Selfies kill Privacy

Bilder bei Instagram posten ist ja so viel Fun! Yay!
…entschuldigung, da ist mir die Zynismus-Sicherung durchgeknallt…
Nein, ganz ehrlich, es ist ja wirklich schön, mit seinen Lieben die Urlaubserlebnisse visuell zu teilen, oder das tolle Essen welches mir gerade serviert wurde.
Aber…
Großes Aber, denn wer hier seine Fotos mit der ganzen Welt teilt, sollte sich bewusst sein, dass er nicht nur das sichtbare Bild hochlädt.
Nein, denn im Hintergrund werden mit dem Bild noch eine ganze Menge Metadaten mit übertragen. Diese Daten verraten einiges über die Kamera, mit der dieses Bild gemacht wurde. Schon das allein interessiert die Datenkraken sehr, denn dann können sie das Profil, welches sie über mich erstellen, noch weiter verfeinern. Zum Beispiel, indem mir passgenau Werbung zu meinem Tablet oder meiner Funkgeige reingedrückt wird.
Was jedoch noch wesentlich interessanter ist, dass hier auch das Datum und die genaue Uhrzeit vermerkt ist, wann dieses Bild entstanden ist…
Schon das ist ein Datenpunkt, welchen ich nicht so gerne freiwillig preisgebe, sagt es doch schon sehr viel mehr über die Umstände des Fotos aus als das Bild allein verrät.
Das ist aber immer noch nicht alles. Es wird noch deutlich schlimmer.
Die Metadaten des Bildes verraten auch die exakte geographische Position, wo dieses Foto aufgenommen wurde.
Also haben wir jetzt durch die Anmeldedaten von Instagram, dem Zeitstempel und der geographischen Koordinaten eine wundervolle Möglichkeit der Überwachung geschaffen…und wir füttern diese Überwachung auch noch freiwillig und mit ganz viel Spaß dabei.
Yay!
So, ist uns jetzt ein bisschen übel geworden und haben wir jetzt ein klein wenig Schwindelgefühle?
Also mir ging es jedenfalls so, als mir das zum ersten Mal bewusst wurde.
Aber zum Glück sind wir dieser Überwachung nicht hilflos ausgeliefert.
Ich habe an dieser Stelle drei Ideen, was wir tun können, um uns dieser Überwachung zu entziehen.
Als erste, radikale Idee (uuhh…da kommt er wieder, der Mann mit dem Aluhut…): Postet nicht jeden Scheiß. Ehrlich, kein Mensch (nicht mal du selbst) interessiert sich in fünf Minuten noch für dein tolles Selfie, das du vor dem 78. Brückenpfeiler mal wieder von dir gemacht hast.
Weniger posten bedeutet einfach weniger Datenpunkte für die Überwacher.
Is’ klar, ne?
Die nächste Möglichkeit zur Reduktion der Überwachung liegt in der Bearbeitung der Metadaten des geposteten Fotos.
Diese Metadaten sind als Exif-Daten jedem Bild beigepackt.
Schöne Analogie zum Beipackzettel.
Liest beides kein Mensch.
Diese Exif-Daten kann man sich mit passenden Tools oder auch Online-Diensten wie z.B. the eXif.er anschauen…und bearbeiten!
Ja, damit haben wir die Möglichkeit, die Metadaten unserer zu postenden Fotos zu verändern (ganz wichtig: vorher machen! Nach dem ganzen geposte sind die Metadaten schon bei den Kraken, dann isch d’ Katz da Boom nuf).
Ganz praktisch, aber auch ein bissel aufwendig.
…aber…es gibt auch praktischere Möglichkeiten der Bearbeitung der Exif-Daten direkt in der Funkgeige.
Damit wird dann das aufwendige Prozedere Bild machen – auf den Rechner hochladen – Metadata bearbeiten – Bild wieder auf die Funkgeige übertrage – Bild posten – deutlich reduziert.
Für Android gibt es die App Scrambled Exif, mit dieser wird die Bearbeitung der Exif-Daten quasi im Handumdrehen direkt auf der Funkgeige durchgeführt.
Für iOS gibt es da Photo Data by (Exif Photos), das erledigt die gleichen Aufgaben ?
Um die Überwachung – zumindest was die geographischen Koordinaten angeht – einfach und dauerhaft zu vermeiden, reicht es, die Ortungsdienste deiner Funkgeige oder deines Tablets auszuschalten. Keine Ortungsdienste, keine geographischen Koordinaten in den Exif-Daten.
Einfach und wirkungsvoll.
Puh, glück gehabt, jetzt bleibt halt nur noch der Zeitstempel stehen, der uns halt dann doch verrät, das wir, statt im Büro zu sitzen, im Park ausspannen…aber da hilft ja dann halt doch wieder nicht posten oder die Exif-Daten korrigieren ?
So, und jetzt wünsche ich euch allen einen schönen Tag voll toller Erlebnisse – offline!