Anarchische Ideen zum Daten sparen

Warum postuliere ich hier anarchische Ideen zum Daten sparen?
Nun, es geht mir hier um die digitale Selbstverteidigung unserer Privatsphäre und dazu müssen wir selbst aktiv werden.
Ich rufe einfach dazu auf, dass wir uns selbst – ganz ohne uns auf eine übergeordnete Hierarchie zu verlassen – bemühen, regulieren und Gedanken machen: anarchisch eben 🙂

Ein kurzer Exkurs: Was ist Anarchie?

Im Gegensatz zu der landläufigen Meinung bei Anarchie handele es sich um den Zustand gesellschaftlicher Unordnung und Gewaltherrschaft, ist Anarchie der Zustand von Abwesenheit von Herrschaft und Hierarchien.
Obendrein halte ich es für notwendig, einen anderen Blick auf die Schwierigkeiten zu werfen, als den Blick, den uns die Schwierigkeitenauslöser uns glauben machen wollen.
Ich lehne mich bei der Wahl Anarchie als Mittel zur Lösung der privatsphärenzerstörenden Probleme an die Worte von Albert Einstein an:
„Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.“

Datensouveräner Ungehorsam

Da ich ja hier auf die individuelle Selbstbestimmung unserer Daten gegenüber der Datenkraken abziele, spreche ich hier mal nicht von zivilem Ungehorsam, sondern von datensouveränem Ungehorsam.
Um es mit Johann Gottfried Seume zu sagen:
„Unbedingter Gehorsam ist kein Gedanke unter vernünftigen Wesen. Wo mich jemand nach seiner Willkür brauchen kann, bin ich ihm keinen Gehorsam schuldig, das geht aus der moralischen Natur des Menschen hervor.“
Und die Datenkraken verwenden unsere Daten – und damit uns – nach ihrer Willkür. Und dem will ich entgegenwirken!
Der große Oscar Wilde geht sogar noch einen Schritt weiter und betrachtet den Ungehorsam sogar als die ursprünglichste aller Tugenden:
„Ungehorsam ist für jeden, der die Geschichte kennt, die eigentliche Tugend des Menschen. Durch Ungehorsam entstand der Fortschritt, durch Ungehorsam und Aufsässigkeit.“
Darum rufe ich dir zu, lieber Leser: sei ungehorsam!
Aber was, so fragst du, können wir an dieser Stelle tun?
Dazu habe ich die folgenden – ungehorsamen – Ideen.

Verweigere die Datenherausgabe

  • Fülle nicht jedes Formular aus.
  • Lass alle Felder leer, die leer gelassen werden können.
  • Gib “leere” Daten an, wo es geht!

Was meine ich mit “leeren” Daten?
Gib ein Leerzeichen ein, oder einfach irgend ein beliebiges Zeichen wie ein Minus, ein Komma oder einfach einen Punkt.
Alles in allem: gib ein Statement ab, anstelle deiner Daten 😉

Übe dich in Selbstbeschränkung

Sei geheimnisvoll und kein offenes Buch.
Du bleibst interessanter, wenn nicht die ganze Welt (und vor allem die Datenkraken) nicht alles über dich wissen.
Ja, die Datenkraken vermitteln uns eine andere Sichtweise.
Sie sagen, sie können uns besser helfen, wenn sie uns besser kennenlernen, daher sollen wir möglichst viel über uns preisgeben.
Aber das ist gelogen.
Sie können nicht uns besser helfen, wenn sie mehr über uns wissen.
Sie können sich selbst damit besser helfen.

Lege temporäre E-Mail Adressen an

Nutze für unterschiedliche Online-Dienste, Online-Shops und Plattformen unterschiedliche, möglichst nur kurzfristig verfügbare E-Mail Adressen.
Diese sollten auch im gewählten Namen keinen Hinweis auf deinen social engineerbaren Kontext liefern.
Diese Maßnahme erschwert für die Datenkraken die Profilerstellung über dich.

Erzeuge keinen Müll

Diese Idee ist so klar und einfach, wie sie hilfreich ist.
Wenn du keinen Müll produzierst, muss du dir auch keine Sorgen machen musst, dass irgendwann radioaktiver Datenmüll über dich auftaucht und dir dein Leben ruiniert.

Hilfreich? Freundlich? Wahr?

Nutze einen einfachen Filter, den du für dich verwendest, bevor du etwas postest, das hilft dir dabei radioaktiven Datenmüll und viel Ungemach zu vermeiden.
Frage dich einfach, ob das Bild, Zitat, Statusupdate, welches du der dankbaren Welt teilhaftig werden lassen willst, ob du alle der folgenden drei Fragen klar mit einem Ja! beantworten kannst.
Falls nicht, tue der Welt und dir einen Gefallen und poste es NICHT.

  1. Ist es hilfreich?
  2. Ist es freundlich?
  3. Ist es wahr?

TL;DR

  • Was ist Anarchie?
  • Sei tugendhaft: nutze datensouveränen Ungehorsam.
  • Gib keine oder nur die unbedingt notwendigen Daten heraus.
  • Selbstbeschränke dich in deiner Datenpreisgabe.
  • Nutze temporäre E-Mail Adressen als Maßnahme gegen Profilerstellung.
  • Verursache kein Daten-Tschernobyl.
  • Denken und Filtern, dann gegebenenfalls posten – niemals andersum!

Und nun, lieber Leser, hinaus in die Natur!

Anarchische Ideen zum Daten sparen

Warum postuliere ich hier anarchische Ideen zum Daten sparen?
Nun, es geht mir hier um die digitale Selbstverteidigung unserer Privatsphäre und dazu müssen wir selbst aktiv werden.
Ich rufe einfach dazu auf, dass wir uns selbst – ganz ohne uns auf eine übergeordnete Hierarchie zu verlassen – bemühen, regulieren und Gedanken machen: anarchisch eben ?

TL;DR

  • Was ist Anarchie?
  • Sei tugendhaft: nutze datensouveränen Ungehorsam.
  • Gib keine oder nur die unbedingt notwendigen Daten heraus.
  • Selbstbeschränke dich in deiner Datenpreisgabe.
  • Nutze temporäre E-Mail Adressen als Maßnahme gegen Profilerstellung.
  • Verursache kein Daten-Tschernobyl.
  • Denken und Filtern, dann gegebenenfalls posten – niemals andersum!

Ein kurzer Exkurs: Was ist Anarchie?

Im Gegensatz zu der landläufigen Meinung bei Anarchie handele es sich um den Zustand gesellschaftlicher Unordnung und Gewaltherrschaft, ist Anarchie der Zustand von Abwesenheit von Herrschaft und Hierarchien.
Obendrein halte ich es für notwendig, einen anderen Blick auf die Schwierigkeiten zu werfen, als den Blick, den uns die Schwierigkeitenauslöser uns glauben machen wollen.
Ich lehne mich bei der Wahl Anarchie als Mittel zur Lösung der privatsphärenzerstörenden Probleme an die Worte von Albert Einstein an:

„Man kann ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen, die zu seiner Entstehung beigetragen haben.“

Datensouveräner Ungehorsam

Da ich ja hier auf die individuelle Selbstbestimmung unserer Daten gegenüber der Datenkraken abziele, spreche ich hier mal nicht von zivilem Ungehorsam, sondern von datensouveränem Ungehorsam.
Um es mit Johann Gottfried Seume zu sagen:

„Unbedingter Gehorsam ist kein Gedanke unter vernünftigen Wesen.
Wo mich jemand nach seiner Willkür brauchen kann, bin ich ihm keinen Gehorsam schuldig, das geht aus der moralischen Natur des Menschen hervor.“

Und die Datenkraken verwenden unsere Daten – und damit uns – nach ihrer Willkür.
Und dem will ich entgegenwirken!
Der große Oscar Wilde geht sogar noch einen Schritt weiter und betrachtet den Ungehorsam sogar als die ursprünglichste aller Tugenden:

„Ungehorsam ist für jeden, der die Geschichte kennt, die eigentliche Tugend des Menschen.
Durch Ungehorsam entstand der Fortschritt, durch Ungehorsam und Aufsässigkeit.“

Darum rufe ich dir zu, lieber Leser: sei ungehorsam!
Aber was, so fragst du, können wir an dieser Stelle tun?
Dazu habe ich die folgenden – ungehorsamen – Ideen.

Verweigere die Datenherausgabe

  • Fülle nicht jedes Formular aus.
  • Lass alle Felder leer, die leer gelassen werden können.
  • Gib “leere” Daten an, wo es geht!

Was meine ich mit “leeren” Daten?
Gib ein Leerzeichen ein, oder einfach irgend ein beliebiges Zeichen wie ein Minus, ein Komma oder einfach einen Punkt.
Alles in allem: gib ein Statement ab, anstelle deiner Daten ?

Übe dich in Selbstbeschränkung

Sei geheimnisvoll und kein offenes Buch.
Du bleibst interessanter, wenn nicht die ganze Welt (und vor allem die Datenkraken) nicht alles über dich wissen.
Ja, die Datenkraken vermitteln uns eine andere Sichtweise.
Sie sagen, sie können uns besser helfen, wenn sie uns besser kennenlernen, daher sollen wir möglichst viel über uns preisgeben.
Aber das ist gelogen.
Sie können nicht uns besser helfen, wenn sie mehr über uns wissen.
Sie können sich selbst damit besser helfen.

Lege temporäre E-Mail Adressen an

Nutze für unterschiedliche Online-Dienste, Online-Shops und Plattformen unterschiedliche, möglichst nur kurzfristig verfügbare E-Mail Adressen.
Diese sollten auch im gewählten Namen keinen Hinweis auf deinen social engineerbaren Kontext liefern.
Diese Maßnahme erschwert für die Datenkraken die Profilerstellung über dich.

Erzeuge keinen Müll

Diese Idee ist so klar und einfach, wie sie hilfreich ist.
Wenn du keinen Müll produzierst, muss du dir auch keine Sorgen machen musst, dass irgendwann radioaktiver Datenmüll über dich auftaucht und dir dein Leben ruiniert.

Hilfreich? Freundlich? Wahr?

Nutze einen einfachen Filter, den du für dich verwendest, bevor du etwas postest, das hilft dir dabei radioaktiven Datenmüll und viel Ungemach zu vermeiden.
Frage dich einfach, ob das Bild, Zitat, Statusupdate, welches du der dankbaren Welt teilhaftig werden lassen willst, ob du alle der folgenden drei Fragen klar mit einem Ja! beantworten kannst.
Falls nicht, tue der Welt und dir einen Gefallen und poste es NICHT.
1. Ist es hilfreich?
2. Ist es freundlich?
3. Ist es wahr?

Und nun, lieber Leser, hinaus in die Natur!

Was ich tun kann, wenn die Datenkraken mir an die Daten gehen wollen

Schutz meiner Privatsphäre durch Datensparsamkeit – schön, aber wie soll ich das machen?
In jedem Formular werden doch – meistens mehr als notwendig – Daten von mir eingefordert, meistens auch in Form von “Pflichtfeldern” (ob diese Felder sinnvoll sind für die Erbringung der Dienstleistung ist dabei mehr als zweifelhaft).
Und was tun wir jetzt?

TL;DR

  • die Realität biegen
  • nichts
  • endlich mal Nein! sagen
  • folge nicht jedem Trend

Sei rebellisch

“When they kick at your front door
How you gonna come?
With your hands on your head
Or on the trigger of your gun”
The Clash, Guns Of Brixton

Damit habe ich doch mal die Position, die ich hier verteidigen will, klar gemacht:
Die Datenkraken wollen mir mit ihrem datengierigen Formular die Eingangstür zu meiner Privatsphäre eintreten.
Jetzt habe ich die Wahl, ergebe ich mich und händige ihnen meine Daten und damit mich aus, oder setze ich mich zur Wehr?
Mir hilft es, wenn mein innerer Rebell mir diese Zeilen von The Clash nochmal vorsummt, denn  dann bin in der richtigen Stimmung (rebellisch und eben nicht unterwürfig) um diesem Formular so zu begegnen, wie dies es eben verdient hat:
freundlich, selbstbestimmt und kreativ.
Damit komme ich zu meinem ersten Rezept für datengierige Formulare:

Sei kreativ bei “Pflichtfeldern”

Die meisten Felder, die ein Datenkrake (Oder müsste es Datenkraken heißen?
Vom mythologischen Kraken.
Das passt besser, finde ich) abgreifen will, sind für die angefragte Dienstleistung vollkommen unerheblich und tragen nur zum Datenhort eben jenes Kraken bei.
Ein Streaming-Dienst braucht halt deine Postanschrift nicht.
Und eine Fluggesellschaft braucht deine Telefonnummer nicht, schließlich hat sie ja schon deine E-Mail Adresse.
Deswegen, übe dich in deiner schriftstellerischen Kreativität und lass deiner Fantasie freien Lauf.
Halte dich an Johann Nepomuk Nestroy, der es folgendermaßen formulierte:

“Nur eine lebhafte Einbildungskraft muss man haben, die muss aber schon verflucht lebhaft sein, nachher is es recht angenehm auf der Welt.”

Einfach mal nichts sagen

“Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
Schweige o Mensch und iss.”

Wilhelm Raabe bringt es hier trefflich auf den Punkt, wie wir uns noch vor der Datengier der Kraken schützen können.
Gib keine Daten an.
Nichts anzugeben lässt die Datensammler gänzlich im Dunklen, was dein Profil angeht.
Wo sie bei falschen Daten noch etwas haben, mit dem sie ihre Profile füttern können, so lässt digitales Schweigen sie gänzlich im Unklaren.
Daher “schweige o Mensch”.
Wo immer es möglich ist, gib gar keine Daten preis.
Widerstehe der unterschwelligen Aufforderung, du müsstest deine Daten dankbar und freiwillig den Datenkraken in ihre gierigen Fangarme werfen.
Folge dem Aufruf der Sex Pistols

“No Future For You!”

und formuliere daraus ein

“No Data For You!”

(vielleicht noch ein leises “Up Yours!” hinterher denken und zwei Finger hochstrecken).

Wir müssen wieder lernen Dinge in Frage zu stellen

“Lass dir von keinem Fachmann imponieren, der dir erzählt: ‘Lieber Freund, das mache ich schon seit zwanzig jahren so!’ – Man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen.”
Kurt Tucholsky

Immer nur nicken und gedankenlos seine Daten jedem Datensammler hinterher zu tragen führt halt zwangsläufig in den Bankrott der eigenen Privatsphäre.
Auch wenn wir zwanzig Jahre lang treu unsere Daten zu diesem und jenem Kundenvorteilsprogramm getragen haben – sei es Payback oder ein anderer Seelen…äh…Datenhändler, irgendwann wird es für uns einfach mal Zeit “Nein!” zu sagen!
Auch wenn diese vermeintlichen Bonusprogramme uns immer einreden wollen, sie tun uns etwas Gutes – lieber Mensch, werde dir gewahr, dass sie dir einfach schon immer das Falsche erzählt haben.
Sie tun sich etwas Gutes – nämlich deine Daten.
Was du davon hast ist Gram, Jammer und einfach bald keine Privatsphäre mehr.

Treib nicht jede Sau durchs Dorf

  • Lerne selektiv zu sein.
    Du musst nicht an jeder neuen Plattform, an jedem neuen Online-Dienst mitmachen.
    Du verteilst damit einfach immer weiter deine Daten und die Möglichkeit, dass damit ein noch umfassenderes Profil von dir erstellt wird, steigt immer mehr.
    Vor allem kannst du wohl stark davon ausgehen, dass wenn die neue Sau die gerade durch das globale Dorf gejagt wird, erfolgreich ist, wird sie doch eines Tages von einer der bereits etablierten großen Sauen gefressen – und damit landet noch ein weiterer Baustein für dein Profil in einem der bestehenden Datenpfründe und erweitert diesen noch mehr.

Und jetzt, anstatt dich hier mühsam mit einem weiteren Formular quälen und deine Privatsphäre dadurch gefährden, schau einfach dem Schneetreiben zu!

Was ich tun kann, wenn die Datenkraken mir an die Daten gehen wollen

Schutz meiner Privatsphäre durch Datensparsamkeit – schön, aber wie soll ich das machen?
In jedem Formular werden doch – meistens mehr als notwendig – Daten von mir eingefordert, meistens auch in Form von “Pflichtfeldern” (ob diese Felder sinnvoll sind für die Erbringung der Dienstleistung ist dabei mehr als zweifelhaft).
Und was tun wir jetzt?

Sei rebellisch

“When they kick at your front door
How you gonna come?
With your hands on your head
Or on the trigger of your gun”
The Clash, Guns Of Brixton
Damit habe ich doch mal die Position, die ich hier verteidigen will, klar gemacht: Die Datenkraken wollen mir mit ihrem datengierigen Formular die Eingangstür zu meiner Privatsphäre eintreten.
Jetzt habe ich die Wahl, ergebe ich mich und händige ihnen meine Daten und damit mich aus, oder setze ich mich zur Wehr?
Mir hilft es, wenn mein innerer Rebell mir diese Zeilen von The Clash nochmal vorsummt, denn  dann bin in der richtigen Stimmung (rebellisch und eben nicht unterwürfig) um diesem Formular so zu begegnen, wie dies es eben verdient hat: freundlich, selbstbestimmt und kreativ.
Damit komme ich zu meinem ersten Rezept für datengierige Formulare:

Sei kreativ bei “Pflichtfeldern”

Die meisten Felder, die ein Datenkrake (Oder müsste es Datenkraken heißen? Vom mythologischen Kraken. Das passt besser, finde ich) abgreifen will, sind für die angefragte Dienstleistung vollkommen unerheblich und tragen nur zum Datenhort eben jenes Kraken bei.

  • Ein Streaming-Dienst braucht halt deine Postanschrift nicht.
  • Und eine Fluggesellschaft braucht deine Telefonnummer nicht, schließlich hat sie ja schon deine E-Mail Adresse.

Deswegen, übe dich in deiner schriftstellerischen Kreativität und lass deiner Fantasie freien Lauf.
Halte dich an Johann Nepomuk Nestroy, der es folgendermaßen formulierte:
“Nur eine lebhafte Einbildungskraft muss man haben, die muss aber schon verflucht lebhaft sein, nachher is es recht angenehm auf der Welt.”

Einfach mal nichts sagen

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
Schweige o Mensch und iss.
Wilhelm Raabe bringt es hier trefflich auf den Punkt, wie wir uns noch vor der Datengier der Kraken schützen können.

  • Gib keine Daten an.

Nichts anzugeben lässt die Datensammler gänzlich im Dunklen, was dein Profil angeht.
Wo sie bei falschen Daten noch etwas haben, mit dem sie ihre Profile füttern können, so lässt digitales Schweigen sie gänzlich im Unklaren.
Daher “schweige o Mensch”.

  • Wo immer es möglich ist, gib gar keine Daten preis.

Widerstehe der unterschwelligen Aufforderung, du müsstest deine Daten dankbar und freiwillig den Datenkraken in ihre gierigen Fangarme werfen.
Folge dem Aufruf der Sex Pistols “No Future For You!” und formuliere daraus ein “No Data For You!” (vielleicht noch ein leises “Up Yours!” hinterher denken und zwei Finger hochstrecken).

Wir müssen wieder lernen Dinge in Frage zu stellen

“Lass dir von keinem Fachmann imponieren, der dir erzählt: ‘Lieber Freund, das mache ich schon seit zwanzig jahren so!’ – Man kann eine Sache auch zwanzig Jahre lang falsch machen.”
Kurt Tucholsky
Immer nur nicken und gedankenlos seine Daten jedem Datensammler hinterher zu tragen führt halt zwangsläufig in den Bankrott der eigenen Privatsphäre.
Auch wenn wir zwanzig Jahre lang treu unsere Daten zu diesem und jenem Kundenvorteilsprogramm getragen haben – sei es Payback oder ein anderer Seelen…äh…Datenhändler, irgendwann wird es für uns einfach mal Zeit “Nein!” zu sagen!
Auch wenn diese vermeintlichen Bonusprogramme uns immer einreden wollen, sie tun uns etwas Gutes – lieber Mensch, werde dir gewahr, dass sie dir einfach schon immer das Falsche erzählt haben.
Sie tun sich etwas Gutes – nämlich deine Daten.
Was du davon hast ist Gram, Jammer und einfach bald keine Privatsphäre mehr.

Treib nicht jede Sau durchs Dorf

  • Lerne selektiv zu sein.

Du musst nicht an jeder neuen Plattform, an jedem neuen Online-Dienst mitmachen. Du verteilst damit einfach immer weiter deine Daten und die Möglichkeit, dass damit ein noch umfassenderes Profil von dir erstellt wird, steigt immer mehr.
Vor allem kannst du wohl stark davon ausgehen, dass wenn die neue Sau die gerade durch das globale Dorf gejagt wird, erfolgreich ist, wird sie doch eines Tages von einer der bereits etablierten großen Sauen gefressen – und damit landet noch ein weiterer Baustein für dein Profil in einem der bestehenden Datenpfründe und erweitert diesen noch mehr.

TL;DR

  • die Realität biegen
  • nichts
  • endlich mal Nein! sagen
  • folge nicht jedem Trend

Und jetzt, anstatt dich hier mühsam mit einem weiteren Formular quälen und deine Privatsphäre dadurch gefährden, schau einfach dem Schneetreiben zu!

Datensparsamkeit, Tao und Anarchie – Das hilft beim Schutz der Privatsphäre

Unsere Privatsphäre schützen wir effektiv dadurch, dass wir sie eben nicht freiwillig preisgeben.
Das ist eine ganz simple Sichtweise, nur ist sie für viele gar nicht so simpel umzusetzen.
Wir sind mittlerweile einfach so sehr daran gewöhnt worden, dass wir unsere Daten freiwillig – und dazu noch gerne – hergeben.
Und gerade dadurch setzen wir einen Großteil unserer Privatsphäre aufs Spiel:
indem wir unsere Daten ganz ohne Zwang, ohne Überwachung von außen abgeben.
Einfach aus uns heraus.
Weil Daten hergeben so toll ist.
Weil ich doch nix zu verbergen habe.
Weil doch die ganze Welt (oder zumindest meine 3875 “Freunde”) unbedingt wissen muss, wo ich gestern um 23:36 Uhr war.

Hier spielt die Überwachung durch Datenkraken noch gar keine Rolle.
Und wenn wir nicht gerade Edward Snowden sind (und das sind – zum Glück – die wenigsten), dann spielen an dieser Stelle auch die Geheimdienste nur eine untergeordnete Rolle.
Die Daten, welche die Geheimdienste hier abgreifen, ist einfach Beifang (wie ein Delphin in der Thunfischdose eben).
Die Datenkraken müssen in diesem Fall auch noch nicht einmal aktiv nach unseren Daten verlangen, denn wir schenken sie ihnen ja!

Tao und Stoa

Und was können wir nun dagegen tun?
Lassen wir ein wenig mehr Tao in unserem Leben zu!
Und wie das?
Indem wir nichts tun.
Nutzen wir das Konzept des wu wei, des Handelns durch Nicht-Handeln, für den Schutz unserer Privatsphäre.
Einfach dadurch, dass wir keine Daten über uns ausplaudern, tragen wir einen wesentlichen Teil dazu bei, dass wir unsere Privatsphäre stärken.
Dies ist ein Konzept, welches vollkommen konträr zu der entsetzlichen Aussage von Eric Schmidt steht:

„Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.“

Ich will, dass wir alle weiterhin auch die Sachen tun können, von denen wir nicht wollen, dass sie jemand erfährt (auch meine Mutter nicht, zum Beispiel, ach – Google und die ganze Geheimdienst-Blase auch nicht. Aber vor allem meine Mutter).
Ich plädiere nur dafür, dass wir nicht in einen dauerberieselnden Datenstrom verfallen und mit unseren sinnlosen Gemeinplätzen, Selbstbildnissen und geopositionierten Orientierungslosigkeiten die Datenwelt fluten und uns dabei vollkommen seelisch leeren.
Tun wir einfach öfter mehr für uns (und alle anderen!), indem wir nichts tun – was unsere Datenmiteilsamkeit angeht.
Dabei sei dir selbst genug, übe dich in Affektkontrolle und genieße den Moment in gelassener Seelenruhe:
lasst uns ein wenig stoisch werden!

Anarchy In The Data Sovereignity

Was wir auf jeden Fall im Hinterkopf behalten sollten (und uns dafür bei Gelegenheit selbst leichte Schläge auf denselben versetzen sollten), ist die Tatsache, dass wenn wir unsere Daten hergeben, wir zum einen die Herrschaft über diese Daten verlieren und zum anderen auch tatsächlich jedes Recht daran aufgeben.
Geben wir Daten über uns preis, so geben wir auch die Kontrolle über diese Daten ab.
Ich bin kein Kontroll-Freak, aber ich auch kein Freund davon, jemand anderem die Kontrolle über mich zu geben.
Denn jemand der Kontrolle über meine Daten hat, hat auch leicht Kontrolle über mich.
Daher lasse ich Ton, Steine, Scherben für mich sprechen:

“Keiner hat das Recht, Menschen zu regier’n.”

You Post It – You Lose It

Dazu kommt auch noch, dass wir – rein juristisch gesehen – tatsächlich sämtliche Rechte an unseren Daten aufgeben, wenn wir diese auf unsozialen Plattformen wie Facebook posten.
So heißt es in den Nutzungsbedingungen von Facebook:

“Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf bzw. im Zusammenhang mit Facebook postest (IP-Lizenz)”.

(Als lustiges Bonmot am Rande: Facebook hat gar keine DatenSCHUTZrichtlinie, Facebook nennt es einfach Datenrichtlinie – das sollte uns allen doch schon einen Wink mit dem Gartenzaun geben ? ):
Deswegen nochmal:
* Nix posten, was du behalten willst, sonst kann jeder damit tun, was er will.

Ja, und was beim posten noch zu beachten ist:
du verlierst zwar die Rechte an deinen geposteten Inhalten, aber die Auswirkungen auf dich kleben an dir schlimmer als Zwei-Komponenten-Kleber und gar nicht so praktisch ablösbar wie die gelben Klebezettelchen ?
Darum schließe ich heute wieder mit einem wahrem Wort von Oscar Wilde:

“Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten!”

Poste nicht so viel und genieße umso mehr – so gelingt dein Leben nebenher ?

Datensparsamkeit, Tao und Anarchie – Das hilft beim Schutz der Privatsphäre

Unsere Privatsphäre schützen wir effektiv dadurch, dass wir sie eben nicht freiwillig preisgeben. Das ist eine ganz simple Sichtweise, nur ist sie für viele gar nicht so simpel umzusetzen. Wir sind mittlerweile einfach so sehr daran gewöhnt worden, dass wir unsere Daten freiwillig – und dazu noch gerne – hergeben.
Und gerade dadurch setzen wir einen Großteil unserer Privatsphäre aufs Spiel: indem wir unsere Daten ganz ohne Zwang, ohne Überwachung von außen abgeben.

  • Einfach aus uns heraus.
  • Weil Daten hergeben so toll ist.
  • Weil ich doch nix zu verbergen habe.
  • Weil doch die ganze Welt (oder zumindest meine 3875 “Freunde”) unbedingt wissen muss, wo ich gestern um 23:36 Uhr war.

Hier spielt die Überwachung durch Datenkraken noch gar keine Rolle.
Und wenn wir nicht gerade Edward Snowden sind (und das sind – zum Glück – die wenigsten), dann spielen an dieser Stelle auch die Geheimdienste nur eine untergeordnete Rolle.Die Daten, welche die Geheimdienste hier abgreifen, ist einfach Beifang (wie ein Delphin in der Thunfischdose eben).
Die Datenkraken müssen in diesem Fall auch noch nicht einmal aktiv nach unseren Daten verlangen, denn wir schenken sie ihnen ja!

Tao und Stoa

Und was können wir nun dagegen tun?
Lassen wir ein wenig mehr Tao in unserem Leben zu!
Und wie das?
Indem wir nichts tun.
Nutzen wir das Konzept des wu wei, des Handelns durch Nicht-Handeln, für den Schutz unserer Privatsphäre.
Einfach dadurch, dass wir keine Daten über uns ausplaudern, tragen wir einen wesentlichen Teil dazu bei, dass wir unsere Privatsphäre stärken.
Dies ist ein Konzept, welches vollkommen konträr zu der entsetzlichen Aussage von Eric Schmidt steht:
„Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun.“
Ich will, dass wir alle weiterhin auch die Sachen tun können, von denen wir nicht wollen, dass sie jemand erfährt (auch meine Mutter nicht, zum Beispiel, ach – Google und die ganze Geheimdienst-Blase auch nicht. Aber vor allem meine Mutter).
Ich plädiere nur dafür, dass wir nicht in einen dauerberieselnden Datenstrom verfallen und mit unseren sinnlosen Gemeinplätzen, Selbstbildnissen und geopositionierten Orientierungslosigkeiten die Datenwelt fluten und uns dabei vollkommen seelisch leeren.
Tun wir einfach öfter mehr für uns (und alle anderen!), indem wir nichts tun – was unsere Datenmiteilsamkeit angeht.
Dabei sei dir selbst genug, übe dich in Affektkontrolle und genieße den Moment in gelassener Seelenruhe:
lasst uns ein wenig stoisch werden!

Anarchy In The Data Sovereignity

Was wir auf jeden Fall im Hinterkopf behalten sollten (und uns dafür bei Gelegenheit selbst leichte Schläge auf denselben versetzen sollten), ist die Tatsache, dass wenn wir unsere Daten hergeben, wir zum einen die Herrschaft über diese Daten verlieren und zum anderen auch tatsächlich jedes Recht daran aufgeben.
Geben wir Daten über uns preis, so geben wir auch die Kontrolle über diese Daten ab.
Ich bin kein Kontroll-Freak, aber ich auch kein Freund davon, jemand anderem die Kontrolle über mich zu geben. Denn jemand der Kontrolle über meine Daten hat, hat auch leicht Kontrolle über mich.
Daher lasse ich Ton, Steine, Scherben für mich sprechen:

“Keiner hat das Recht, Menschen zu regier’n.”
You Post It – You Lose It

Dazu kommt auch noch, dass wir – rein juristisch gesehen – tatsächlich sämtliche Rechte an unseren Daten aufgeben, wenn wir diese auf unsozialen Plattformen wie Facebook posten.
So heißt es in den Nutzungsbedingungen von Facebook: “Du gewährst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jedweder IP-Inhalte, die du auf bzw. im Zusammenhang mit Facebook postest (IP-Lizenz)”.
(Als lustiges Bonmot am Rande: Facebook hat gar keine DatenSCHUTZrichtlinie, Facebook nennt es einfach Datenrichtlinie – das sollte uns allen doch schon einen Wink mit dem Gartenzaun geben 😉 ):
Deswegen nochmal:

  • Nix posten, was du behalten willst, sonst kann jeder damit tun, was er will.

Ja, und was beim posten noch zu beachten ist: du verlierst zwar die Rechte an deinen geposteten Inhalten, aber die Auswirkungen auf dich kleben an dir schlimmer als Zwei-Komponenten-Kleber und gar nicht so praktisch ablösbar wie die gelben Klebezettelchen 😉
Darum schließe ich heute wieder mit einem wahrem Wort von Oscar Wilde:

“Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten!”

Poste nicht so viel und genieße umso mehr – so gelingt dein Leben nebenher 😉

Wie kann ich meine Privatsphäre schützen?

Also schön.
Langsam dringt es durch die Hornhaut auf meiner Seele zu mir durch, dass ich selbst etwas tun muss, um meine Privatsphäre zu schützen, um mich nicht selbst in diesem ganzen Datenmüll zu verlieren.
Aber was? Und wo fang ich an?

Fang an, wo du bist.

Hier.
Jetz.
Setz dir nicht erst einen Startpunkt in der Zukunft, weil dann fängst du nie an.
Es ist auch wirklich nicht schwer anzufangen. Wir müssen nicht komplett alles, was wir bisher getan haben umkrempeln und auf den digitalen Müll werfen, sondern wir können Schritt für Schritt anfangen, unsere Privatsphäre zurückzuerobern und zu stärken.

Lüge, betrüge und täusche

Wir riskieren unsere Privatsphäre stark dadurch, dass wir zu viel von uns preisgeben – und das nutzen die Datenkraken dreist aus. Sie sammeln alles was sie von uns bekommen können – und bereitwillig geben wir es ihnen.
Es werden in so vielen Formularen so viele Daten von uns abgefragt, von der Schuhgröße unseres Hamsters über unsere Lieblingsfarbe der Gardinen bis zu unseren Geburtstagen, Geschlecht, zweiter Vorname der Schwiegermutter und all solche Sachen, die meistens vollkommen unnötig für die Erbringung der Dienstleistung sind, die wir an dieser Stelle in Anspruch nehmen wollen.

  • Ein Musik-Streaming-Dienst braucht deine Anschrift nicht, um dir Musik zu liefern. Sie wird gestreamt, nicht von der Post ausgetragen.
  • Und die Schuhgröße deines Hamsters muss auch niemand erfahren – es sei denn du bestellst Schuhe für deinen Hamster.

Deswegen ist mein Rat: Lüge! Betrüge! Täusche!
Gib – wenn es sich denn um ein Pflichtfeld handelt – falsche Daten an.
Die Datenkraken belügen dich auch – also warum zahlen wir es ihnen nicht mit gleicher Münze heim?
Wir haben nichts davon, wenn wir den Datensammlern diese Daten geben – also wenn sie Daten haben wollen – dann geben wir ihnen Datenmüll!

Erst denken – dann posten

Wir geben unsere Privatsphäre auch an anderer Stelle ganz freiwillig auf.
Niemand zwingt uns dazu, wir tun es einfach so.
Wir machen uns ganz selbstverständlich und ohne Zwang datennackt.
Wir begehen an uns selbst Datenmissbrauch, wenn wir ständig jeden Moment unseres Lebens posten, anstatt ihn zu genießen.
Niemand will sehen, was ich diesen Abend zu essen auf dem Tisch habe. Kein Mensch muss wissen, dass ich – erstaunlicherweise – auch an diesem Abend auf die S-Bahn warte um nach Hause zu fahren.
Niemanden interessiert das.
Auch dich nicht mehr, nachdem du es gepostet hast.
Deswegen ist ein ganz einfacher Schutz deiner Privatsphäre:
erst denken, dann posten.
Zähle bis zehn, dann überleg dir, ob es sinnvoll, hilfreich und gut ist, was du gerade posten willst.
Kannst du all diese Fragen klar mit “ja” beantworten, dann meinetwegen, poste es.
Ansonsten genieße einfach den Moment und behalte ihn für dich!

Niemand muss alles über dich wissen – schon gar nicht Facebook

Gib einfach nicht alle Daten preis!
Facebook und andere asozialen Plattformen vermitteln dir den Eindruck, dass du viel tiefer und erfolgreicher in diesem oder jenen Netzwerk eingebunden bist, je mehr du über dich preisgibst!
Deine Lieblingsfilme!
Die Fernsehserien für die du sogar deine Mutter verkaufen würdest, um sie nicht zu verpassen!
Deine Lieblingsapps!
Deine Schuhgröße (diesmal nicht die deines Hamsters – der hat ja sein eigenes Profil)!
Wann du geboren wurdest! Und wo! Und warum!
Was du von blauleuchtenden Pinguinflüglern hälst! Und warum!
Wo du wohnst! Und seit wann! Und mit wem!
Und wen du anbetest! Und warum nicht jemanden anderen!
Und wie deine sexuelle Orientierung ist (Facebook bietet die Wahlmöglichkeit aus mehr als 60 Orientierungen)!
Wenn du all das angibst, wirst du ein besseres Mitglied dieser Community! Genau!
Oder einfach nur vollkommen kontrolliertes Opfer, welches prima ausgebeutet werden kann.
Gib so wenig wie möglich preis.
Du brauchst den Schwachsinn nicht auszufüllen, damit du an diesem Netzwerk teilhaben kannst.
Es dient einzig dazu, dich in ein Profil zu pressen, um dir noch viel besser “genau auf dich abgestimmte Inhalte” aufzuoktroyieren.

Such selber, anstatt suchen zu lassen

Ich finde es schon albern, dass “googeln” es tatsächlich in den Duden geschafft hat. Tatsächlich mit der Bedeutung “etwas zu recherchieren”. Also weiter weg von recherchieren kann etwas mit Google suchen nicht sein.
Denn du findest nichts Neues. Du findest Dinge, von denen Google denkt, dass sie für dich wesentlich sind. Du bist in einer Filterblase gefangen, die sich immer stärker um die Dinge dreht, die du bereits kennst.
Das hat auch schon Adolph Freiherr von Knigge erkannt, dass es sich dabei um ein schlechtes Vorgehen handelt, als er folgendes sagte:

“Sei nie ganz müßig! Lerne dich selbst nicht zu sehr auswendig, sondern sammle aus Büchern und Menschen neue Ideen. Man glaubt es gar nicht, welch ein eintöniges Wesen man wird, wenn man sich immer in dem Zirkel seiner eigenen Lieblingsbegriffe herumdreht, und wie man dann alles wegwirft, was nicht unser Siegel an der Stirne trägt.”

“Lerne aus Büchern und Menschen neue Ideen.”
Lerne neue Ideen und zwar aus Büchern und Menschen. Google kann dir keine neuen Ideen liefern, denn es lässt dich “immer in dem Zirkel” der “eigenen Lieblingsbegriffe herumdrehen”.
Und dadurch wirst du “ein eintöniges Wesen”.
Darum, Mensch, befreie dich aus deiner selbstgewählten Unmündigkeit und suche frei.
Frei von Tracking und Vorfilterung.
Nutze Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Startpage. Hier wird deine Suche nicht vorgefiltert und du musst dich nicht weiter “in dem Zirkel der [Google-gewählten] Lieblingsbegriffe herumdrehen”.
Suche frei, Mensch!

Mach halt wieder ein paar Dinge analog

Leg dir ein Adressbuch zu.
Also ein richtiges Buch.
Mit echten Seiten.
Leuchturm1917 hat dafür ein ganz tolles Produkt.

  • Es ist immer da.
  • Es braucht keinen Strom.
  • Es ist kompatibel mit allen Stiften.

Kauf – oder bastel – dir einen Kalender.
Hier brauchst du dir keine Gedanken zu machen, wer deine geheimen Termine liest. Oder wem du den Kalender freigegeben hast.
Oder ob er Zugriff von deinen 97 datensaugenden Apps hat.
Es ist einfach ein Taschenkalender.

  • Du kannst darin rummalen,
  • kritzeln,
  • schreiben,
  • schmieren,
  • Seiten rausreißen und
  • wieder einkleben.

Es ist einfach schön.
Und jetzt überrasche mal jemdanden mit einer Postkarte.
Das ist viel schöner, individueller und persönlicher als ein blöder Post in deiner Timeline.

Das ist digitaler Ungehorsam!

Greifen wir zur Datenselbstverteidigung und schützen unsere Privatsphäre!

Wie kann ich meine Privatsphäre schützen?

Also schön.
Langsam dringt es durch die Hornhaut auf meiner Seele zu mir durch, dass ich selbst etwas tun muss, um meine Privatsphäre zu schützen, um mich nicht selbst in diesem ganzen Datenmüll zu verlieren.
Aber was? Und wo fang ich an?

Fang an, wo du bist.

Hier.
Jetzt.
Setz dir nicht erst einen Startpunkt in der Zukunft, weil dann fängst du nie an.
Es ist auch wirklich nicht schwer anzufangen.
Wir müssen nicht komplett alles, was wir bisher getan haben umkrempeln und auf den digitalen Müll werfen, sondern wir können Schritt für Schritt anfangen, unsere Privatsphäre zurückzuerobern und zu stärken.

Lüge, betrüge und täusche

Wir riskieren unsere Privatsphäre stark dadurch, dass wir zu viel von uns preisgeben – und das nutzen die Datenkraken dreist aus.
Sie sammeln alles was sie von uns bekommen können – und bereitwillig geben wir es ihnen.
Es werden in so vielen Formularen so viele Daten von uns abgefragt, von der Schuhgröße unseres Hamsters über unsere Lieblingsfarbe der Gardinen bis zu unseren Geburtstagen, Geschlecht, zweiter Vorname der Schwiegermutter und all solche Sachen, die meistens vollkommen unnötig für die Erbringung der Dienstleistung sind, die wir an dieser Stelle in Anspruch nehmen wollen.
Ein Musik-Streaming-Dienst braucht deine Anschrift nicht, um dir Musik zu liefern.
Sie wird gestreamt, nicht von der Post ausgetragen.
Und die Schuhgröße deines Hamsters muss auch niemand erfahren – es sei denn du bestellst Schuhe für deinen Hamster.

Deswegen ist mein Rat: Lüge! Betrüge! Täusche!
Gib – wenn es sich denn um ein Pflichtfeld handelt – falsche Daten an.
Die Datenkraken belügen dich auch – also warum zahlen wir es ihnen nicht mit gleicher Münze heim?
Wir haben nichts davon, wenn wir den Datensammlern diese Daten geben – also wenn sie Daten haben wollen – dann geben wir ihnen Datenmüll!

Erst denken – dann posten

Wir geben unsere Privatsphäre auch an anderer Stelle ganz freiwillig auf.
Niemand zwingt uns dazu, wir tun es einfach so.
Wir machen uns ganz selbstverständlich und ohne Zwang datennackt.
Wir begehen an uns selbst Datenmissbrauch, wenn wir ständig jeden Moment unseres Lebens posten, anstatt ihn zu genießen.
Niemand will sehen, was ich diesen Abend zu essen auf dem Tisch habe.
Kein Mensch muss wissen, dass ich – erstaunlicherweise – auch an diesem Abend auf die S-Bahn warte um nach Hause zu fahren.
Niemanden interessiert das.
Auch dich nicht mehr, nachdem du es gepostet hast.
Deswegen ist ein ganz einfacher Schutz deiner Privatsphäre:
erst denken, dann posten.
Zähle bis zehn, dann überleg dir, ob es sinnvoll, hilfreich und gut ist, was du gerade posten willst.
Kannst du all diese Fragen klar mit “ja” beantworten, dann meinetwegen, poste es.
Ansonsten genieße einfach den Moment und behalte ihn für dich!

Niemand muss alles über dich wissen – schon gar nicht Facebook

Gib einfach nicht alle Daten preis!
Facebook und andere asozialen Plattformen vermitteln dir den Eindruck, dass du viel tiefer und erfolgreicher in diesem oder jenen Netzwerk eingebunden bist, je mehr du über dich preisgibst!
Deine Lieblingsfilme!
Die Fernsehserien für die du sogar deine Mutter verkaufen würdest, um sie nicht zu verpassen!
Deine Lieblingsapps!
Deine Schuhgröße (diesmal nicht die deines Hamsters – der hat ja sein eigenes Profil)!
Wann du geboren wurdest! Und wo! Und warum!
Was du von blauleuchtenden Pinguinflüglern hälst! Und warum!
Wo du wohnst! Und seit wann! Und mit wem!
Und wen du anbetest! Und warum nicht jemanden anderen!
Und wie deine sexuelle Orientierung ist (Facebook bietet die Wahlmöglichkeit aus mehr als 60 Orientierungen)!
Wenn du all das angibst, wirst du ein besseres Mitglied dieser Community! Genau!
Oder einfach nur vollkommen kontrolliertes Opfer, welches prima ausgebeutet werden kann.
Gib so wenig wie möglich preis.
Du brauchst den Schwachsinn nicht auszufüllen, damit du an diesem Netzwerk teilhaben kannst.
Es dient einzig dazu, dich in ein Profil zu pressen, um dir noch viel besser “genau auf dich abgestimmte Inhalte” aufzuoktroyieren.

Such selber, anstatt suchen zu lassen

Ich finde es schon albern, dass “googeln” es tatsächlich in den Duden geschafft hat.
Tatsächlich mit der Bedeutung “etwas zu recherchieren”.
Also weiter weg von recherchieren kann etwas mit Google suchen nicht sein.
Denn du findest nichts Neues.
Du findest Dinge, von denen Google denkt, dass sie für dich wesentlich sind.
Du bist in einer Filterblase gefangen, die sich immer stärker um die Dinge dreht, die du bereits kennst.
Das hat auch schon Adolph Freiherr von Knigge erkannt, dass es sich dabei um ein schlechtes Vorgehen handelt, als er folgendes sagte:

“Sei nie ganz müßig!
Lerne dich selbst nicht zu sehr auswendig, sondern sammle aus Büchern und Menschen neue Ideen.
Man glaubt es gar nicht, welch ein eintöniges Wesen man wird, wenn man sich immer in dem Zirkel seiner eigenen Lieblingsbegriffe herumdreht, und wie man dann alles wegwirft, was nicht unser Siegel an der Stirne trägt.”

“Lerne aus Büchern und Menschen neue Ideen.”

Lerne neue Ideen und zwar aus Büchern und Menschen.
Google kann dir keine neuen Ideen liefern, denn es lässt dich “immer in dem Zirkel” der “eigenen Lieblingsbegriffe herumdrehen”.
Und dadurch wirst du “ein eintöniges Wesen”.
Darum, Mensch, befreie dich aus deiner selbstgewählten Unmündigkeit und suche frei.
Frei von Tracking und Vorfilterung.
Nutze Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Startpage.
Hier wird deine Suche nicht vorgefiltert und du musst dich nicht weiter “in dem Zirkel der [Google-gewählten] Lieblingsbegriffe herumdrehen”.
Suche frei, Mensch!

Mach halt wieder ein paar Dinge analog

Leg dir ein Adressbuch zu.
Also ein richtiges Buch.
Mit echten Seiten.
Leuchtturm1917 hat dafür ein ganz tolles Produkt.
Es ist immer da.
Es braucht keinen Strom.
* Es ist kompatibel mit allen Stiften.

Kauf – oder bastel – dir einen Kalender.
Hier brauchst du dir keine Gedanken zu machen, wer deine geheimen Termine liest.
Oder wem du den Kalender freigegeben hast.
Oder ob er Zugriff von deinen 97 datensaugenden Apps hat.
Es ist einfach ein Taschenkalender.
Du kannst darin rummalen,
kritzeln,
schreiben,
schmieren,
Seiten rausreißen und
wieder einkleben.

Es ist einfach schön.
Und jetzt überrasche mal jemdanden mit einer Postkarte.
Das ist viel schöner, individueller und persönlicher als ein blöder Post in deiner Timeline.

Das ist digitaler Ungehorsam!

Greifen wir zur Datenselbstverteidigung und schützen unsere Privatsphäre!

Wie unsere Privatsphäre beschränkt wird

Nachdem wir nun einige Ideen haben, warum wir unsere Privatsphäre schützen sollten, gebe ich jetzt einige Hinweise darauf, wodurch unsere Privatsphäre beschränkt wird.
Ich habe manchmal das leichte Gefühl paranoid zu sein – aber bloß weil alle hinter dir her sind, heißt das ja noch lange nicht, dass ich unter Verfolgungswahn leide 😉
So ungefähr können wir uns gut die Situation vorstellen, in der wir leben – meistens ohne das wir es bewusst mitbekommen.
Aber ganz im Spaß (ernsthaft möchte ich unsere Lage wirklich nicht bewerten, sonst verliere ich noch den Spaß am Leben – und das wär wirklich blöd), wir werden schon von ganz schön vielen Seiten in unserer Privatsphäre eingeschränkt.
Es fängt beim Staat an, geht weiter über die verschiedenen Geheimdienste (und da hören wir erstaunlicherweise meistens nur von den “befreundeten” Diensten…da will ich wirklich gar nicht wissen, wie die Nachrichtendienste der “unfreundlichen” Staaten uns aushorchen), Unternehmen, die nur unser Bestes wollen (nämlich unsere Daten) und endet schließlich bei uns selbst!
Ja, das ist jetzt der Moment für betretenes Schweigen.
Letztendlich sind wir selbst unser größter Feind.
Aber dazu komme ich noch später.
Ich fange jetzt mal beim Großen an und arbeite mich dann durch bis zum Kleinen. Allerdings ist das keine Wertung in der Reihenfolge. Jede Form der Überwachung ist schlimm.
Die Einschränkung unserer Privatsphäre findet bei diesen unterschiedlichen Überwachern auf verschiedenen Ebenen statt, was ihnen jedoch meiner Meinung nach gemein ist (was ganz schön gemein ist [Verzeihung, ich hatte heute einen Clown zum Frühstück]), ist die Tatsache, dass alle dadurch Kontrolle über uns ausüben wollen.
Und darauf habe ich mal so überhaupt keinen Bock.
Genug der Vorrede, los gehts.

Der Staat.

Unser lieber Staat (egal welcher Couleur die aktuelle Regierung ist, da ist Rot so Schwarz wie Grün eher ins Olivegrüne und Braun auch nicht mehr von Gelb, lila gepunktet oder Grau zu unterscheiden ist), möchte unsere Daten. Zum Terrorschutz. Zur besseren Altersvorsorge. Damit wir wissen, wieviele Gürteltiere so pro vermietetem Quadratmeter leben oder wo noch ein Atommüllendlager entstehen kann ohne dass zu viele Steuerhinterzieher auf die Cayman-Islands verschwinden. Egal welches Argument dafür aus dem Fabulierlexikon der Lobbyisten gezogen wird oder welche tote Sau mal wieder durch das politische Dorf gejagt wird – es hat alles nur den Grund mehr Kontrolle über uns zu erlangen. Und ein mehr an Kontrolle erreicht man sehr einfach durch ein weniger an Privatsphäre. Denn: Wissen ist Macht.
Für diesen Zweck werden dann so brandgefährliche, weil vollkommen unsichere Spielzeuge wie der elektronische Ausweis oder vollkommen untaugliche und rechtswidrige Maßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung angeleiert.

Geheimdienste.

Unsere Freunde. Die, die man ja nicht überwacht. Das sind die Besten. Vermutlich sogar die Besten der Besten der Besten, Sir! Naja, zumindest was der Ideenreichtum und die Skrupellosigkeit bei ihrer Datenschnüffelei angeht. Egal ob BND, NSA oder GCHQ, alle machen sie mit. Hören unsere Telefonate ab, lesen unsere E-Mails und werten unsere Kreditkartenabrechnungen aus.
Von Privatsphäre ist da keine Rede mehr – höchstens als irgendetwas, das möglichst schnell für “den höheren Zweck”, das “Allgemeinwohl” oder die “Terrorabwehr” geopfert werden muss.
Wir müssen halt Opfer bringen für unsere Sicherheit.
Als ob auch nur ein Terroranschlag verhindert worden wäre durch die nahezu vollkommene Überwachung dieser Maschinerie die Orwell sich nocht nicht mal in seinen wüstesten Träumen ausmalen konnte.
Dieses irrsinnige Missverhältnis von milliardenfacher Massenüberwachung um eine handvoll Terroristen zu verfolgen. Diese Terroristen müssen Monster leviathanischen Ausmaßes sein, wenn sie bei den Geheimdiensten solche Ängste auslösen, dass hier die Privatsphäre von Milliarden Menschen geopfert wird, um so ein paar Irre zu verfolgen.

Unternehmen.

Unternehmen schränken unsere Privatsphäre von einer ganz anderen Seite her ein. Diese werten die Daten, die sie bereits über uns besitzen aus, um daraus noch weitere Werte über uns zu berechnen.
Die Datenkraken setzen komplexe (und am Rande bemerkt höchst geheime) Algorithmen ein, um unsere Kreditwürdigkeit zu berechnen, um uns Vorschläge zu machen, was wir doch bitte als nächstes kaufen sollten, welches Lied wir jetzt am besten hören mögen, welchen Film wir gleich schauen sollten und wohin unsere nächste Urlaubsreise gehen muss.
Das tun diese unternehmerischen Gutmenschen natürlich nur für uns.
Natürlich.
Drauf gepfiffen! Ich will das nicht! Ich will entscheiden, was ich als nächstes esse, welches Lied ich höre, wohin und wie ich meine nächste Reise mache.
Es ist schon schlimm genug, dass sich diese, diese Datenmonster anmaßen mich zu kennen, die Vorstellung haben, mich verstanden zu haben. Zu wissen wie ich ticke. Ach! Ihr armen Technologie-Jünger, ihr tut mir leid!
Nichts wisst ihr.
Ihr gaukelt euren Kunden – ich will lieber sagen: euren Datenquellen – vor, ihr würdet jeden individuell behandeln. Nein, das wollt ihr nicht. Ihr wollt, dass alle gleich sind, denn dadurch steigt euer Profit nämlich viel besser.

Wir selbst.

Endlich bin ich beim Kern unserer Beschränkung angekommen.
Es ist eine Selbstbeschränkung, nein eine Selbstverstümmelung gar.
Wir selbst sind unser schlimmster Feind. Wir selbst überwachen uns am stärksten. Freiwillig!
Wir liefern schön artig unsere Schlafzyklen ab.
Wir lassen unsere Schritte zählen.
Teilen großzügig der Welt mit, wann wir Sex haben weil unser smartes Thermostat einen Anstieg der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer feststellt, posten unseren Blutdruck durch unser „Fitness“-Armband, vermessen unseren Blutzuckerspiegel durch „smarte“ Kontaktlinsen und sagen wirklich ständig wann wir wo sind durch die Geodaten, die wir mit Fotos teilen oder durch die Routenberechnung mit GoogleMaps in unseren Smartphones.
Und noch mehr: Wir liefern die Bilder unserer eigenen Heimüberwachungskameras freiwillig ab, damit diese von Gesichtserkennungsprogrammen ausgewertet werden und misbraucht werden können.

Sind wir denn noch zu retten?

Ja.
Ich bin überzeugt davon, denn ich habe Ideen und Gedanken dazu, wie wir uns selbst retten können. Denn genauso wir selbstverschuldet in diesen Überwachungsalbtraum eingetaucht sind, genauso können wir uns selbstverantwortlich daraus befreien.
Und ich kann euch dabei helfen.

Wie unsere Privatsphäre beschränkt wird

Nachdem wir nun einige Ideen haben, warum wir unsere Privatsphäre schützen sollten, gebe ich jetzt einige Hinweise darauf, wodurch unsere Privatsphäre beschränkt wird.
Ich habe manchmal das leichte Gefühl paranoid zu sein – aber bloß weil alle hinter dir her sind, heißt das ja noch lange nicht, dass ich unter Verfolgungswahn leide ?
So ungefähr können wir uns gut die Situation vorstellen, in der wir leben – meistens ohne das wir es bewusst mitbekommen.
Aber ganz im Spaß (ernsthaft möchte ich unsere Lage wirklich nicht bewerten, sonst verliere ich noch den Spaß am Leben – und das wär wirklich blöd), wir werden schon von ganz schön vielen Seiten in unserer Privatsphäre eingeschränkt.
Es fängt beim Staat an, geht weiter über die verschiedenen Geheimdienste (und da hören wir erstaunlicherweise meistens nur von den “befreundeten” Diensten…da will ich wirklich gar nicht wissen, wie die Nachrichtendienste der “unfreundlichen” Staaten uns aushorchen), Unternehmen, die nur unser Bestes wollen (nämlich unsere Daten) und endet schließlich bei uns selbst!
Ja, das ist jetzt der Moment für betretenes Schweigen.
Letztendlich sind wir selbst unser größter Feind.
Aber dazu komme ich noch später.
Ich fange jetzt mal beim Großen an und arbeite mich dann durch bis zum Kleinen.
Allerdings ist das keine Wertung in der Reihenfolge.
Jede Form der Überwachung ist schlimm.
Die Einschränkung unserer Privatsphäre findet bei diesen unterschiedlichen Überwachern auf verschiedenen Ebenen statt, was ihnen jedoch meiner Meinung nach gemein ist (was ganz schön gemein ist [Verzeihung, ich hatte heute einen Clown zum Frühstück]), ist die Tatsache, dass alle dadurch Kontrolle über uns ausüben wollen.
Und darauf habe ich mal so überhaupt keinen Bock.
Genug der Vorrede, los gehts.

Der Staat.

Unser lieber Staat (egal welcher Couleur die aktuelle Regierung ist, da ist Rot so Schwarz wie Grün eher ins Olivegrüne und Braun auch nicht mehr von Gelb, lila gepunktet oder Grau zu unterscheiden ist), möchte unsere Daten.
Zum Terrorschutz.
Zur besseren Altersvorsorge.
Damit wir wissen, wieviele Gürteltiere so pro vermietetem Quadratmeter leben oder wo noch ein Atommüllendlager entstehen kann ohne dass zu viele Steuerhinterzieher auf die Cayman-Islands verschwinden.
Egal welches Argument dafür aus dem Fabulierlexikon der Lobbyisten gezogen wird oder welche tote Sau mal wieder durch das politische Dorf gejagt wird – es hat alles nur den Grund mehr Kontrolle über uns zu erlangen.
Und ein mehr an Kontrolle erreicht man sehr einfach durch ein weniger an Privatsphäre.
Denn: Wissen ist Macht.
Für diesen Zweck werden dann so brandgefährliche, weil vollkommen unsichere Spielzeuge wie der elektronische Ausweis oder vollkommen untaugliche und rechtswidrige Maßnahmen wie die Vorratsdatenspeicherung angeleiert.

Geheimdienste.

Unsere Freunde.
Die, die man ja nicht überwacht.
Das sind die Besten.
Vermutlich sogar die Besten der Besten der Besten, Sir!
Naja, zumindest was der Ideenreichtum und die Skrupellosigkeit bei ihrer Datenschnüffelei angeht.
Egal ob BND, NSA oder GCHQ, alle machen sie mit.
Hören unsere Telefonate ab, lesen unsere E-Mails und werten unsere Kreditkartenabrechnungen aus.
Von Privatsphäre ist da keine Rede mehr – höchstens als irgendetwas, das möglichst schnell für “den höheren Zweck”, das “Allgemeinwohl” oder die „Terrorabwehr“ geopfert werden muss.
Wir müssen halt Opfer bringen für unsere Sicherheit.
Als ob auch nur ein Terroranschlag verhindert worden wäre durch die nahezu vollkommene Überwachung dieser Maschinerie die Orwell sich nocht nicht mal in seinen wüstesten Träumen ausmalen konnte.
Dieses irrsinnige Missverhältnis von milliardenfacher Massenüberwachung um eine handvoll Terroristen zu verfolgen.
Diese Terroristen müssen Monster leviathanischen Ausmaßes sein, wenn sie bei den Geheimdiensten solche Ängste auslösen, dass hier die Privatsphäre von Milliarden Menschen geopfert wird, um so ein paar Irre zu verfolgen.

Unternehmen.

Unternehmen schränken unsere Privatsphäre von einer ganz anderen Seite her ein.
Diese werten die Daten, die sie bereits über uns besitzen aus, um daraus noch weitere Werte über uns zu berechnen.
Die Datenkraken setzen komplexe (und am Rande bemerkt höchst geheime) Algorithmen ein, um unsere Kreditwürdigkeit zu berechnen, um uns Vorschläge zu machen, was wir doch bitte als nächstes kaufen sollten, welches Lied wir jetzt am besten hören mögen, welchen Film wir gleich schauen sollten und wohin unsere nächste Urlaubsreise gehen muss.
Das tun diese unternehmerischen Gutmenschen natürlich nur für uns.
Natürlich.
Drauf gepfiffen!
Ich will das nicht!
Ich will entscheiden, was ich als nächstes esse, welches Lied ich höre, wohin und wie ich meine nächste Reise mache.
Es ist schon schlimm genug, dass sich diese, diese Datenmonster anmaßen mich zu kennen, die Vorstellung haben, mich verstanden zu haben.
Zu wissen wie ich ticke.
Ach! Ihr armen Technologie-Jünger, ihr tut mir leid!
Nichts wisst ihr.
Ihr gaukelt euren Kunden – ich will lieber sagen: euren Datenquellen – vor, ihr würdet jeden individuell behandeln.
Nein, das wollt ihr nicht.
Ihr wollt, dass alle gleich sind, denn dadurch steigt euer Profit nämlich viel besser.

Wir selbst.

Endlich bin ich beim Kern unserer Beschränkung angekommen.
Es ist eine Selbstbeschränkung, nein eine Selbstverstümmelung gar.
Wir selbst sind unser schlimmster Feind.
Wir selbst überwachen uns am stärksten.
Freiwillig!
Wir liefern schön artig unsere Schlafzyklen ab.
Wir lassen unsere Schritte zählen.
Teilen großzügig der Welt mit, wann wir Sex haben weil unser smartes Thermostat einen Anstieg der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer feststellt, posten unseren Blutdruck durch unser „Fitness“-Armband, vermessen unseren Blutzuckerspiegel durch smarte Kontaktlinsen und sagen wirklich ständig wann wir wo sind durch die Geodaten, die wir mit Fotos teilen oder durch die Routenberechnung mit GoogleMaps in unseren Smartphones.
Und noch mehr:
Wir liefern die Bilder unserer eigenen Heimüberwachungskameras freiwillig ab, damit diese von Gesichtserkennungsprogrammen ausgewertet werden und misbraucht werden können.

Sind wir denn noch zu retten?

Ja.
Ich bin überzeugt davon, denn ich habe Ideen und Gedanken dazu, wie wir uns selbst retten können.
Denn genauso wir selbstverschuldet in diesen Überwachungsalbtraum eingetaucht sind, genauso können wir uns selbstverantwortlich daraus befreien.
Und ich kann euch dabei helfen.