in der Wandel so schnell und allumfassend stattfindet wie heute, ist es hilfreich, den Wandel für sich zu nutzen.
Beharrliches Klagen darüber, dass früher alles besser war, kann uns schnell auf das Abstellgleis der Geschichte führen.
Allerdings kann ein allzu unreflektiertes Voranstürmen in die digitale Zukunft zu einem Absturz in den Abgrund der virtuellen Welt führen.
Es sind noch nicht alle Brücken gebaut, die uns über die möglichen Abgründe führen – und nicht alle von uns besitzen einen zeitreisegestählten DeLorean.

Digitales hat auch seine guten Seiten

Im Hinblick auf die Digitalisierung unserer Kommunikation ist es sogar völlig ungültig und überdies wenig hilfreich, mit dem Argument „früher war alles besser“ zu arbeiten.
Denn was digitale Kommunkation angeht gibt es kein Früher, auf welches wir uns sinnvollerweise berufen könnten.
Es sei denn, wir sprechen von kurzen Zeiträumen wie „vor drei Jahren“ bis etwa „vor zehn Jahren„.
Mittels digitaler Kommunikation erleben wir eine hochverfügbare und in allen gesellschaftlichen Bereichen vorhandene Kommunikationspalette ohne bisherige Präzedenz.
Wenn wir nun die Segnungen der digitalen Kommunikation auch noch mit gesundem Menschenverstand und mit kritischem Blick paaren, dann werden wir von den neuen Entwicklungen profitieren und nicht darunter leiden.

Nutzen wir digitale Kommunikation – mit Verstand, nicht aus Gruppenzwang

Wenn wir informierte Nutzer dieser Kommunikationsform sind – anstatt lediglich schnelle Anwender zu sein – dann können wir gezielt in die von uns gewünschte Richtung steuern.
Andernfalls werden wir in eine Richtung gezogen oder geschoben, die wir nicht für wünschenswert halten – und auf die wir ausserdem keinen Einfluss haben.
Dieses Vorgehen halte ich übrigens für valide, um nicht der „früher war alles besser„-Traurigkeit zu erliegen.
Einfluss nehmen auf das, was kommt – anstatt zu beklagen, dass nicht mehr ist, was früher vermeintlich besser war.
Noch einen weiteren Vorteil hat die bislang unvergleichliche Digitalkommunikation.
Es handelt sich nicht nur um einen einzelnen Kommunikationskanal – wir haben heute die Auswahl aus unterschiedlichen Kanälen, Technologien und Anbietern.
Wir müssen nicht mehr „binär“ abwägen zwischen -Telefon oder -kein Telefon.
Wir können aus einer breiten Palette an Kurznachrichtendiensten, Videotelefonie-Plattformen, E-Mail-Anbietern, sozialen Netzwerken und den bisherigen Kanälen Telefon, Brief und persönliches Treffen auswählen.
Wir sind nicht gezwungen, alle möglichen und verfügbaren Varianten auszuschöpfen.
Wir müssen im Grunde nicht einmal eine davon überhaupt auswählen.
Uns aber pauschal vor den neuen Möglichkeiten zu verschließen – mit dem fadenscheinigen Hinweis „früher war alles besser“ – halte ich für falsch und gefährlich.
Gefährlich vor dem Hintergrund, dass wir Gefahr laufen, fremdgesteuert zu werden, wenn wir relevante Themen nicht aufmerksam „begleiten“ und falsch, weil es irgendwie „am Leben vorbeizielt„.
Ich halte es für wichtig, nicht aus einem externen Zwang heraus zu handeln – nach dem Motto „weil es eben alle nutzen„- muss ich diese Anwendungen und Kanäle ebenfalls nutzen.
Es gibt neben den durch reine Masse (oder gutes Marketing) augenfällig gewordenen Werkzeugen auch Alternativ-Lösungen.
Bloß weil es „Massenware“ ist, ist es nicht zwangsläufig besser.
Ich verweise an dieser Stelle nur auf Betamax vs. VHS oder Linux vs. Windows (wobei Linux glücklicherweise ein besseres Schicksal hat als seinerzeit Betamax).

Nutzen wir Alternativen

Welche Alternativen haben wir denn?
Und warum kennen wir eigentlich keine?
Gute Fragestellungen – auf die ich hier Antworten liefern möchte.
Zunächst – warum kennen wir so wenige Alternativen.
Nun, uns muss zum einen bewusst sein, dass es Alternativen zu allem und jedem gibt.
Da jedoch die Platzhirsche mit brachialer Werbemacht in unsere Aufmerksamkeit gebrochen sind, überhören wir die leisen Stimmen der alternativen Anbieter sehr leicht.
Und warum sollten wir auch auf diese leisen Stimmen hören?
Die Platzhirsche klingen doch viel bunter, schöner und hipper – Bunt und Klickbar  🙂
An dieser Stelle tritt ein weiteres Problem zutage:
Wir haben gar nicht den notwendigen Rundumblick, um unterscheiden zu können, warum die Alternative mit der leisen Stimme denn so viel besser sein sollte als der schöne, bunte Platzhirsch mit seinem tollen, bunten und umfangreichen Angebot.
Das zusätzlich auch gar nichts kostet!
Außer unseren Daten und unserer Privatsphäre eben.
Und hier bin ich auch schon bei dem Hauptgrund, warum wir die Alternativen nutzen sollten.
Diese Anbieter wollen sich in der Regel nicht unsere Daten unter die Nägel reißen. Diese Anbietern gehen andere Wege – z.B. „pay as you use„.
Und welche Alternativen gibt es nun?
diaspora* statt Facebook: Teile dich deinem Netzwerk mit und nicht nicht der gesamten virtuellen Welt
mastodon statt Twitter: Offen und frei anstatt „Daten für Google oder Salesforce
XMPP statt WhatsApp: Chatten mit unseren Freunden – ohne die Daten an Facebook zu verlieren
Posteo anstatt Gmail: Sicher schreiben – ohne dass Google dabei mitliest

Und jetzt, liebe Silver Surfer, geht mit nostalgischem Blick und wohl informiert in die Zukunft.

Ich hab ja nichts mehr zu verlieren

In meinem vorangegangenen Artikel habe ich mir grundlegend Gedanken darüber gemacht, was Silver Surfer sind.
Ich habe erläutert, welche Verantwortung Silver Surfer tragen und welch große Macht in ihrer Erfahrung steckt.
Heute stelle ich Überlegungen an, warum Silver Surfer motiviert sein sollten, bewusst und verantwortungsvoll mit ihren Daten und ihrer Privatsphäre umzugehen.

These: Au Contraire – Wir haben viel zu verlieren

Der Gedanke „Ich habe nichts zu verlieren“ ist ähnlich unüberlegt wie das Un-Argument „Ich habe ja nichts zu verbergen„.
Wir leben in einer der freiesten Gesellschaften – darüberhinaus in der längsten Periode ohne Krieg und Unterdrückung, die Europa je erlebt hat.
Gute Gründe, sehr dankbar zu sein.
Vermutlich beneiden uns die allermeisten dafür.
Allerdings kann die vermeintliche Selbstverständlichkeit dieses Umstands auch dazu führen, dass wir leichtfertig mit diesen „Geschenken“ umgehen.
Meiner Ansicht nach kann ein fahrlässiger Umgang verheerende Folgen haben.
Wir vergessen häufig, dass die Eckpfeiler unserer Gesellschaft Freiheit und Privatsphäre sind.
Und diese Pfeiler können wir durchaus verlieren.
Die Freiheit unserer Gedanken und die Privatsphäre sind durchaus Werte, die wir auch und gerade als Silver Surfer verlieren können.
Behaltet dies im Gedächtnis, Silver Surfer – ihr mehr als andere Generationen nach euch – habt noch Regime erlebt, in denen diese Grundpfeiler der Gesellschaft bis zur Untauglichkeit ausgehöhlt waren.

Daten bleiben – für immer

Möglicherweise rührt die Idee, nichts mehr zu verlieren zu haben, auch daher, dass den Silver Surfern bewusst ist, dass die Daten, die auf Millionen fremder Server (der unerträglich überstrapazierten „Cloud“) gespeichert sind, auch für immer dort gespeichert bleiben.
Ergo können diese Daten nicht verloren gehen.
Zunächst richtig gedacht.
Die Daten bleiben dauerhaft gespeichert.
Daran ändert auch das in der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung postulierte Recht auf Vergessen nichts.
Die Daten bleiben dort gespeichert, daher können wir sie auch nicht mehr verlieren.
Was wir allerdings verloren haben ist unsere Souveränität über diese Daten.
Und Daten, die wir aus der Hande gegeben haben, entwickeln ein Eigenleben. Dieses Eigenleben gereicht uns in aller Regel nicht zum Vorteil.
Ein noch verheerenderes Szenario in Bezug auf den Verlust unserer Daten ist Datendiebstahl.
Das geschieht häufiger, als man vermutet.
Eigentlich ständig.
Gewiss einmal pro Woche hören wir von einem großen Datenklau.

  • 162 Millionen Konten bei LinkedIn gehackt.
  • 62 Millionen Dropbox-Konten kompromittiert.
  • Geburtsdaten, Adressen und weitere Daten wurden aus Hipps Mein BabyClub gestohlen.

Derartiges passiert mittlerweiler in trauriger Regelmäßigkeit.
Allerdings, so mein Gefühl, messen wir unseren Daten zu wenig Bedeutung bei – oder sind wir bereits so abgestumpft, dass erst massive Datendiebstähle (500 Millionen Yahoo-Konten) es in die allgemeinen Nachrichten schaffen.
Und was passiert dann?
Ein Unternehmen, welches jahrelang die Sicherheit der ihm anvertrauten Daten aufs schändlichste vernachlässigt hat (wohlgemerkt nicht die seiner eigenen Unternehmensdaten – sondern der Daten seiner „Kunden“), macht  „staatliche Akteure“ für den Datendiebstahl verantwortlich – und riskiert nebenbei mit diesem Narrativ sogar einen militärischen Gegenschlag gegen „staatliche Akteure“.
Anstatt die Verantwortung für überaus schlampige Datensicherheit zu übernehmen, werden einfach lächerliche, unhaltbare Behauptungen propagiert.
Na, Verizon wird viel Spaß bei der Übernahme von Yahoo haben.

Verantwortung – für euch und andere

Silver Surfer, selbst wenn ihr so fest davon überzeugt seid, dass ihr nichts mehr zu verlieren habt – denkt an andere, die noch etwas zu verlieren haben.
Die Daten, mit denen ihr schlampig umgeht, hören nicht bei euch auf.
Daten sind immer mit anderen verknüpft.
Kein Datensatz steht für sich allein.
Geht es um Metadaten – also die Information, wann ihr mit wem, wo und wie lange kommuniziert habt – so betreffen diese Daten nicht nur euch sondern auch eure Kommunikationspartner.
Denkt darüber nach, vielleicht haben diese Kommunikationspartner keine Lust darauf, ihre Daten zu verlieren.
Ihr tragt Verantwortung für eure Kommunikationspartner!
Es geht hierbei um die Fotos eurer Enkel und Kinder, die ihr durch eure WhatsApp-Nachrichten Unternehmen wie Facebook schenkt.
Es geht um eure intimen Arzt-Gespräche, die ihr nachverfolgbar im Internet hinterlasst.
Es geht um vertrauliche Geschäftskommunikation, die ihr mit euren Geschäftspartnern teilt.
Dies gilt in hohem Maße, wenn ihr Gmail als E-Mail Anbieter nutzt.
Auch wenn euer Kommunikationspartner nicht Gmail nutzt – seine Mails landen trotzdem bei Google und werden dort gelesen und ausgewertet.
Überlegt euch, ob ihr die Verantwortung dafür übernehmen wollt, dass eure Kommunikationspartner unwissentlich mitüberwacht werden.
Informiert euch – nutzt Alternativen, die mit euren Kommunikationsdaten sorgfältig umgehen.
Handelt – und sucht euch E-Mail Anbieter aus, die eure Mails nicht lesen und euch nicht überwachen.
Posteo ist eine fabelhafte, preisgekrönte Alternative an dieser Stelle.
Rechnen wir kurz durch: Ein E-Mail Postfach bei Posteo kostet 1€ pro Monat. Dagegen ist ein E-Mail Postfach bei Google „kostenlos“.
Sollte uns das nicht zu denken geben? Google ist das zweitwertvollste Unternehmen der Welt.
Dieses Unternehmen hat nichts zu verschenken.
Wenn wir deren Dienste nicht mit Geld bezahlen, dann bezahlen wir auf andere Weise dafür.
Und unsere Daten die wir für diese Dienstleistung preisgeben, sind definitiv mehr wert als 1€ pro Monat.
Um einen noch besseren Schutz eurer Daten zu erreichen: verschlüsselt eure Mails. Es ist viel einfacher, E-Mail-Verschlüsselung einzurichten, als es viele unkende Stimmen immer noch und immer wieder darstellen.

Wir können nicht nicht handeln

Letztendlich müssen wir anerkennen, dass wir nicht nicht handeln können.
Für alles, was aus unseren Händen „genommen“ wird, tragen wir zumindest eine gewisse Verantwortung.
Wir tragen tatsächlich Verantwortung, ob wir es wollen oder nicht.
Für unsere Daten.
Für unsere Freiheit.
Für unsere Privatsphäre.
Wir haben etwas zu verlieren.
Und ob wir jetzt 8, 18 oder 80 Jahre alt sind – Freiheit und Privatsphäre zu verlieren ist eine furchtbare Sache.
Wenn wir einfach aufgeben und sagen „ich habe ja nichts mehr zu verlieren„, dann haben wir alles verloren, was uns ausmacht.
Dann geben wir uns auf.
Dann sind wir nicht länger Souverän unseres Lebens.
Wir können diese Entscheidung treffen – allerdings verlieren wir dann noch ein weiteres Element unseres Wesens:
Dann nämlich verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit.
Wir können uns nicht über die „schlimmen“ Zustände beklagen – und keine Gegenmassnahmen ergreifen.
Denn wenn wir selbst die Souveränität über unsere Daten aufgegeben haben, dürfen wir uns nicht länger über das nachlässige Verhalten anderer beklagen.
Wir müssen beispielhaft mit unseren Daten umgehen und auf diese Weise positiv auf unsere Nächsten einwirken.
Heulen und Zähne knirschen bewirkt nichts.
Bestenfalls ernten wir nur Widerstand und Ablehnung.
Daher mein Aufruf an euch Silver Surfer:
Seid souverän mit euren Daten!
Handelt so, wie ihr behandelt werden wollt.

TL;DR

  • nothing to lose – au contraire: wir haben viel zu verlieren
  • nichts bleibt für die Ewigkeit – Außer Daten, die bleiben für immer
  • wenn nicht für dich dann wenigstens für andere – Verantwortung – für euch und andere
  • Sand in den Kopf stecken ist auch eine Lösung – Wir können nicht nicht handeln

Und jetzt?
Handelt, liebe Silver Surfer, handelt so, als ob es um eure Freiheit ginge – darum geht es nämlich in der Tat.

[maxbutton id=“4″ url=“mailto:anmerkungen@blog.data-detox.de?subject=Ich habe ja nichts mehr zu verlieren“ ]

[maxbutton id=“1″ ]

Ich hab ja nichts mehr zu verlieren

In meinem vorangegangenen Artikel habe ich mir grundlegend Gedanken darüber gemacht, was Silver Surfer sind.
Ich habe erläutert, welche Verantwortung Silver Surfer tragen und welch große Macht in ihrer Erfahrung steckt.
Heute stelle ich Überlegungen an, warum Silver Surfer motiviert sein sollten, bewusst und verantwortungsvoll mit ihren Daten und ihrer Privatsphäre umzugehen.

TL;DR

  • nothing to lose – au contraire: wir haben viel zu verlieren
  • nichts bleibt für die Ewigkeit – Außer Daten, die bleiben für immer
  • wenn nicht für dich dann wenigstens für andere – Verantwortung – für euch und andere
  • Sand in den Kopf stecken ist auch eine Lösung – Wir können nicht nicht handeln

These: Au Contraire – Wir haben viel zu verlieren

Der Gedanke „Ich habe nichts zu verlieren“ ist ähnlich unüberlegt wie das Un-Argument „Ich habe ja nichts zu verbergen„.
Wir leben in einer der freiesten Gesellschaften – darüberhinaus in der längsten Periode ohne Krieg und Unterdrückung, die Europa je erlebt hat.
Gute Gründe, sehr dankbar zu sein.
Vermutlich beneiden uns die allermeisten dafür.
Allerdings kann die vermeintliche Selbstverständlichkeit dieses Umstands auch dazu führen, dass wir leichtfertig mit diesen „Geschenken“ umgehen.
Meiner Ansicht nach kann ein fahrlässiger Umgang verheerende Folgen haben.
Wir vergessen häufig, dass die Eckpfeiler unserer Gesellschaft Freiheit und Privatsphäre sind.
Und diese Pfeiler können wir durchaus verlieren.
Die Freiheit unserer Gedanken und die Privatsphäre sind durchaus Werte, die wir auch und gerade als Silver Surfer verlieren können.
Behaltet dies im Gedächtnis, Silver Surfer – ihr mehr als andere Generationen nach euch – habt noch Regime erlebt, in denen diese Grundpfeiler der Gesellschaft bis zur Untauglichkeit ausgehöhlt waren.

Daten bleiben – für immer

Möglicherweise rührt die Idee, nichts mehr zu verlieren zu haben, auch daher, dass den Silver Surfern bewusst ist, dass die Daten, die auf Millionen fremder Server (der unerträglich überstrapazierten „Cloud“) gespeichert sind, auch für immer dort gespeichert bleiben.
Ergo können diese Daten nicht verloren gehen.
Zunächst richtig gedacht.
Die Daten bleiben dauerhaft gespeichert.
Daran ändert auch das in der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung postulierte Recht auf Vergessen nichts.
Die Daten bleiben dort gespeichert, daher können wir sie auch nicht mehr verlieren.
Was wir allerdings verloren haben ist unsere Souveränität über diese Daten.
Und Daten, die wir aus der Hande gegeben haben, entwickeln ein Eigenleben. Dieses Eigenleben gereicht uns in aller Regel nicht zum Vorteil.
Ein noch verheerenderes Szenario in Bezug auf den Verlust unserer Daten ist Datendiebstahl.
Das geschieht häufiger, als man vermutet.
Eigentlich ständig.
Gewiss einmal pro Woche hören wir von einem großen Datenklau.
162 Millionen Konten bei LinkedIn gehackt.
62 Millionen Dropbox-Konten kompromittiert.
* Geburtsdaten, Adressen und weitere Daten wurden aus Hipps Mein BabyClug gestohlen.

Derartiges passiert mittlerweiler in trauriger Regelmäßigkeit.
Allerdings, so mein Gefühl, messen wir unseren Daten zu wenig Bedeutung bei – oder sind wir bereits so abgestumpft, dass erst massive Datendiebstähle (500 Millionen Yahoo-Konten) es in die allgemeinen Nachrichten schaffen.
Und was passiert dann?
Ein Unternehmen, welches jahrelang die Sicherheit der ihm anvertrauten Daten aufs schändlichste vernachlässigt hat (wohlgemerkt nicht die seiner eigenen Unternehmensdaten – sondern der Daten seiner „Kunden“), macht  „staatliche Akteure“ für den Datendiebstahl verantwortlich – und riskiert nebenbei mit diesem Narrativ sogar einen militärischen Gegenschlag gegen „staatliche Akteure“.
Anstatt die Verantwortung für überaus schlampige Datensicherheit zu übernehmen, werden einfach lächerliche, unhaltbare Behauptungen propagiert.
Na, Verizon wird viel Spaß bei der Übernahme von Yahoo haben.

Verantwortung – für euch und andere

Silver Surfer, selbst wenn ihr so fest davon überzeugt seid, dass ihr nichts mehr zu verlieren habt – denkt an andere, die noch etwas zu verlieren haben.
Die Daten, mit denen ihr schlampig umgeht, hören nicht bei euch auf.
Daten sind immer mit anderen verknüpft.
Kein Datensatz steht für sich allein.
Geht es um Metadaten – also die Information, wann ihr mit wem, wo und wie lange kommuniziert habt – so betreffen diese Daten nicht nur euch sondern auch eure Kommunikationspartner.
Denkt darüber nach, vielleicht haben diese Kommunikationspartner keine Lust darauf, ihre Daten zu verlieren.
Ihr tragt Verantwortung für eure Kommunikationspartner!
Es geht hierbei um die Fotos eurer Enkel und Kinder, die ihr durch eure WhatsApp-Nachrichten Unternehmen wie Facebook schenkt.
Es geht um eure intimen Arzt-Gespräche, die ihr nachverfolgbar im Internet hinterlasst.
Es geht um vertrauliche Geschäftskommunikation, die ihr mit euren Geschäftspartnern teilt.
Dies gilt in hohem Maße, wenn ihr Gmail als E-Mail Anbieter nutzt.
Auch wenn euer Kommunikationspartner nicht Gmail nutzt – seine Mails landen trotzdem bei Google und werden dort gelesen und ausgewertet.
Überlegt euch, ob ihr die Verantwortung dafür übernehmen wollt, dass eure Kommunikationspartner unwissentlich mitüberwacht werden.
Informiert euch – nutzt Alternativen, die mit euren Kommunikationsdaten sorgfältig umgehen.
Handelt – und sucht euch E-Mail Anbieter aus, die eure Mails nicht lesen und euch nicht überwachen.
Posteo ist eine fabelhafte, preisgekrönte Alternative an dieser Stelle.
Rechnen wir kurz durch: Ein E-Mail Postfach bei Posteo kostet 1€ pro Monat. Dagegen ist ein E-Mail Postfach bei Google „kostenlos“.
Sollte uns das nicht zu denken geben? Google ist das zweitwertvollste Unternehmen der Welt.
Dieses Unternehmen hat nichts zu verschenken.
Wenn wir deren Dienste nicht mit Geld bezahlen, dann bezahlen wir auf andere Weise dafür.
Und unsere Daten die wir für diese Dienstleistung preisgeben, sind definitiv mehr wert als 1€ pro Monat.
Um einen noch besseren Schutz eurer Daten zu erreichen: verschlüsselt eure Mails.
Es ist viel einfacher, E-Mail-Verschlüsselung einzurichten, als es viele unkende Stimmen immer noch und immer wieder darstellen.

Wir können nicht nicht handeln

Letztendlich müssen wir anerkennen, dass wir nicht nicht handeln können.
Für alles, was aus unseren Händen „genommen“ wird, tragen wir zumindest eine gewisse Verantwortung.
Wir tragen tatsächlich Verantwortung, ob wir es wollen oder nicht.
Für unsere Daten.
Für unsere Freiheit.
Für unsere Privatsphäre.
Wir haben etwas zu verlieren.
Und ob wir jetzt 8, 18 oder 80 Jahre alt sind – Freiheit und Privatsphäre zu verlieren ist eine furchtbare Sache.
Wenn wir einfach aufgeben und sagen „ich habe ja nichts mehr zu verlieren„, dann haben wir alles verloren, was uns ausmacht.
Dann geben wir uns auf.
Dann sind wir nicht länger Souverän unseres Lebens.
Wir können diese Entscheidung treffen – allerdings verlieren wir dann noch ein weiteres Element unseres Wesens:
Dann nämlich verlieren wir unsere Glaubwürdigkeit.
Wir können uns nicht über die „schlimmen“ Zustände beklagen – und keine Gegenmassnahmen ergreifen.
Denn wenn wir selbst die Souveränität über unsere Daten aufgegeben haben, dürfen wir uns nicht länger über das nachlässige Verhalten anderer beklagen.
Wir müssen beispielhaft mit unseren Daten umgehen und auf diese Weise positiv auf unsere Nächsten einwirken.
Heulen und Zähne knirschen bewirkt nichts.
Bestenfalls ernten wir nur Widerstand und Ablehnung.
Daher mein Aufruf an euch Silver Surfer:
Seid souverän mit euren Daten!
Handelt so, wie ihr behandelt werden wollt.

Und jetzt?
Handelt, liebe Silver Surfer, handelt so, als ob es um eure Freiheit ginge – darum geht es nämlich in der Tat.

Noch nicht zu alt zum surfen!

Habe ich mit den letzten Artikel mit der Jugend unserer Gesellschaft befasst, will ich mich in den folgenden Artikel mit dem altersgemäß entgegengesetzten Spektrum dieser vielschichtigen Gesellschaft befassen:
den Silver Surfern.

TL;DR

  • Silver Surfer? Eine Beleidigung! – Nein, ihr seid die Noblesse digitale!
  • Das Privileg des Alters – „“Mit großer Macht geht große Verantwortung einher““
  • Wir haben das alles noch selbst erlebt – History will teach us…something
  • Never too old to learn – Teach old dogs new tricks
  • Reflektieren statt kopieren – Don’t feed the hypes

Silver Surfer? Beleidigung!

Zunächst räume ich mit einer bedauerlichen Missinterpretation auf.
Silver Surfer ist keinesfalls pejorativ gemeint – ganz im Gegenteil.
Ist dieser Begriff doch geradezu ein Ausdruck von Wertschätzung und Respekt.
Denn immerhin schwingen hier zwei Konotationen mit:
Silverbacks sind schließlich die unangefochtenen Chefs im Gorilla-Ring.
Die Babos.
Beim
Rumble in the Jungle sind die Silverbacks die klaren Favoriten.
Also: Silver Surfer sollten sich einfach als die Silverbacks des virtuellen Raums ansehen!
Der Silver Surfer ist einer coolsten (und silbernsten!) Superhelden aus dem Marvel-Universum.
Legt er sich zunächst noch im Auftrag von Galactus mit den Fantastischen Vier (nicht die aus Stuttgart) an, wechselt er doch bald auf die andere Seite – seine eigene nämlich – und lehnt sich von da an gegen den vorherigen Usurpator auf.
Chapeau, sage ich!

Also – wenn das kein positives Licht auf den Begriff der Silver Surfer wirft, dann weiß ich auch nicht.

„Mit großer Macht geht große Verantwortung einher“

Bleiben wir noch ein wenig im Marvel-Universum.
Dieses Zitat von seinem Onkel Ben Parker prägt das weitere superheldische Verhalten von Spider-Man.
Es ist entstanden aus der großen Lebensweisheit von Ben Parker und soll euch Silver Surfern ebenfalls ein Hinweis auf eure Verantwortung sein.
Ihr seid – ob es euch bewusst ist oder nicht, ob es euch recht ist oder nicht – Vorbilder.
Besonders für die Digital Natives.
Kinder lernen zunächst durch Nachahmung der Verhaltensweisen, die sie von ihren Bezugspersonen vorgelebt bekommen.
Und das seid ihr, die Silver Surfer.
Dies fordert naturgemäß von euch, dass ihr euch vorbildlich (und nicht nachahmend) verhaltet.
Ihr seid aufgefordert zu reflektieren und nicht zu kopieren.
Mir ist bewußt, dass dies viel von euch fordert. Ihr wollt mit den Digital Natives kommunizieren.
Aber macht dies nicht, ohne euch ein eigenes Bild zu machen, was auf euch zukommt.
Digital Natives sind nur jünger als ihr- sie wissen nicht mehr über digitale Kommunikation als ihr, oftmals ganz im Gegenteil.

History will teach us…something!

Liebe Silver Surfer, nutzt eure Lebensweisheit und baut darauf eure Arbeitsweise mit digitaler Kommunikation auf.
Euer Vorteil gegenüber den Digital Natives ist eure Erfahrung und euer Wissen aus der Geschichte.
Auch die Digital Natives müssten diese beispiellosen Zustände staatlichen Kontroll- und Überwachungsirrsinns zumindest im Unterricht mitbekommen haben.
Aber euch Silver Surfern sind die Überwachung und Manipulation durch Nazi-Regime und Stasi teilweise noch aus eigener Erfahrung bekannt.
Daher – lernt daraus!
Wehrt euch gegen digitale Überwachung und Manipulation, die bereits in gigantischem Umfang stattfindet.
Bringt euer Wissen und eure Erfahrung in die Digitalisierung der Gesellschaft ein.
Es ist für eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft unabdingbar, dass ihr euer Wissen und eure gelebte Erfahrung in den Prozess der Digitalisierung mit einbringt. Wenn wir nicht begleitend an der Entwicklung mitarbeiten, werden wir mit dem leben müssen, was uns andere – „verkleidet“ als Transparenz (Auflösung der Privatsphäre), als personalisierte Inhalte (Manipulation) und Sicherheit (Überwachung) verkaufen wollen.
Seid keine exzellenten Schafe, die nur der Herde hinterher laufen.
Seid Wölfe, seid Silverbacks und gestaltet eure Zukunft aktiv selbstbewusst.

Teach old dogs new tricks

Ich halte nichts von Sprichworten, die demotivierend sind.
Ich glaube fest daran, dass wir – auch im hohen Alter – neue Dinge lernen können, wenn wir dies wirklich wollen.
Beispiele dazu gibt es zuhauf:
autodidaktisch stricken lernen im hohen Alter von vierzig Jahren
Spanisch lernen im Selbststudium jenseits des magischen vierten Lebensjahrzehnts

Wir hören ja auch nicht auf, neue Leute kennen zu lernen, also warum nicht neue Technologien lernen, neue Kommunikationswege entdecken.
Darüber hinaus hält uns lernen jung.
Der Vorteil eines erfahrenen Lebens besteht jedoch ganz klar darin, dass wir jetzt nicht mehr durch reines Nachahmen lernen müssen.
Jetzt sollten wir durch eigene Reflektion und Erkenntnisgewinn lernen.
Ist es nicht auch das Privileg des Alters, dass wir bereits gelernt haben zu lernen? Also sollte es uns leicht fallen, Neues zu lernen.
Weiterhin kommt noch hinzu, dass wir auch dadurch vorbildlich für die Digital Natives auftreten können.
Wir sollten den Digital Natives nicht durch Nachahmen gefallen wollen – darauf steht nun wirklich überhaupt kein Jugendlicher: so-tun-als-ob.
Wir sollten Jugendlichen respektvoll und ehrlich gegenüber treten, indem wir ihnen unsere Erfahrung, unsere Kenntnisse und unser offenes Interesse entgegen bringen.
Hier gilt
Live it like you mean it.“ und nicht
Fake it until you make it.
Denn Fake erkennen die Digital Natives – da erkennen sie sich selbst zu sehr wieder, denn sie sind lediglich Power-User ohne wirkliches Hintergrundwissen.

Don’t feed the hypes

Wir haben doch im Laufe unseres Lebens – das ist der noble Vorteil des Alters – gelernt, dass hinter jedem Trend, hinter jedem Hype zumeist – nichts steckt, außer einer Menge Verdruß und viele leere Versprechungen.
Machen wir uns doch im Vorhinein zunächst Gedanken darüber, was und wer hinter dem nächsten heißen Scheiß steckt.
Übt eure neuen Fähigkeiten in Internetrecherche und digitaler Kommunikation, um kritisch die Dinge zu hinterfragen, die euch wie geschnitten Brot angepriesen werden.
Denn genau wie geschnitten Brot wird auch das vermeintlich „kostenlose“ und „freie“ allzu bald trocken und teuer.
Die Digitalisierung unser Kommunikation und der gesamten gesellschaftlichen Prozesse hebeln nicht die betriebswirtschaftlichen Grundsätze von Kosten, Investitionen, Umsatz und Gewinn aus.

„There is no free lunch.“
Und auch der Tod ist nicht umsonst – er kostet uns das Leben.
Behaltet einfach folgendes im Hinterkopf:
„Wenn du nicht dafür zahlst, bist du nicht der Kunde. Dann bist du das Produkt.“
Danke für diese einprägsamen Worte, Jaron Lanier.

Also – tapfer voran, liebe Silver Surfer, und unterstützt die Digital Natives in ihrer Entwicklung.
Nach euren Kräften.

Noch nicht zu alt zum surfen!

Habe ich mit den letzten Artikel mit der Jugend unserer Gesellschaft befasst, will ich mich in den folgenden Artikel mit dem altersgemäß entgegengesetzten Spektrum dieser vielschichtigen Gesellschaft befassen:
den Silver Surfern.

Silver Surfer? Beleidigung!

Zunächst räume ich mit einer bedauerlichen Missinterpretation auf.
Silver Surfer ist keinesfalls pejorativ gemeint – ganz im Gegenteil.
Ist dieser Begriff doch geradezu ein Ausdruck von Wertschätzung und Respekt.
Denn immerhin schwingen hier zwei Konotationen mit:

  • Silverbacks sind schließlich die unangefochtenen Chefs im Gorilla-Ring.
    Die Babos.
    Beim Rumble in the Jungle sind die Silverbacks die klaren Favoriten.
    Also: Silver Surfer sollten sich einfach als die Silverbacks des virtuellen Raums ansehen!
  • Der Silver Surfer ist einer coolsten (und silbernsten!) Superhelden aus dem Marvel-Universum.
    Legt er sich zunächst noch im Auftrag von Galactus mit den Fantastischen Vier (nicht die aus Stuttgart) an, wechselt er doch bald auf die andere Seite – seine eigene nämlich – und lehnt sich von da an gegen den vorherigen Usurpator auf.
    Chapeau, sage ich!

Also – wenn das kein positives Licht auf den Begriff der Silver Surfer wirft, dann weiß ich auch nicht.

„Mit großer Macht geht große Verantwortung einher“

Bleiben wir noch ein wenig im Marvel-Universum.
Dieses Zitat von seinem Onkel Ben Parker prägt das weitere superheldische Verhalten von Spider-Man.
Es ist entstanden aus der großen Lebensweisheit von Ben Parker und soll euch Silver Surfern ebenfalls ein Hinweis auf eure Verantwortung sein.
Ihr seid – ob es euch bewusst ist oder nicht, ob es euch recht ist oder nicht – Vorbilder.
Besonders für die Digital Natives.
Kinder lernen zunächst durch Nachahmung der Verhaltensweisen, die sie von ihren Bezugspersonen vorgelebt bekommen.
Und das seid ihr, die Silver Surfer.
Dies fordert naturgemäß von euch, dass ihr euch vorbildlich (und nicht nachahmend) verhaltet.
Ihr seid aufgefordert zu reflektieren und nicht zu kopieren.
Mir ist bewußt, dass dies viel von euch fordert. Ihr wollt mit den Digital Natives kommunizieren.
Aber macht dies nicht, ohne euch ein eigenes Bild zu machen, was auf euch zukommt.
Digital Natives sind nur jünger als ihr- sie wissen nicht mehr über digitale Kommunikation als ihr, oftmals ganz im Gegenteil.

History will teach us…something!

Liebe Silver Surfer, nutzt eure Lebensweisheit und baut darauf eure Arbeitsweise mit digitaler Kommunikation auf.
Euer Vorteil gegenüber den Digital Natives ist eure Erfahrung und euer Wissen aus der Geschichte.
Auch die Digital Natives müssten diese beispiellosen Zustände staatlichen Kontroll- und Überwachungsirrsinns zumindest im Unterricht mitbekommen haben.
Aber euch Silver Surfern sind die Überwachung und Manipulation durch Nazi-Regime und Stasi teilweise noch aus eigener Erfahrung bekannt.
Daher – lernt daraus!
Wehrt euch gegen digitale Überwachung und Manipulation, die bereits in gigantischem Umfang stattfindet.
Bringt euer Wissen und eure Erfahrung in die Digitalisierung der Gesellschaft ein.
Es ist für eine positive Entwicklung unserer Gesellschaft unabdingbar, dass ihr euer Wissen und eure gelebte Erfahrung in den Prozess der Digitalisierung mit einbringt. Wenn wir nicht begleitend an der Entwicklung mitarbeiten, werden wir mit dem leben müssen, was uns andere – „verkleidet“ als Transparenz (Auflösung der Privatsphäre), als personalisierte Inhalte (Manipulation) und Sicherheit (Überwachung) verkaufen wollen.
Seid keine exzellenten Schafe, die nur der Herde hinterher laufen.
Seid Wölfe, seid Silverbacks und gestaltet eure Zukunft aktiv selbstbewusst.

Teach old dogs new tricks

Ich halte nichts von Sprichworten, die demotivierend sind.
Ich glaube fest daran, dass wir – auch im hohen Alter – neue Dinge lernen können, wenn wir dies wirklich wollen.
Beispiele dazu gibt es zuhauf:

  • autodidaktisch stricken lernen im hohen Alter von vierzig Jahren
  • Spanisch lernen im Selbststudium jenseits des magischen vierten Lebensjahrzehnts

Wir hören ja auch nicht auf, neue Leute kennen zu lernen, also warum nicht neue Technologien lernen, neue Kommunikationswege entdecken.
Darüber hinaus hält uns lernen jung.
Der Vorteil eines erfahrenen Lebens besteht jedoch ganz klar darin, dass wir jetzt nicht mehr durch reines Nachahmen lernen müssen.
Jetzt sollten wir durch eigene Reflektion und Erkenntnisgewinn lernen.
Ist es nicht auch das Privileg des Alters, dass wir bereits gelernt haben zu lernen? Also sollte es uns leicht fallen, Neues zu lernen.
Weiterhin kommt noch hinzu, dass wir auch dadurch vorbildlich für die Digital Natives auftreten können.
Wir sollten den Digital Natives nicht durch Nachahmen gefallen wollen – darauf steht nun wirklich überhaupt kein Jugendlicher: so-tun-als-ob.
Wir sollten Jugendlichen respektvoll und ehrlich gegenüber treten, indem wir ihnen unsere Erfahrung, unsere Kenntnisse und unser offenes Interesse entgegen bringen.
Hier gilt
Live it like you mean it.“ und nicht
Fake it until you make it.
Denn Fake erkennen die Digital Natives – da erkennen sie sich selbst zu sehr wieder, denn sie sind lediglich Power-User ohne wirkliches Hintergrundwissen.

Don’t feed the hypes

Wir haben doch im Laufe unseres Lebens – das ist der noble Vorteil des Alters – gelernt, dass hinter jedem Trend, hinter jedem Hype zumeist – nichts steckt, außer einer Menge Verdruß und viele leere Versprechungen.
Machen wir uns doch im Vorhinein zunächst Gedanken darüber, was und wer hinter dem nächsten heißen Scheiß steckt.
Übt eure neuen Fähigkeiten in Internetrecherche und digitaler Kommunikation, um kritisch die Dinge zu hinterfragen, die euch wie geschnitten Brot angepriesen werden.
Denn genau wie geschnitten Brot wird auch das vermeintlich „kostenlose“ und „freie“ allzu bald trocken und teuer.
Die Digitalisierung unser Kommunikation und der gesamten gesellschaftlichen Prozesse hebeln nicht die betriebswirtschaftlichen Grundsätze von Kosten, Investitionen, Umsatz und Gewinn aus.

There is no free lunch.

Und auch der Tod ist nicht umsonst – er kostet uns das Leben.
Behaltet einfach folgendes im Hinterkopf:

Wenn du nicht dafür zahlst, bist du nicht der Kunde. Dann bist du das Produkt.

Danke für diese einprägsamen Worte, Jaron Lanier.

TL;DR

  • Silver Surfer? Eine Beleidigung! – Nein, ihr seid die Noblesse digitale!
  • Das Privileg des Alters – „Mit großer Macht geht große Verantwortung einher“
  • Wir haben das alles noch selbst erlebt – History will teach us…something
  • Never too old to learn – Teach old dogs new tricks
  • Reflektieren statt kopieren – Don’t feed the hypes

Also – tapfer voran, liebe Silver Surfer, und unterstützt die Digital Natives in ihrer Entwicklung. Nach euren Kräften.